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Dazuverdienen in der Pension

Wenn Sie eine ASVG-Pension beziehen und daneben noch etwas arbeiten möchten, können Sie in jedem Fall geringfügig dazu verdienen, ohne dass die Pension geschmälert wird. 

Achtung

Bei Bezieher/-innen einer Ausgleichszulage, kürzt jedes zusätzliche Einkommen die Ausgleichszulage.

Bei der Lohnsteuer gibt es allerdings keine so genannte Geringfügigkeitsgrenze, sondern ist das zusätzliche Einkommen je nach der Höhe Ihrer Pension in der Regel mit 25 Prozent oder 35 Prozent nachzuversteuern.

Die Arbeiterkammer gibt Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Welche Pensionen sind betroffen?

Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension

Dazuverdienen ist bis zur Geringfügigkeitsgrenze (2017: 425,70 Euro) ohne Pensionskürzung möglich. Zu beachten ist, dass die Arbeit zunächst vollständig aufgegeben oder karenziert werden muss, erst dann dürfen Sie eine geringfügige Beschäftigung antreten; dies auch bei derselben Arbeitgeberin/beim selben Arbeitgeber. 

Wenn der Nebenverdienst über der Geringfügigkeitsgrenze liegt, wandelt sich die
Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension in eine Teilpension um und es kann zu Kürzungen kommen, sofern Ihr Pensionsstichtag nach dem 31.12.2000 liegt.

Bis zu einem monatlichen Gesamteinkommen (das ist die Summe aus Pension und Erwerbseinkommen) von 1.177,25 Euro erfolgt keine Anrechnung. Übersteigt das Gesamteinkommen diesen Betrag wird die Leistung um einen Anrechnungsbetrag vermindert.


Gesamteinkommensteile

Anrechnungsbetrag =
... Prozent der jeweiligen Einkommensteile
(Werte für 2016)

über 1.177,25 bis 1.765,94 Euro30 Prozent
über 1.765,94 bis 2.354,50 Euro40 Prozent
über 2.354,50 Euro50 Prozent

Der Anrechnungsbetrag darf jedoch weder das Erwerbseinkommen noch 50 Prozent des Steigerungsbetrages übersteigen.
 
Wurde die Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension vor dem 01.01.2001 zuerkannt, haben Nebeneinkünfte keinen Einfluss auf die Pensionshöhe. Es erfolgt nur dann eine Kürzung, wenn ein Zurechnungszuschlag in der Pension enthalten ist, weil weniger als 33 Versicherungsjahre vorliegen.

Bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters (Frauen 60 Jahre, Männer
65 Jahre) kann eine Umwandlung in eine normale Alterspension beantragt werden, sodass ein unbeschränktes Dazuverdienen möglich ist. Zu beachten ist, dass ein Antrag auf Umwandlung in eine Alterspension eine geringere Pensionshöhe zur Folge haben kann. (In diesem Falle kann aber der Antrag wieder zurückgezogen werden.)

Vorzeitige Alterspension

  • Das Pensionsantrittsalter für eine vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer hängt vom Geburtsdatum der Pensionswerberin/des Pensionswerbers ab. 
  • Für die Langzeitversicherungspension (sogenannte „Hacklerregelung“) sind bei Frauen 40 Beitragsjahre und bei Männern 45 Beitragsjahre Voraussetzung.
  • Die Korridorpension berechtigt bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen zum Pensionsantritt ab 62 Jahren.

Bei all diesen Pensionen (ebenso auch bei der Schwerarbeitspension und beim Sonderruhegeld für Nachtschwerarbeiter) ist nur ein Zuverdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze (2017: 425,70 Euro; Sonderzahlungen bleiben außer Betracht) ohne Pensionskürzung möglich. Ein diesen Betrag übersteigendes Erwerbseinkommen führt für die Dauer der Erwerbstätigkeit zum Wegfall der Pension. 

Mit Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters (Frauen 60 Jahre, Männer 65 Jahre) erfolgt eine automatische Umwandlung in die Alterspension und jede Erwerbstätigkeit ist zulässig, ohne dass eine Pensionskürzung erfolgt.

Normale Alterspension

Bei Erreichung des 60. Lebensjahres (Frauen) und des 65. Lebensjahres (Männer) ist neben einer Alterspension ein unbeschränktes Dazuverdienen möglich. Dies gilt auch, wenn bis zum Erreichen dieser Altersgrenzen eine vorzeitige Alterspension bzw. eine gleichgestellte Pensionsart (siehe vorzeitige Alterspension) bezogen wurde. Diese Pensionsarten wandeln sich automatisch in eine Alterspension um.

Eine vorher bezogene Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension wandelt sich nur über Antrag in eine Alterspension um. Wurde kein diesbezüglicher Antrag gestellt, bleibt es bei den strengen Ruhensbestimmungen wie oben dargestellt. 

Beachten Sie

Ein Antrag auf Umwandlung in eine Alterspension kann eine geringere Pensionshöhe zur Folge haben. (In diesem Falle kann aber der Antrag wieder zurückgezogen werden).

Witwen-/Witwerpension

Neben der Witwen-/Witwerpension kann grundsätzlich ohne Pensionskürzung dazuverdient werden. Insbesondere dann, wenn die Witwen-/Witwerpension 60 Prozent der (fiktiven) Pension des/der Verstorbenen beträgt.

In folgenden Fällen kann ein Erwerbseinkommen aber die Pension mindern: 

a) Unterschreitet die Summe aus Hinterbliebenenpension und eigenem Einkommen einen bestimmten Grenzbetrag (2017: 1.925,32 Euro monatlich), so ist die Hinterbliebenenpension bis auf maximal 60 Prozent der Pension des verstorbenen Partners/der verstorbenen Partnerin so lange zu erhöhen, bis beide Bezüge gemeinsam diesen Betrag erreichen.  
Wenn die Witwenpension also mit einem Prozentsatz von weniger als 60 Prozent der Pension der/des Verstorbenen ermittelt und aufgrund der geringen eigenen Einkünfte (Eigenpension oder Erwerbseinkommen) erhöht wurde, reduziert ein (zusätzliches) Erwerbseinkommen die Pension. Besonders in diesem Fall wird die Einholung einer Rechtsauskunft sinnvoll sein.

b) Überschreitet in einem Kalendermonat die Summe aus Witwen-/Witwerpension und eigenem Einkommen der Witwe/des Witwers das 60fache der täglichen Höchstbeitragsgrundlage (monatlich 8.460,00 Euro), so vermindert sich die Witwen-/Witwerpension um den Überschreitungsbetrag bis auf null.

Waisenpension

Kinder, die eine Waisenpension beziehen, können dazu verdienen. Übersteigt jedoch die Arbeitszeit 20 Stunden pro Woche oder wird ein Erwerbseinkommen erzielt, welches den Ausgleichszulagenrichtsatz für Alleinstehende (2017: 889,84 Euro) übersteigt, gewährt der Pensionsversicherungsträger keine Waisenpension mehr.  Selbstverständlich zahlen auch Kinder für ihre Waisenpension und ihr Nebeneinkommen Lohnsteuer wie alle anderen.

Was ist die Geringfügigkeitsgrenze?

Unter einer geringfügigen Beschäftigung versteht man  eine Erwerbstätigkeit, die für mindestens einen Kalendermonat oder auf unbestimmte Zeit vereinbart ist und für die im Kalendermonat kein höheres Entgelt als 425,70 Euro (Wert 2017) gebührt (z.B. Arbeit an jedem Samstag). Es kommt nicht auf die einzelnen geleisteten Stunden an, sondern rein auf den Verdienst, auf den Sie Anspruch haben. Die monatliche Geringfügigkeitsgrenze gilt auch für den 13. und 14. Bezug (Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration) und kann also 14 Mal im Jahr bezogen werden. Es zählt nur das beitragspflichtige Entgelt, das heißt beitragsfreie Bezüge, wie z.B. rechtmäßig zustehende Kilometergelder, Tagesdiäten, Auslagenersätze usw. bleiben außer Ansatz. Einkommen, die nicht aus einer Erwerbstätigkeit stammen (wie z.B. Einkünfte aus Privatvermietung und -verpachtung, Zinseinkommen), führen unabhängig von der Höhe ebenfalls  zu keiner Kürzung (ausgenommen bei der Ausgleichszulage).

Wenn Sie als Pensionist/-in die Erwerbstätigkeit auf selbständiger Basis ausüben (wie z.B. Zeitungsausträger/-in) gibt es die jährliche Geringfügigkeitsgrenze von 5.108,40 Euro (12 mal 425,70 Euro; Wert 2017). Maßgebend ist hier der erzielte Gewinn.

Welche Meldepflichten bestehen?

Sie sind verpflichtet, jede Aufnahme der Erwerbstätigkeit sowie die Höhe des Erwerbseinkommens und jede Änderung binnen sieben Tagen (Waisenpensionsbezieher/-innen binnen zwei Wochen) dem Pensionsversicherungsträger zu melden, soweit dies für den Fortbestand und das Ausmaß der Bezugsberechtigung maßgebend ist. Eine geringfügige Tätigkeit, die den Fortbestand der Pension nicht gefährdet, ist also nicht zu melden. Wohl aber bei Bezug einer Ausgleichszulage, weil hier jedes Einkommen zu Kürzungen führt.

Gegenüber dem Finanzamt besteht jedenfalls eine Meldepflicht im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung. Da die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber verpflichtet ist, Jahreslohnzettel an das Finanzamt zu übersenden, sind die Daten dort gespeichert. Wenn Sie von sich aus keine Meldung machen, werden Sie vom Finanzamt aufgefordert bzw. aufgrund der gemeldeten Daten veranlagt. Zwei oder mehrere Einkommen, die zeitlich parallel bezogen werden, bilden einen Pflichtveranlagungsgrund und es ist nicht möglich, im Falle einer Nachzahlung den Antrag zurückzuziehen.

Muss Sozialversicherung bezahlt werden?

Nein, wenn Sie nur geringfügig beschäftigt sind. Es ist dann auch nicht möglich, sich im Rahmen der Selbstversicherung zusätzlich zu versichern.

Beziehen Sie allerdings ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze, sind Sie pflichtversichert. Die Beiträge werden Ihnen beim Lohn/Gehalt abgezogen.
Der in den Sozialversicherungsbeiträgen enthaltene Arbeitslosenversicherungsbeitrag der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers entfällt allerdings:

  • bei geringem Einkommen (2017 bis zu einem Bruttomonatseinkommen von  1.342,00 Euro),
  • für Männer, die vor dem 02.06.1953 geboren wurden,
  • für Frauen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben,
  • für Personen, welche die Anspruchsvoraussetzungen für eine vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer (einschließlich vorzeitiger Alterspension für Langzeitversicherte) oder eine Schwerarbeitspension erfüllt haben,
  • für Personen, die das 63. Lebensjahr vollendet haben

Liegt keine Befreiung vor, ist der Arbeitslosenversicherungsbeitrag der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers in Abhängigkeit vom Einkommen gestaffelt:

monatliche
Beitragsgrundlage
 ALV-Beitrag
der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers

bis 1.342,00 Euro
0 Prozent
über 1.342,00 bis 1.464,00 Euro 1 Prozent
über 1.464,00 bis 1.648,00 Euro 2 Prozent
über 1.648,00 Euro 3 Prozent






In der Pensionsversicherung wirken sich Beiträge, die neben einem Pensionsbezug entrichtet werden auf alle Fälle positiv aus, sei es bei einer späteren Pensionsumwandlung (siehe oben) oder bei der Erhöhung der Alterspension im Jahr nach der Beschäftigung.

Wie hoch ist die Steuer?

Entscheidend für die Höhe der Lohnsteuer ist das Jahreseinkommen, das sich im Wesentlichen wie folgt errechnet: 

Bruttopension
-Krankenversicherungsbeiträge (5,10 %)
+
(Geringfügiger) Zuverdienst (jeweils für 12 Bezüge)
als Arbeiter(in) oder Angestellte(r)
-


____
Sozialversicherungsbeiträge, die bei Zuverdienst über
der Geringfügigkeitsgrenze vom Arbeitgeber einbehalten
und abgeführt werden (ca. 15 %)
_______________________________________________
=Jahreseinkommen

Die Steuer berechnet sich nun wie folgt:

Jahreseinkommen
Einkommensteuer
in Euro
(vor Absetzbeträgen)
Grenz-
steuersatz *
bis 11.000 Euro0
0 Prozent
über 11.000 Euro
bis 18.000 Euro
Einkommen x 25 Prozent
abzüglich 2.750 Euro
25 Prozent
über 18.000 Euro
bis 31.000 Euro
Einkommen x 35 Prozent
abzüglich 4.550 Euro
35 Prozent
über 31.000 Euro
bis 60.000 Euro
Einkommen x 42 Prozent
abzüglich 6.720 Euro
42 Prozent
über 60.000 Euro
bis 90.000 Euro
Einkommen x 48 Prozent
abzüglich 10.320 Euro
48 Prozent
über 90.000 Euro
1.000.000 Euro
Einkommen x 50 Prozent
abzüglich 12.120 Euro
50 Prozent
über 1.000.000 Euro
Einkommen x 55 Prozent
abzüglich 62.120 Euro
55 Prozent

Von der sich ergebenden Steuer ist noch der der Verkehrsabsetzbetrag von derzeit 400 Euro/Jahr abzuziehen: Liegen in einem Jahr durch den - wenn auch nur geringfügigen - Zuverdienst sowohl aktive Erwerbseinkünfte als auch Pensionseinkünfte vor, steht nämlich anstatt des (erhöhten) Pensionistenabsetzbetrages der Verkehrsabsetzbetrag zu.

*  Der Grenzsteuersatz gibt an, mit welcher Besteuerung Sie bei der Erzielung zusätzlicher Einkünfte in der jeweiligen Tarifstufe rechnen müssen.

Der 13. und 14. Bezug (Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration) wird auch beim Zuverdienst nur mit 6 Prozent besteuert.

TIPP

Da Sie ab einem Jahreseinkommen von 12.000 Euro  verpflichtet sind, eine Arbeitnehmerveranlagung zu machen, ist es sinnvoll bereits rechtzeitig an die Steuer zu denken!

Bei Einkünften aus Freiem Dienstvertrag oder Werkvertrag liegen selbstständige Einkünfte vor, die neben der Pension bis zu 730 Euro/Jahr steuerfrei dazuverdient werden können.  Statt des automatisch berücksichtigten Pensionistenabsetzbetrages könnte daher bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag beantragt werden.

Sollten die selbstständigen Einkünfte aber 730 Euro übersteigen, ist eine Einkommensteuererklärung fällig, sofern die Einkünfte in Summe – also inklusive Pension – mehr als 12.000 Euro jährlich betragen.

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