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Private Krankenversicherung

In Österreich haben die meisten Menschen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf eine ganze Reihe von Leistungen: weitgehend freier Besuch von Ärzten, Ambulanzen und Versorgung in Krankenhäusern sowie in Rehabilitationsanstalten. Diese gesetzliche Versicherung deckt zwar die meisten Gesundheitsrisiken ab, eine zusätzliche private Krankenversicherung bringt aber weitere Leistungen und Annehmlichkeiten – je nach Art und Umfang des gewählten Versicherungspakets und natürlich abhängig von der Höhe der zu zahlenden Prämien.

Leistungen

Krankenhauskosten-Zusatzversicherung (Sonderklasse)

Der Versicherungsschutz umfasst Leistungen für stationäre Krankenhausaufenthalte wegen Krankheit, Unfall oder Entbindung. Als stationär gilt ein Aufenthalt von mindestens 24 Stunden.

Die meisten Krankenhauskostentarife sehen vor:

  • volle Übernahme der durch Sonderklasse entstehenden Kosten
  • Direktverrechnung der Kosten mit dem Krankenhaus
  • Unterbringung im 2-Bettzimmer
  • freie Arzt- und Krankenhauswahl
  • Begleitkosten-Ersatz für Kinder bis zum 12. Lebensjahr
  • Krankenhaustransportkosten
  • Ersatztagegeld anstelle anderer Leistungen

Ambulante Heilbehandlung

Versichert sind die Kosten für ärztliche Behandlungen, ambulante Heilbehandlungen (z.B. Operation eines Muttermals), ärztlich verordnete Medikamente, Heilbehelfe (z.B. Brillen und Kontaktlinsen) sowie besondere Heilbehandlungen (z.B. Physiotherapien).


Tagegeldversicherung

  • Krankenhaustagegeld:
    leistet bei stationärer Heilbehandlung das im Vertrag vereinbarte Krankenhaustagegeld.
  • Krankengeldversicherung:
    leistet bei Arbeitsunfähigkeit als Folge von Krankheit oder Unfall das im Vertrag vereinbarte Krankengeld.

Zahnbehandlung

umfasst Leistungen für Zahnbehandlung und Zahnersatz. Aufgrund hoher Prämien, niedriger betraglicher Obergrenzen und hoher Selbstbehalte erscheinen uns die Produkt nicht attraktiv.

Versicherungsbeginn

Vorvertragliche Anzeigepflicht

Bei Vertragsabschluss sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie den Versicherungsantrag und die Gesundheitsfragen richtig und vollständig ausfüllen. Denn werden Antrags- oder Gesundheitsfragen falsch oder unvollständig beantwortet, führt dies im Schadensfall häufig dazu, dass die Versicherung die Leistung ablehnt und vom Vertrag zurücktritt.

Wann beginnt der Versicherungsschutz (Wartezeit)?

Der Versicherungsschutz beginnt zu dem in der Polizze angegebenen Zeitpunkt, sofern die Erstprämie rechtzeitig bezahlt wird.

Wartezeiten schieben den Beginn des Versicherungsschutzes hinaus. Es gibt die allgemeine Wartezeit und besondere Wartezeiten.

Die allgemeine Wartezeit beträgt in der Einzelkrankenversicherung drei Monate, in der Gruppenversicherung zumeist ein Monat. Sie entfällt z.B. bei:

  • Unfällen
  • akuten Infektionskrankheiten
  • erst nach Vertragsabschluss erkennbaren Krankheiten
  • zumeist beim Einschluss des Ehepartners oder von neugeborenen Kinder in bestehende Verträge

Besondere, längere Wartezeiten gibt es z.B. für Leistungen bei Schwangerschaft oder bei bekannten Vorerkrankungen.

Kündigung

Krankenversicherungen dürfen grundsätzlich nur auf Lebenszeit des Versicherungsnehmers geschlossen werden.

Sie enden durch

  • Tod des Versicherten

  • Kündigung des Versicherungsnehmers. Diese ist zum Ende jedes Versicherungsjahres unter Einhaltung einer Frist von einem bis drei Monaten (je nach Versicherungsgesellschaft) möglich. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen (aus Beweisgründen am besten mit eingeschriebenem Brief) und unter Einhaltung der Kündigungsfrist bei der Versicherung einlangen. Ein Kündigungsverzicht ist nur für die ersten beiden Versicherungsjahre zulässig.

  • Kündigung des Versicherers aus wichtigem Grund (z.B. wegen Prämienverzugs oder Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht).

  • Kündigung des Versicherers in der Krankengeld-, sowie der Gruppenversicherung.

Was bei anderen Versicherungssparten von Vorteil sein kann, nämlich der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter, lohnt sich in der Krankenversicherung zumeist nicht. Je älter der Versicherte bei Vertragsabschluss ist, desto höher ist seine Prämie. Eventuell finden Sie im fortgeschrittenen Alter überhaupt keinen Versicherer mehr, der bereit ist, das Krankheitsrisiko zu übernehmen.

Kann die Versicherung ruhend gestellt werden?

Bei vorübergehenden finanziellen Problemen bieten die Versicherer zumeist die Möglichkeit an, die Krankenversicherung gegen Zahlung einer geringen Prämie für einen gewissen Zeitraum ruhend zu stellen. Die Voraussetzungen dafür sowie die daran geknüpften Rechtsfolgen regeln die Versicherungen sehr unterschiedlich.

Prämienerhöhung

Prämienerhöhungen dürfen im Versicherungsvertrag nur unter bestimmten im Gesetz aufgezählten Gründen vorgesehen sein: z.B. bei Änderung

  • eines im Vertrag genannten Index
  • der durchschnittlichen Lebenserwartung
  • der Häufigkeit der Inanspruchnahme von Leistungen der zum jeweiligen Tarif Versicherten

Unzulässig sind z.B. altersbedingte oder von der Verschlechterung des Gesundheitszustandes abhängige Prämiensteigerungen.

Kommt es zu einer Prämienerhöhung, muss Ihnen der Versicherer auf Ihr Verlangen als Alternative auch die Fortsetzung des Vertrages bei gleichbleibender Prämie, allerdings mit reduzierten Leistungen, anbieten. Dadurch soll verhindert werden, dass ein Versicherungsnehmer, für den die höhere Prämie nicht erschwinglich ist, zum vollständigen Verzicht auf die Versicherung gezwungen wird.

Prämie sparen

Die Prämien hängen vom Beitrittsalter, Geschlecht, dem Sozialversicherungsträger, Bundesland und Gesundheitszustand des Versicherten bei Vertragsabschluss ab. Prämie sparen kann man z.B. durch 

  • Regionaler Tarif
    Neben dem so genannten Österreich-Tarif (zugleich Wien-Tarif) bieten die Versicherer auch günstigere Bundesländer-Tarife. Diese bergen aber die Gefahr, dass bei Spitalsaufenthalten außerhalb des Heimatbundeslandes die Kosten nicht vollständig ersetzt werden.

  • Paar- oder Familientarife
    Die Mitversicherung von Familienangehörigen ist im Vergleich zum Abschluss eigener Verträge die billigere Lösung, zum Beispiel durch Partnerrabatte. Versichern sich Paare, sind rund 5-10 % zu sparen.

  • Selbstbehalt
    Wenn Sie bereit sind, im Falle einer Erkrankung Kosten bis zu einer bestimmten Höhe selbst zu übernehmen, können Sie ebenfalls beträchtlich an Prämie sparen. Der Selbstbehalt beträgt in der Regel rund € 800,--. Die Versicherung zahlt im Krankheitsfall nur die Kosten, die darüber hinausgehen. Wer nicht öfter als alle zwei Jahre in Spitalsbehandlung muss, steigt mit Selbstbehalt meist besser aus.

  • Gruppenkrankenversicherung
    Gruppenkrankenversicherungen werden in vielen größeren Unter-nehmen den Mitarbeitern angeboten. Oft zahlt der Arbeitgeber einen Teil der Prämie als betriebliche Sozialleistung. Die Prämie ist daher zumeist deutlich niedriger als bei der Einzelversicherung.

  • Im Krankheitsfall
    Kosten sparen kann man im Krankheitsfall durch die in einigen Versicherungen enthaltene Möglichkeit „Ersatztagegeld“ zu erhalten, wenn im Spital auf die Unterbringung im Sonderklassezimmer verzichtet wird. Das Ersatztagegeld beträgt zumeist rund € 70,-- bis € 125,--.

  • Prämienrückerstattung
    Wurde die Versicherung für einen gewissen Zeitraum (z.B. ein oder zwei Kalenderjahre) nicht in Anspruch genommen, sehen manche Versicherungstarife unter gewissen Voraussetzungen die Rückerstattung eines Teils der Prämien vor.

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