11.01.2019

Gut versichert beim Wintersport

Bei aller Freude am vielen Schnee sollten Sportbegeisterte auch an einen ausreichenden Versicherungsschutz denken. Denn jährlich ereignen sich mehr als 50.000 Wintersportunfälle in Österreich. Dabei kann der Einsatz eines Rettungshubschraubers hohe Kosten verursachen und bei Stürzen sind leider dauerhafte Gesundheitsschäden nicht auszuschließen. Empfehlenswert ist deshalb eine Unfallversicherung. Ist am Unfall eine dritte Person beteiligt, kann es zu Haftungsfragen kommen. Eine Haftpflichtversicherung ist daher für jeden ein Muss.

Bergungskosten

Erfolgt die Bergung ins Tal mit dem Hubschrauber, kostet dies ein paar tausend Euro. Hier springt eine private Unfallversicherung ein, wenn Bergungskosten darin ausreichend versichert sind. Schutz für Bergungskosten bieten unter gewissen Voraussetzungen aber auch Kreditkarten, Reiseversicherungen und Mitgliedschaften in Autofahrerclubs, beim Alpenverein oder den Naturfreunden. Prüfen Sie schon vor dem Urlaub, ob Sie hier ausreichend versichert sind!

Private Unfallversicherung

Wer sich bei Freizeitunfällen vor den finanziellen Folgen einer bleibenden Invalidität ausreichend schützen will, benötigt eine private Unfallversicherung, da die gesetzliche Unfallversicherung Unfälle im privaten Bereich nicht deckt. Berücksichtigen Sie, dass die in Reiseversicherungen oder Kreditkarten enthaltenen Invaliditätsleistungen meist nicht ausreichend sind. So entsteht hier ein Anspruch auf Leistung oft erst ab einer Invalidität von 50 Prozent.

Private Haftpflichtversicherung

Verletzen Sie eine andere Skifahrerin oder einen anderen Skifahrer schuldhaft, sind Sie diesem zu Schadenersatz verpflichtet. Da kann es zu sehr hohen Forderungen kommen, die existenzbedrohende Ausmaße erreichen können – z.B. durch Schmerzensgeld, teure Behandlungskosten oder Verdienstentgang. Eine Privathaftpflichtversicherung ist daher für Skisportler/-innen und Snowboarder/-innen unbedingt anzuraten. Sie bezahlt begründete Geldansprüche, die an Sie gestellt werden und hilft bei der Abwehr unbegründeter Forderungen. Wer eine Haushaltsversicherung hat, ist durch diese abgesichert, da die Privathaftpflichtversicherung üblicherweise fixer Bestandteil einer Haushaltsversicherung ist. Wer keine Haushaltsversicherung hat, kann eine Privathaftpflichtversicherung auch gesondert abschließen.

Minderjährige Kinder sind üblicherweise in der Haushaltsversicherung der Eltern mitversichert. Bei volljährigen Kindern verlängert sich die Mitversicherung zumeist bis zu einem gewissen Lebensalter (oftmals bis zum 25. Lebensjahr), sofern und solange sie keinen eigenen Haushalt haben und kein eigenes Einkommen beziehen (die recht unterschiedlichen Details finden Sie in Ihren Versicherungsbedingungen).

Private Rechtsschutzversicherung

Werden Sie durch eine andere Skifahrerin oder einen anderen Skifahrer verletzt, hilft eine private Rechtsschutzversicherung bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche. Ist der Schädiger vermögenslos und hat er auch keine Haftpflichtversicherung kann eine Ausfallsversicherung – als Baustein Ihrer Rechtsschutzversicherung - helfen. Diese kommt z.B. bis zur Höhe der dafür versicherten Summe für das Ihnen gerichtlich zugesprochene Schmerzensgeld auf.

Sehr wichtig für die Durchsetzung von Ansprüchen ist die Sicherung von Beweisen. Notieren Sie sich daher, wenn möglich, sofort Name, Adresse und Telefonnummer der Unfallgegnerin oder des Unfallgegners sowie allfälliger Zeugen/-innen und machen Sie Fotos bzw. filmen Sie die Unfallstelle. Und verständigen Sie bei Personenschäden unverzüglich die Polizei.

Bei zu viel Alkohol steigt die Versicherung aus

Versicherungen zahlen aber nicht in jedem Fall. Die Versicherungsbedingungen enthalten eine Vielzahl von Leistungsausschlüssen. So gibt es z.B. keine Leistung, wenn der Unfall aufgrund einer Alkoholisierung herbeigeführt wird.

Kreditkarte regelmäßig verwenden

Damit der Versicherungsschutz bei Kreditkarten gegeben ist, muss die Karte meist innerhalb der letzten 2-3 Monate vor dem Urlaub verwendet worden sein. Zum Teil wird sogar vorausgesetzt, dass die Reise mit der Karte bezahlt wurde. Außerdem können einzelne Leistungen nur vom Karteninhaber/der Karteninhaberin und nicht von der gesamten Familie beansprucht werden. Bei Kreditkarten ist es daher ratsam, sich die Versicherungsbedingungen genau durchzulesen.

Ski- und Snowboardversicherung verhältnismäßig teuer

Bei den, beim Kauf der Ski-Ausrüstung, oft gleich mitangebotenen Ski- oder Snowboardversicherungen sollte man bedenken, dass diese im Verhältnis zum Kaufpreis eher teuer sind. Außerdem gibt es hohe Selbstbehalte und etliche Leistungsausschlüsse.

Kontakt

Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

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