Klarna: Probleme beim Zahlen

Beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer häufen sich Beschwerden über Zahlungen mittels Klarna. Der Zahlungsdienstleister aus Schweden übernimmt für viele Onlinehändler die gesamte Abwicklung der Bezahlung.

Verbraucher/-innen können, bestellte Ware entweder mit Rechnung, Sofortüberweisung oder auf Raten zahlen. Bei Zahlung auf „Rechnung“ gibt es oft Probleme. Viele Konsumenten/-innen wählen die Rechnungszahlung, um auf Nummer sicher zu gehen. Das funktioniert oft nicht: Klarna fordert die Zahlung, wenn die Ware noch nicht geliefert wurde.

Konsumenten/-innen haben 14 Tage Zeit die Rechnung zu bezahlen. Das wirkt auf den ersten Blick kundenfreundlich, führt aber wegen fehlender Kommunikation zwischen Klarna und den Onlinehändlern oft zu Problemen und frustrierten Kunden/-innen.

Keine Ware und Klarna mahnt schon

Sind 14 Tage vergangen, verschickt Klarna Zahlungsaufforderungen. Trotz berechtigtem Ein­wand der Konsumenten/-innen werden die Forderungen sofort an Inkassobüros und Rechtsanwälte übergeben. So entstehen unberechtigte Zahlungsaufforderungen mit völlig überhöhten Mahngebühren. Viele Konsumenten/-innen berichten, dass Beschwerden von Klarna nicht beantwortet werden, sondern weiter gemahnt wird. Selbst wenn Konsumenten/-innen eine Antwort erhalten, werden sie oft von Klarna abgespeist, man solle sich selbst mit den Händlern in Verbindung setzen.

Als Konsument/-in haben Sie in diesen Fällen jedoch ein Zurückbehaltungsrecht. Das heißt, Sie müssen erst bezahlen, wenn die Ware vollständig da ist. Zuvor ist eine Mahnung nicht gerechtfertigt.

Mahnung trotz Rücktritt vom Vertrag

Ähnliches gilt für Fälle, in denen Kunden von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Händler geben diese Information scheinbar nicht an Klarna weiter und es werden fleißig weiter Mahnungen verschickt.

Das gesetzliche Rücktrittsrecht von Konsumenten/-innen bei Online-Käufen wird ignoriert.

Rück­buchung der Zahlung wegen fehlender Zuordnung

Ein weiteres Problem stellt die kommentarlose Rücküberweisung von Zahlungen dar, weil die Zahlung nicht eindeutig zugeordnet werden konnte. Bei der Bezahlung an Klarna muss stets ein langer Verwendungs­zweck angegeben werden. Wird vom Kunden darauf vergessen oder eine falsche Zahl angegeben, wird der Betrag wieder rückgebucht. Eine Verständigung bekommen Konsumenten/-innen nicht.

Betroffenen sind - ohne es bemerkt zu haben - plötzlich in Zahlungsverzug. Sie bekommen Mahnungen und sollen auch noch Rücklastspesen ihrer Bank bezahlen.

Rechtlich gesehen gilt eine Zahlung als zugegangen, wenn sie vollständig auf dem Konto des Gläubigers oder Zahlungsdienstleisters eintrifft. In den meisten dieser Fälle ist die Rücküberweisung unzulässig ist.

Einhaltung unserer Gesetze und bessere Kommunikation gefordert

Die AK Oberösterreich fordert, dass Klarna besser mit Onlinehändlern kommuniziert. Eine Rechnung darf erst fällig gestellt werden, wenn die Ware geliefert wurde. Zudem ist ein Widerruf eines Vertrags anzuerkennen. Dieses Kommunikationsproblem zwischen Zahlungs­dienstleister und Online-Händlern darf nicht auf die Kunden/-innen abgewälzt werden.

Auch dürfen in Fällen, in denen trotz eines fehlenden oder falschen Verwendungszwecks die Zahlungen dem Kunden richtig zugeordnet werden können, Zahlungen nicht mehr kommentarlos rückgebucht werden. Denn meist ist eine Zuordnung auch aufgrund des Namens, des korrekten Betrags oder anderer Indikatoren problemlos möglich. 

Tipps bei Problemen mit Klarna

  • Reagieren Sie auf unberechtigte Zahlungs­aufforderungen und Mahnungen sofort und schriftlich!
  • Fordern Sie einen Mahnstopp, bis die Angelegenheit geklärt ist. Ist die Forderung nicht berechtigt, sind sämtliche Mahngebühren unzulässig.
  • Haben Sie selbst keinen Erfolg, wenden Sie sich an den Konsumentenschutz der AK Oberösterreich. Unsere Experten/innen unterstützen Sie gerne!  

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