AK Oberösterreich warnt vor Online-Coaches: Hohe Kosten statt großen Gewinnen!
Plattformen wie Copecart oder digistore24 bieten selbsternannten Coaches Raum für lukrative Abzocke. Auf YouTube und Facebook werden Werbungen geschaltet und Ausschnitte aus Erklär- oder Motivationsvideos für Online Marketing gezeigt. Auf TikTok und Instagram Erfolg und Luxus vorgegaukelt. Tatsächlich aber sollen Konsument:innen viele tausend Euros für nichts bezahlen!
Lock-Botschaften in Social Media
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Statt dem schnellen Weg zum großen Geld sind aber vor allem voraufgezeichnete Coaching-Videos abrufbar und bevor es ans Geld verdienen geht muss erst mal Geld bezahlt werden.
Kosten werden verschwiegen
Sobald man auf den Link klickt und persönliche Daten hinterlegt, folgt ein Anruf eines - an den Provisionen - beteiligten Mitarbeiters, um Interessent:innen zu einer Anmeldung zu bewegen.
Laut Betroffenen werden die tatsächlichen Kosten verschwiegen und die notwendige Anfangsinvestition heruntergespielt. Gleichzeitig werden mit den immer gleichen Phrasen hohe Gewinne in Aussicht gestellt.
Zeitdruck bei Vertragsabschluss
Im telefonischen Erstgespräch oder über Videokonferenz werden die Interessent:innen unter Zeitdruck gesetzt und sofort zum Vertragsabschluss gedrängt. Dieser wird über eine Wiederverkaufsplattform wie Copecart oder digistore24 abgewickelt. Auch Ratenzahlung wird angeboten. Offene Beträge werden dann von den Plattformen eingemahnt.
Keine Aufklärung über Rücktrittsrechte
Betroffene, die sich beim Konsumentenschutz der AK Oberösterreich meldeten, wurden nicht über die wichtigsten Vertragsbedingungen wie Dauer, Kosten oder Rücktrittsrechte des Coaching-Vertrags informiert.
In einem Fall wurden zum Beispiel im Erstgespräch Kosten um die 260 Euro erwähnt, die Rechnung von Copecart belief sich dann jedoch auf 4.760 Euro. Die Überraschung und Verzweiflung der meist jungen Konsument:innen ist groß, wenn sie zur Zahlung dieser Summen aufgefordert werden. Anstatt dem großen Geld, kommen große Probleme auf sie zu.
Hilfe für Betroffene
Fast alle Betroffene haben ein Rücktrittsrecht. Nach Meinung der Konsumentenschützer:innen, kann der Vertrag auch wegen Irreführung und „Verkürzung über die Hälfte“ (= krasses Wertmissverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung bei Vertragsabschluss) angefochten werden. Die Arbeiterkammer Oberösterreich unterstützt daher betroffene Mitglieder.
Faustregel für Erwerbsangebote im Internet
Niemals zu Vertragsabschlüssen drängen lassen und keinesfalls Beträge überweisen, wenn Geld verdient werden soll.