Klarna: Probleme beim Zahlen

Klarna ist ein Zahlungsdienst, der bei Online-Bestellungen die Möglichkeiten zur Sofortüberweisung oder zur Bezahlung nach Erhalt der Rechnung bietet. Viele Kunden/-innen wählen die Zahlungsart „Rechnung“, um bei unbekannten Lieferanten auf Nummer sichergehen zu können. Dabei kann es aber zu Problemen kommen. Konsumenten/-innen erhalten oft Mahnungen und überhöhte Zahlungsaufforderungen. Gleich 2 Konsumentinnen aus dem Salzkammergut mussten die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich helfen.

133 Euro für Natalie aus Gmunden

Die junge Gmundnerin bestellte im Dezember 2017 eine Fotoleinwand im Internet. Das Paket wurde zwar geliefert, aber ohne Rechnung. Diese kam im Jänner mit der ersten Mahnung. Die Mutter von Natalie bezahlte umgehend den Preis in Höhe von 26 Euro plus 12 Euro Mahnspesen.

Im März 2018 erhielt die Konsumentin ein Schreiben vom Rechtsanwalt, in dem 171 Euro – 26 Euro Grundforderung plus Betreibungskosten – verlangt wurden. Natalie wandte sich an die AK-Konsumentenschützer. Es stellte sich heraus, dass Klarna die Zahlung der Mutter nicht zuordnen konnte und der Betrag auf ihr Konto zurücküberwiesen wurde.

Nach Rechtsmeinung der Experten/-innen war die Forderung bereits im Jänner erfüllt worden und die Betreibungskosten über 144 Euro stehen nicht im Verhältnis zu den 26 Euro Grundforderung.

Der Rechtsanwalt und die Konsumentin einigten sich auf eine Lösung: Natalie bezahlte die ursprüngliche Forderung von 38 Euro und im Gegenzug wurde auf 133 Euro Spesen verzichtet.

118 Euro für Angela aus Vöcklabruck

Ähnlich erging es Angela, die sich bei Wish eine Hose und ein Korsett bestellte. Da ihr nicht die gewünschten, sondern andere Artikel zugesandt wurden, retournierte sie die Ware noch am selben Tag. Trotzdem erhielt die Konsumentin laufend Mahnungen, zuletzt über 118 Euro.

Sie meldete den Irrtum bei Klarna und schickte auch den Postaufgabeschein der Retoure an den Zahlungsdienst, konnte jedoch keine Lösung erzielen. Deshalb wandte sie sich an die Arbeiterkammer Oberösterreich. Mit Unterstützung der Konsumentenschützer wurde die gesamte Forderung ausgebucht.

Bestellungen bei Wish

Wish erfreut sich bei oberösterreichischen Konsumenten/-innen immer größerer Beliebtheit und ist bereits ein direkter Konkurrent zu großen Internethändlern wie E-bay oder Amazon. Dabei handelt es sich um Online-Verkaufsplattform, die hauptsächlich über eine Handy-App genutzt wird.

Wish selbst ist nicht direkter Verkäufer, sondern tritt nur als Vermittler auf. Gekauft wird meist von kleinen Händlern aus Nicht-EU-Ländern. Da der Großteil der angebotenen Waren aus China geliefert wird, sind zwar die Preise auffallend günstig, jedoch lässt laut Meinung vieler Kunden/-innen auch die Qualität oft zu wünschen übrig.

Lieferzeiten von 4 Wochen sind keine Seltenheit. In einigen Fällen bekamen Konsumenten/-innen zudem eine Nachricht vom Zoll, dass die Waren dort aufgehalten wurden. Manche warteten vergeblich auf eine Lieferung.

WAS TUN BEI UNGERECHTFERTIGTEN ZAHLUNGSAUFFORDERUNGEN?

  • Reagieren Sie auf unberechtigte Zahlungsaufforderungen sofort und schriftlich.

  • Haben Sie selbst keinen Erfolg, unterstützen Sie die Experten/-innen der AK Oberösterreich gerne!

 

Musterbrief

  • © 2018 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum