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Nachhaltiges Palmöl? Leider Fehlanzeige!

Palmöl ist heute nicht nur sprichwörtlich in aller Munde: In immer mehr verarbeiteten Lebensmitteln, aber auch in Kosmetika, steckt das billige Öl. Seit Jahren warnen Umweltorganisationen vor den katastrophalen Umweltzerstörungen durch Palmölplantagen, für die der Regenwald vor allem in Indonesien und Malaysia gerodet wird. Insgesamt erstrecken sich die weltweiten Plantagen bereits auf einer Fläche, die halb so groß wie Deutschlands ist.

Nicht zuletzt wegen des steigenden Bewusstseins von Konsumenten/-innen sind eine Reihe von Initiativen entstanden, die vorgeben, ökologischeres Palmöl zu produzieren. Aus Sicht von Expertinnen und Experten sind diese Initiativen aber keine wirkliche Verbesserung. Wer Mensch und Natur Gutes tun will, achtet beim Einkauf darauf, wenig Produkte mit Palmöl zu kaufen und lässt Fertigprodukte im Regal liegen. Viel besser ist es, mit frischen Zutaten selbst zu kochen. 

Der Überblick über die Initiativen 

RSPO

Round Table on Sustainable Palm Oil

Dieser Runde Tisch wurde 2004 vom World Wildlife Found  (WWF) als Reaktion auf die Regenwaldzerstörung initiiert, setzt allerdings nur auf Mindeststandards. 

  • Diese Standards schließen lediglich die Abholzung von Primärwald und besonders erhaltenswerten Wäldern aus. 
  • Der Einsatz von hochgefährlichen Pestiziden ist erlaubt.
  • Eine unabhängige Kontrollinstanz existiert nicht, weshalb es auch gut dokumentierte Hinweise darauf gibt, dass einige lizensierte Unternehmen systematisch gegen die Auflagen verstoßen und teils auch illegal Regenwaldflächen roden – und damit die Vernichtung wichtiger Lebensräume vorantreiben. 

Zudem wird die freiwillige Initiative von der Palmöl-Industrie dominiert, deren 1.200 Mitglieder vor allem Palmöl-Produzenten, -Händler, -Investoren, -Verarbeiter und Banken sind. Kritiker meinen deshalb, das Siegel dient Industrie und Politik als Legitimation und zur Sicherung des steigenden Palmölbedarfs. Etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Palmöls wird durch den RSPO zertifiziert. 

Die Initiative ist also höchstens als erster kleiner Schritt in Richtung verantwortungsvolle und nachhaltige Palmölproduktion zu werten. Mit „Bio“ oder „FAIRTRADE“ hat der RSPO aber nichts zu tun.

POIG

Palm Oil Innovators Group

Die POIG, die sich ebenso wie der RSPO aus Unternehmen und NGOs zusammensetzt, ist etwas strenger. Auf Produzentenseite besteht POIG aus RSPO-Mitgliedern. Die Gruppen-Mitglieder versuchen zusätzliche soziale und ökologische Kriterien umzusetzen, denn Ziel der Gruppe ist es, mit positivem Beispiel voranzugehen und dadurch die RSPO Standards weiter zu verbessern. 

Neben den beiden Bio-Palmölproduzenten Daabon und Agropalma sind hier unter anderem auch Greenpeace und der WWF vertreten – sowie die Konzerne Ferrero und Danone.

FONAP

Forum Nachhaltiges Palmöl

Das FONAP unterscheidet sich grundlegend vom RSPO: Es ist kein Standard und nimmt keine Zertifizierung vor. Die Mitglieder des FONAP geben lediglich eine öffentliche Selbstverpflichtung ab, nur noch nachhaltig produziertes Palmöl zu verwenden.

Diese Initiative wurde von der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), Henkel, Rewe, Unilever und dem WWF gegründet und durch das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Auch bei FONAP geht es nicht darum, den Verbrauch zu reduzieren. Stattdessen will das FONAP deutsche, österreichische und schweizer Unternehmen dabei unterstützen, nur noch zertifiziertes Palmöl zu kaufen. Außerdem will das Forum die Kriterien des RSPO und anderer Zertifizierungssysteme verbessern.

Bio-Palmöl ist nicht unbedingt besser

Der größte Unterschied zwischen konventionellem und Bio-Palmöl besteht darin, dass für Bio-Palmöl keine synthetischen Dünger und Pestizide eingesetzt werden dürfen, die das Wasser und die Böden belasten. Gedüngt wird auf Bio-Plantagen mit Kompost und natürlichen Mineralien. Der Boden ist permanent bewachsen – so wird er vor Erosion geschützt und seine Fruchtbarkeit erhalten (Gründüngung). Unkraut wird manuell entfernt, Schädlinge werden mit natürlichen Mitteln bekämpft, etwa durch den Einsatz von Nützlingen.

Allerdings entstehen auch bei der Raffination von Bio-Palmöl die wahrscheinlich krebserregenden Glycidyl-Festsäureester/Glycidol und das möglicherweise krebserregende 3-Monochlorpropandiol.

Allerdings werden mit Bio-Palmöl nicht nur Umwelt, sondern auch die Arbeiter vor gefährlichen Chemikalien geschützt. Palmöl, das in Europa als „Bio“ verkauft wird, muss die Anforderungen der EU-Bio-Verordnung erfüllen. Derzeit hat es allerdings lediglich einen Marktanteil von weniger als einem Prozent. Das meiste Bio-Palmöl wird für Lebensmittel verwendet, ein kleiner Teil auch in Naturkosmetik und natürlichen Reinigungsmitteln.

Bio-Palmöl kommt, anders als das herkömmliche Palmöl, nicht aus dem Hauptbaugebieten Indonesien und Malaysia, sondern aus Südamerika und Westafrika.

Gibt es FAIRTRADE-Palmöl?

Das steigende Bewusstsein der Konsumenten/-innen hat eine weitere nachhaltigere Alternative für Palmöl entstehen lassen, die allen voran für fair gehandelte Produkte verwendet wird. Das Danieama Sustainable Palm Oil Project wurde von Dr. Bronner, einem erfolgreichen Hersteller von Naturseifen und natürliche Körperpflegeprodukte aus den USA, in Ghana initiiert.

Zwar wird das Projekt extern geprüft, FAIRTRADE-Palmöl gibt es aber noch nicht. Das Projekt liefert somit organisch-biologisches Palmöl unter den Bedingungen des Fairen Handels. Angebaut werden die Ölpalmen von organisierten Kleinproduzenten/-innen. Die Verarbeitung zu Öl erfolgt in einer Presse vor Ort.

Das Palmöl dieses Kleinbauernprojekts, namens Serendipalm, wird in Österreich vom Unternehmen EZA Fairer Handel zur Herstellung von Schokoaufstrichen und –riegeln sowie in diversen EZA-Kekssorten verwendet.

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