Dubiose Video-Streaming-Anbieter: Keine Zahlungs­pflicht

Beim Konsumentenschutz gehen seit geraumer Zeit viele Beschwerden über angeblich kostenlose Streaming-Seiten ein. Verschiedene Firmen aus England, hinter denen vermutlich ein dubioser Anbieter steckt, betreiben immer neue Internetseiten mit gleichem Erscheinungsbild und Inhalt. Viele dieser Seiten haben auch die Gemeinsamkeit, dass sie den Eindruck erwecken, das Streamen von aktuellen Filmen und Serien sei kostenlos und nach einer kurzen Registrierung sofort verfügbar.  

Tatsächlich können viele Konsumenten/-innen das Angebot trotz erfolgreicher Registrierung gar nicht nutzen und erhalten nach einer 5-tägigen Testphase eine Zahlungsaufforderung über 238,80, 358,80 oder 359,88 Euro für ein vermeintlich abgeschlossenes Jahresabonnement. 

Eine umfangreiche Auflistung dieser Seiten, die laufend aktualisiert wird, finden Sie auf der Seite der Watchlist-Internet unter folgendem Link: www.watchlist-internet.at/liste-streaming-plattformen/ 

Keine Zahlungs­pflicht bei versteckten Kosten­hinweisen 

Wurden Sie bei der Anmeldung nicht eindeutig über alle Kosten und die Vertragsdauer informiert, kommt kein gültiger Vertrag zustande. Erhalten Sie vor Ablauf der Testphase keine Information über die bevorstehende Vertragsverlängerung, läuft der Vertrag aus - in beiden Fällen besteht keine Zahlungspflicht. 

Nach der Anmeldung und nach Ablauf der kostenlosen Testphase müssten Sie außerdem jeweils Informationen über Ihr Rücktrittsrecht und ein Muster-Widerrufsformular erhalten. Ist das nicht der Fall, können Sie den Vertrag kostenlos widerrufen.

Ganz allgemein besteht selbstverständlich auch keine Zahlungspflicht, wenn die angebotene Leistung, das Streamen von Serien und Filmen, nicht funktioniert. 

Nicht von Mahn­ungen ein­schüchtern lassen 

Konsumenten/-innen berichten von Mahnungen, aufdringlichen Telefonanrufen und sogar der Androhung von Pfändung, wenn der geforderte Betrag nach der kostenlosen Testphase nicht bezahlt wird. Man sollte sich hiervon keinesfalls einschüchtern lassen. Diese Zahlungsaufforderungen sind nicht korrekt und kommen teilweise von Inkassounternehmen oder vermeintlichen Rechtsanwaltskanzleien, die gar nicht existieren. 

Sie können sich zur weiteren Beratung und Prüfung an den Konsumentenschutz der AK Oberösterreich wenden.

Legales versus illegales Streaming

Seriöse Anbieter sind dazu verpflichtet, schon im Vorhinein klar und verständlich über eine allfällige Vertragsdauer und die Gesamtkosten zu informieren. Am Ende der Bestellung muss diese auch nochmals mit einem Klick auf eine Schaltfläche, die mit "kostenpflichtig bestellen" oder einer ähnlich deutlichen Beschriftung markiert ist, bestätigt werden. 

Außerdem bieten seriöse Anbieter Filme in einer besseren Video- und Tonqualität.

Ist bei einem dubiosen Streaming-Portal für den Nutzer/die Nutzerin offensichtlich erkennbar, dass die Inhalte aus illegalen Quellen stammen, können Rechteinhaber/-innen von den Konsumenten/-innen Schadenersatzforderungen einklagen - auch in Österreich. 

ACHTUNG GEFAHR: SCHÜTZEN SIE IHREN PC VOR SCHADSOFTWARE

Die AK Oberösterreich empfiehlt daher Nutzern/-innen das Streaming von Filmen, Musik oder Sportsendungen auf unbekannten oder offensichtlich unseriösen Internetseiten zu vermeiden. Es besteht hier neben möglichen rechtlichen Schwierigkeiten auch immer die Gefahr den Computer mit Schadsoftware zu infizieren.


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