11.05.2016
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Kreditkarten - darauf sollten Sie achten

Egal ob Online-Shopping, Hotel- und Mietautoreservierung oder Spontankäufe - unsere Lebens- und Einkaufsgewohnheiten setzen eine Kreditkarte beinahe voraus. Das Angebot reicht von Prepaid-Karten, über angebliche Gratiskarten bis hin zur Kreditkarte als Teil eines Kontopaketes. Worauf bei der Wahl zu achten ist und in welcher Hinsicht sich die Angebote unterscheiden, das haben die Konsumentenschützer/-innen der Arbeiterkammer Oberösterreich für Sie untersucht.

Was ist eine Prepaid-Kreditkarte?

Im Gegensatz zur Kreditkarte, deren Umsätze über ein Girokonto belastet werden, gibt es auch Karten, die ohne Girokonto funktionieren. Es sind Kreditkarten auf Guthabenbasis. Das Geld wird auf die Karte "geladen". Grundsätzlich kann nur im Rahmen des Guthabens verfügt werden. Der Vorteil, eine Überschuldung oder ein böses Erwachen nach einem Kaufrausch ist nicht möglich.

Achtung

Anders verhält es sich, wenn das Guthaben auf ein Kreditkartenkonto eingezahlt wird. Dann kann die Kreditkartengesellschaft in „Einzelfällen“ entscheiden, ob das Kartenkonto durch Belastungen ins Minus gehen kann, zum Beispiel bei Viabuy. Aufgrund möglicher Sollzinsen kann das allerdings empfindlich teuer werden.

cash4web – ein Bon als Kreditkarte

Eine Besonderheit unter den Prepaid-Kreditkarten ist zum Beispiel cash4web von MasterCard. Dabei handelt es sich um einen Bon, der in bestimmten Verkaufsstellen erhältlich (Libro, Lidl, Trafiken und Post) und eine Stunde nach dem Kauf verwendbar ist.

Mit Ladebeträgen von 25 Euro, 50 Euro, 100 Euro oder 150 Euro eignet sich dieser Bon für Online-Käufe. Aufgrund der absoluten Beschränkung auf das geladene Guthaben ist diese Prepaid-Variante auch für Kinder und Jugendliche geeignet.

Achtung

Wer den Bon verliert, hat keinen Anspruch diesen von der Verkaufsstelle neu ausdrucken zu lassen.

Gratiskarte: Schnäppchen oder Kostenfalle?

Manche Anbieter/-innen werben mit Gratiskarten. Schaut man ein wenig genauer hin, erkennt man, dass das vermeintlich kostenlose Angebot sogar recht teuer sein kann. Wenn keine Jahresgebühr für die Karte eingehoben wird, so kann auch die Registrierungsgebühr und Gebühren für Bargeldbehebungen, das Laden der Karte und natürlich die Gebühr für Umsätze außerhalb des Euroraumes ordentlich zu Buche schlagen.

Viabuy ist nicht kostenlos!

Besonders heftig ist es, wenn man sich für eine vermeintlich kostenlose Kreditkarte entscheidet und die Jahresgebühr für die ersten drei Jahre in Höhe von 89,70 Euro gleich im Voraus bezahlen muss. So etwa bei Viabuy Prepaid MasterCard. Dieser Betrag muss innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt auf die Karte geladen werden. Ab dem vierten Jahr kostet die Karte 29,90 Euro pro Jahr. Bargeldbehebungen kosten 5 Euro und für Transaktionen in Fremdwährung wird eine Gebühr von 2,75 Prozent fällig. Falls die Viabuy-Karte 12 Monate nicht genützt wird, fallen pro Monat 9,95 Euro Ruhegebühr an, für die Rückgabe der Karte und die Kontoschließung fallen schließlich auch noch Kosten in Höhe von 10 Euro an.

Nachdem die Widerrufsbelehrung für den Vertragsrücktritt nicht den österreichischen Rechtsvorschriften entspricht, kann dieser über die im Gesetz genannten 14 Tage hinaus ausgeübt werden. Erst mit dem Zugang einer korrekten Rücktrittsbelehrung beginnt die Frist zu laufen.

Kostenlose Kreditkarte in Verbindung mit einem Girokonto

Bei den Kontopaketen der Banken gibt es oft eine Kreditkarte „gratis“ dazu. Natürlich handelt es sich dabei um ein Gesamtkonzept, die Bank kalkuliert die Kartengebühren über die Kontoführungspauschale.

Tatsächlich keine Gebühren, weder für das Konto noch für die Kreditkarte, verrechnet zum Beispiel die easybank AG, die Hello bank! (ab dem zweiten Gehaltseingang) und die bankdirekt.at (bei einem Mindesteingang pro Monat von 1.500 Euro). Es handelt sich dabei nicht um eine Prepaid-Kreditkarte.

Andere Banken haben oft Kontopakete, in denen die Kreditkarte im Paketpreis inkludiert ist. Entsprechende Angebote finden Sie im Bankenrechner.

Achtung

Wenn Banken aus einem bestehenden Kontovertrag bei dem die Kreditkarte ursprünglich inkludiert war, Ihnen mitteilt, dass bei gleichem Preis, die Kreditkarte zurückgegeben werden muss, so ist das nicht zulässig. Die Bank müsste den gesamten Kontovertrag unter Einhaltung von einer Frist von 2 Monaten kündigen. In dieser Kündigungsfrist haben Sie als Kontoinhaber/-in das Recht, Ihr Konto und die Karte zu den bisherigen Bedingungen zu nützen.

Diners Club – Einführung einer Kartengebühr

Wenn die Kreditkarte ursprünglich kostenlos angeboten wurde, darf der Vertrag mit der Konsumentin/dem Konsumenten nicht nachträglich zu seinen Lasten, zum Beispiel die Einführung einer Kartengebühr, verändert werden.

Diners informierte angeblich seine Gratiskarteninhaber/-innen von der Einführung einer Kartengebühr in Höhe von 40 Euro und forderte diese zum Widerspruch auf, wenn sie damit nicht einverstanden wären. Solche wesentlichen, einseitigen Vertragsänderungen sind durch bloße Information und stillschweigender Zustimmung der Konsumentin/des Konsumenten nicht möglich. Konsumenten/-innen haben daher das Recht, die verrechnete Gebühr zurückzuverlangen. Dann kann Diners die Karte zwar mit einer angemessenen Kündigungsfrist (zumindest 2 Monate) kündigen, in dieser Zeit kann die Karte aber natürlich noch wie zuvor eingesetzt werden.

Buchungen der Umsätze  in Echtzeit

Eine kostenlose Prepaid-Kreditkarte ist die Number26 MasterCard. Das verfügbare Guthaben wird nicht auf die Karte geladen, sondern auf das Kreditkartenkonto (bei Number26 – online-Bank) aufweist. Pro Tag können 2.500 Euro von Bankomaten behoben werden. Maximales Umsatzlimit in Geschäften beträgt 5.000 Euro im Monat.

Laut Anbieter fallen keine Sollzinsen an. Number26 verdient an den Guthabenzinsen für die Einlagen (Guthaben auf den Kreditkartenkonten) der Kunden/-innen und an der Gebühr, die die Händlerin/der Händler an die Kartenanbieterin/den Kartenanbieter für jeden Umsatz zu zahlen hat.

Advanzia Bank: kostenlos,  aber deftige Sollzinsen

Bei der Advanzia free MasterCard Gold wird zwar keine Kartenjahresgebühr und keine Gebühren bei Einkäufen verrechnet, aber die Zinsen, die für verspätete Zahlungen und für Barbehebungen verrechnet werden, haben es in sich. Es gibt keinen automatischen Einzug vom Girokonto, sondern die Abrechnung wird per Post übersandt und ist jeweils bis zum 15. des Monats zu begleichen.

Beispiel: Wenn die Zahlungsfrist überschritten wird, fallen Jahreszinsen in Höhe von 18,32 Prozent ab dem Umsatztag an! Das wären bei einem offenen Saldo von lediglich 1.000 Euro immerhin 183,20 Euro pro Jahr an Sollzinsen. Barbehebungen werden generell verzinst und zwar mit 20,8 Prozent für die Zeit ab der Behebung bis zum Rechnungsausgleich. Bei einer Behebung von 1.000 Euro würden die Zinsen für ein Jahr 208 Euro betragen. Vorauszahlungen können nicht geleistet werden, daher ist Disziplin und Pünktlichkeit nach Rechnungserhalt erforderlich.

TIPP
  • Seien Sie besonders vorsichtig bei verlockenden Angeboten!

  • Lesen Sie die Angebote und Bedingungen genau, denn jeder Anbieter kann spezielle Bedingungen haben.

  • Nutzen Sie die Karte nur in einem Rahmen, den Sie auch zurückzahlen können.


Günstig zahlen im Urlaub

Wenn Sie mit Kreditkarte zahlen, wählen Sie die Variante "Abrechnung in Landeswährung". Damit fallen keine Umrechnungszuschläge an.

Kontaktloses Zahlen

Einfach die Bankomat- oder Kreditkarte hinhalten - und schon hat man bezahlt. Das neue System funktioniert bisher gut.

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