27.01.2021

Klarna: Probleme beim Zahlen


Beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer häufen sich Beschwerden über Zahlungen mittels Klarna. Der Zahlungsdienstleister aus Schweden übernimmt für viele Onlinehändler die gesamte Abwicklung der Bezahlung. 

Verbraucher/-innen können, bestellte Ware entweder mit Rechnung, Sofortüberweisung oder auf Raten zahlen. Bei Zahlung auf „Rechnung“ gibt es oft Probleme. Viele Konsumenten/-innen wählen die Rechnungszahlung, um auf Nummer sicher zu gehen. Das funktioniert oft nicht: Klarna fordert die Zahlung, wenn die Ware noch nicht geliefert wurde.

Konsumenten/-innen haben 14 Tage Zeit die Rechnung zu bezahlen. Das wirkt auf den ersten Blick kundenfreundlich, führt aber wegen fehlender Kommunikation zwischen Klarna und den Onlinehändlern oft zu Problemen und frustrierten Kunden/-innen.

Mahnung trotz bezahlter Rechnung

Ein weiteres Problem sind die kommentarlose Rücküberweisung, weil die Zahlung nicht zugeordnet werden konnte. Bei der Bezahlung an Klarna muss ein langer Verwendungszweck angegeben werden. Wird dieser vergessen oder falsch angegeben, wird der Betrag einfach wieder rückgebucht.

Betroffene befinden sich dadurch - ohne es zu merken - in Zahlungsverzug und erhalten Mahnungen.

Rechtlich gesehen gilt eine Zahlung jedoch schon dann als schuldbefreiend, wenn sie vollständig und rechtzeitig auf dem Konto des Gläubigers oder des beauftragten Zahlungsdienstleisters eingetroffen ist und erkennbar war, dass die Zahlung im Zusammenhang mit der Bestellung stand. Dies bedeutet, dass in den meisten dieser Fälle die Rücküberweisung unzulässig ist.

Mahnungen trotz fehlender Lieferung

Sind 14 Tage vergangen, verschickt Klarna Zahlungs­aufforderungen. Trotz berechtigtem Ein­wand der Konsumenten/-innen werden die Forderungen sofort an Inkassobüros und Rechtsanwälte übergeben. So entstehen unberechtigte Zahlungsaufforderungen mit völlig überhöhten Mahngebühren. Viele Konsumenten/-innen berichten, dass Beschwerden von Klarna nicht beantwortet werden, sondern weiter gemahnt wird. Selbst wenn Konsumenten/-innen eine Antwort erhalten, werden sie oft von Klarna abgespeist, man solle sich selbst mit den Händlern in Verbindung setzen.

Als Konsument/-in haben Sie in diesen Fällen jedoch ein Zurückbehaltungsrecht. Das heißt, Sie müssen erst bezahlen, wenn die Ware vollständig da ist. Zuvor ist eine Mahnung nicht gerechtfertigt.

Wenn sich der Onlinehändler mit der Lieferung in Verzug befindet, können Sie unter Setzung einer angemessenen Nachfrist von dem Vertrag zurücktreten. Verwenden Sie dazu unseren Musterbrief Lieferverzug.

Mahnung trotz Widerruf 

Ähnlich gelagert sind Fälle, in denen Kunden bei einer Onlinebestellung von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Die Händler geben diese Information scheinbar nicht an Klarna weiter und der Zahlungsdienstleister verschickt weiter Mahnungen.

Das gesetzliche Rücktrittsrecht von Konsumenten/-innen bei Online-Käufen wird somit ignoriert.

WICHTIG!

Wollen Sie die Ware nicht behalten, ist es zwingend erforderlich, den Widerruf des Vertrages beim Onlinehändler zu erklären. Die alleinige Rücksendung der Ware reicht nicht aus! Auch die Annahmeverweigerung der Ware zählt nicht als Widerruf. Verwenden Sie für den Widerruf den AK-Musterbrief Rücktritt von Bestellungen im Fernabsatz.

Bessere Kommunikation gefordert

Die AK Oberösterreich fordert, dass Klarna besser mit den Onlinehändlern kommuniziert und die Anliegen der Kunden bearbeitet. Eine Rechnung darf erst fällig gestellt werden, wenn die Ware geliefert wurde. Zudem ist der Widerruf des Vertrags anzuerkennen. Diese offensichtlichen Kommunikationsprobleme zwischen Zahlungsdienstleister und Online-Händlern dürfen nicht auf Kunden/-innen abgewälzt werden.

Auch dürfen in Fällen, in denen trotz eines fehlenden oder falschen Verwendungszwecks die Zahlungen dem Kunden richtig zugeordnet werden können, Zahlungen nicht mehr kommentarlos rückgebucht werden. Denn meist ist eine Zuordnung auch aufgrund des Namens und des korrekten Betrags oder anderer Indikatoren problemlos möglich.

Tipps bei Problemen mit Klarna

  • Reagieren Sie auf unberechtigte Zahlungsaufforderungen und Mahnungen sofort und schriftlich!

  • Fordern Sie einen Mahnstopp, bis die Angelegenheit geklärt ist. Ist die Forderung nicht berechtigt, sind sämtliche Mahngebühren unzulässig.

  • Haben Sie selbst keinen Erfolg, wenden Sie sich an den Konsumentenschutz der AK Oberösterreich. Unsere Experten/innen unterstützen Sie gerne!

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