Ver­anstaltung wegen Corona ab­ge­sagt und Gutschein er­halten? 

Für alle Veranstaltungen, die im Jahr 2020 bis 30. Juni 2021 abgesagt wurden und für all jene, die von 2020 bis 30. Juni 2021 stattfinden hätten sollen und auf den Zeitraum 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022 verschoben (und dann abgesagt) wurden, können betroffene Konsumenten/-innen ab sofort die Rückzahlung des Gutscheinwerts fordern!

Gesetz brachte Gutscheine statt Geld 

Mit einem Gesetz regelte die Bundesregierung die Erstattungspflicht nach der Absage von Kultur- und Sportveranstaltungen aufgrund der Covid-19-Pandemie. Betroffen waren alle aufgrund der Covid-19-Pandemie in den Jahren 2020, 2021 und im ersten Halbjahr 2022 abgesagten Veranstaltungen. 

Bis 70 Euro durften die Veranstalter Gutscheine in voller Höhe des Ticketpreises ausgegeben, anstatt den Ticketpreis zurück zu zahlen. Bei teureren Tickets durften für die Kosten über 250 Euro ebenfalls Gutscheine ausgestellt werden. Bei einer Opernkarte im Wert von 300 Euro konnte beispielsweise ein Gutschein über 70 plus 50 Euro, also insgesamt 120 Euro, ausgestellt werden.

Groß­ver­anstaltungen: Gerichte gegen Konsumenten

Bei mehrtägigen Veranstaltungen wie Nova Rock oder Frequency galt der fiktive Preis pro Festivaltag als Grundlage für den möglichen Wert der Gutschein-Ausstellung. Bei einem 4-tägigen Festival und einem Ticketpreis von 190 Euro konnten daher 4 Gutscheine im Wert von je 47,50 Euro ausgestellt werden. Die schlechte Position der Verbraucher/-innen wurde somit durch Gerichtsentscheidungen noch weiter verschärft.

Konsumenten mussten ihre Rechte ein­fordern

Die Veranstalter konnten auch bei Ticketpreisen über 70 Euro zunächst einen Gutschein über den gesamten Ticketpreis anbieten. Erst wenn Konsumenten/-innen dies ablehnten, musste der Veranstalter den Gutschein - entsprechend den obigen Regelungen - ausstellen und den Restbetrag erstatten.

Endlich erste Rück­zahlungen 

Bei Gutscheinen für Veranstaltungen, die im Zeitraum 2020 bis 30. Juni 2021 coronabedingt abgesagt wurden und bis 31. Dezember 2022 nicht eingelöst wurden, kann ab sofort die Auszahlung des Gutscheinwertes vom Veranstalter gefordert werden. Das gilt auch für Veranstaltungen, die ursprünglich in diesem Zeitraum stattfinden hätten sollen, dann jedoch auf den Zeitraum 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022 verschoben und dann abgesagt wurden.

Musterbrief: Auszahlung von Gutschein(en) für abgesagte Veranstaltung(en) (0,1 MB)

TIPP

Senden Sie dieses Schreiben an den Veranstalter, der den Gutschein ausgestellt hat und achten Sie darauf, dass Sie Ihre Kontodaten (= IBAN) fehlerfrei bekannt geben! Im ersten Schritt können Sie das Schreiben auch per E-Mail senden um Aufwand und Kosten gering zu halten.

Wer seine Tickets über www.oeticket.com gekauft hat, kann die Rückzahlungen vom Veranstalter direkt über die Website abwickeln:

  1. Öffnen Sie die Website www.oeticket.com
  2. Klicken Sie oben auf der Website auf „Alle Infos zum Veranstaltergutschein“
  3. Wählen Sie den Button „Zum Auszahlungsantrag“
  4. Geben Sie Ihren Gutscheincode ein – es öffnet sich ein Online-Formular
  5. Füllen Sie Namen, E-Mail-Adresse und Bankverbindung aus
  6. Sie erhalten nach Absenden des Formulars ein E-Mail zur Bestätigung


Warten auf Jahres­beginn 2024

Bei Gutscheinen für abgesagte (nicht verschobene) Veranstaltungen von 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022, die bis 31. Dezember 2023 nicht eingelöst werden können, kann ab 1. Jänner 2024 die Rückzahlung des ausstehenden Gutscheinwertes gefordert werden.

Achtung: Keine Insolvenz­ab­sicherung 

Konsumenten/-innen haben im Insolvenzfall eines Veranstalters nur die Möglichkeit, die Forderung aus dem Gutschein im Insolvenzverfahren anzumelden. Für die Forderungsanmeldung wird eine Gebühr von 25 Euro fällig, oft ist die Forderungsanmeldung teurer als der Erlös. 

TIPP

Um dieses Risiko zu minimieren raten die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich, alle Gutscheine so rasch wie möglich einzulösen oder das Geld zurück zu fordern!

Da es keine Insolvenz­ab­sicherung gibt, raten die Konsumenten­schützer der Arbeiter­kammer OÖ, alle Gutscheine so rasch wie möglich ein­zu­lösen oder das Geld zurück zu fordern!

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