18.12.2019

Ärger mit Paketdiensten?

Das bestellte Paket liegt vor der Wohnungs­türe, der Zusteller hinterlässt nur eine Benach­richtigung oder die gefällige Nachbarin übernimmt Ihre Bestellung. Die Vorweih­nachtszeit ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Transport­unternehmen eine große Heraus­forderung. Oftmals sind die Konsumentinnen und Konsumenten die Leid­tragenden. Die Konsumenten­schützer der AK Oberösterreich helfen Ihnen gerne bei Problemen mit der Paket-Zustellung weiter.

Hinterlegungszettel statt Lieferung

Betroffene Konsumenten/-innen schildern den Experten/-innen der AK Oberösterreich, dass Sie zuhause auf ein Packet warten, niemand läutet und im Postfach findet sich eine Hinterlegungs­benachrichtigung. Das ist ärgerlich und rechtlich nicht zulässig.

Sollte so etwas auch Ihnen passieren, wenden Sie sich umgehend mit einer Beschwerde an die Zustellfirma. Informieren Sie auch den Verkäufer, damit er seine Transport­firma zur korrekten Lieferung auffordert. Auch die Post­schlichtungs­stelle der RTR kann Ihnen helfen. Eine Entschädigung für die verlorene Wartezeit gibt es nicht. Allenfalls kann man die Fahrtkosten zur Abholstation von der Zustellfirma zurückverlangen, wenn der Paketshop weit weg ist. Jedoch kann es schwierig sein diese Ansprüche durchzusetzen und zu beweisen, dass man zu Hause gewesen ist.

Paket einfach ablegen - geht nicht!

  • Diese „Zustellform“ ist grundsätzlich unzulässig.

  •  Der Empfänger muss die Lieferung in Händen halten, damit sie in seinen Besitz übergeht. Wird das Paket beschädigt oder geht verloren, trägt der Versender das Risiko. 

  •  Wurde das Paket von einem Unternehmen an Sie versandt, können Sie von diesem die erneute Lieferung oder den Austausch der beschädigten Ware verlangen.

  •  Bei Verlust des Pakets müssen nicht Sie sich auf die Suche machen. Es ist egal, ob das Paket tatsächlich verlorenging, angeblich bei einem Nachbarn hinterlegt wurde oder der Zusteller sich geirrt hat.

ACHTUNG ABSTELLGENEHMIGUNG

Wenn Sie eine Abstellgenehmigung erteilt haben, übernehmen Sie das Risiko des Verlusts beziehungsweise einer Beschädigung. Zusteller dürfen Pakete deshalb nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung ablegen.

Nachbarn können Pakete übernehmen

Eine klare gesetzliche Regelung dieser sogenannten „Ersatzzustellung“ gibt es nicht. In den Geschäftsbedingungen sind oftmals entsprechende Hinweise enthalten. So ist beispielsweise bei der Post vorgesehen, dass eine Übergabe an Nachbarn grundsätzlich möglich ist.

Wollen Sie dies nicht, müssen Sie widersprechen. In der Praxis kann es zu einem Beweisproblem kommen, wenn die Ware beschädigt ist. Wenn Sie ein Paket übernehmen, entstehen keine besonderen Verpflichtungen. Allerdings dürfen Sie das Paket nicht öffnen.

Ware sofort überprüfen

Eine gesetzliche Verpflichtung zur sofortigen Kontrolle besteht nicht. Allerdings ist eine Überprüfung bei höherpreisigen und/oder empfindlichen Waren empfehlenswert. Wenn das Paket von außen erkennbar beschädigt ist, sollten Sie die Annahme verweigern und sofort reklamieren. Das Unternehmen, bei dem Sie die Ware bestellt haben, muss eine erneute Lieferung vornehmen.

Verlust oder Beschädigung beim Transport

Die Haftung für beschädigte oder verlorene Waren trifft grundsätzlich den Versender (also das Unternehmen). Ausgenommen sind jene Fälle, in denen Sie auf eigenen Wunsch ein anderes Transportunternehmen vereinbart haben. Hier geht die Gefahr einer Beschädigung

oder des Verlustes auf Sie über, sobald die Ware dem Transporteur übergeben wird.

Abholstation nutzen

Wenn Sie Pakete selber in Empfang nehmen wollen, lassen Sie diese in eine Abholstation senden. Beinahe alle Zustelldienste bieten eine online oder telefonische Umleitung der Lieferung an. Sie müssen dafür nur einen Shop oder eine Niederlassung des jeweiligen Transporteurs aufsuchen. Der zusätzliche Zeitaufwand kann sich lohnen!    

Kontakt

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Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

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