12.07.2021

Traumreise zum Schnäppchen­preis? Besser Finger weg davon!

Seit Jahren sind Billig-Reiseangebote auf dem Vormarsch. Online Plattformen wie Opodo oder Travelgenio locken mit günstigsten Preisen. Billigflug­linien animieren dazu, die ganze Welt um ein paar Euro zu bereisen. Für viele Reisende wurden die vermeintlich günstigen Reisemöglichkeiten corona­bedingt zur Zerreißprobe - unzählige blieben auf ihren Kosten sitzen!

Online-Portale oft keine guten Partner

So laut und präsent die Werbung der Billiganbieter war, so still und unerreichbar waren sie bei Reklamationen und Rückerstattungen. Tausende Konsumentinnen und Konsumenten wandten sich an die AK-Konsumentenschützer, weil Beschwerden von Buchungs­plattformen und Online-Vermittlern unerledigt blieben. Immer wieder wurde an andere Stellen verwiesen oder rechtswidrige Lösungen angeboten. Für die bei Vertrags­abschluss verrechnete Bearbeitungsgebühr gab es keine Unterstützungs­leistungen.

Ein Beispiel dafür, wie Kunden/-innen von Online-Plattformen im Kreis geschickt werden ist das Schicksal von Herrn S. Er versuchte die Steuern und Taxen seines stornierten Fluges in der Höhe von 600 Euro von der Fluglinie Ethiopian Air als auch vom Vermittler Travelgenio zurück zu erhalten. Die Airline verwies immer nur auf den Vermittler. Eine Kontaktaufnahme mit Travelgenio war jedoch aussichtslos. Für die Konsumentenschützer der AK OÖ hat diese Vorgehensweise durchaus System.

Billigfluglinien ignorieren Konsumenten-Rechte

  • Ein gekauftes Ticket beinhaltet bei allen Fluglinien unter anderem Steuern, Gebühren und Taxen. Diese werden im Vorhinein verrechnet, fallen jedoch erst an, wenn der Flug angetreten wird. Nach EU-Recht müssen diese Beträge von der Airline zurückbezahlt werden, wenn der Flug abgesagt, storniert oder nicht angetreten wird.

  •  Die ungarischen Billigfluglinie WizzAir hält jedoch nichts von diesen gesetzlichen Regelungen. WizzAir weigert sich diese - oft erheblichen - Beträge zu erstatten. 

  • Die Airline bereichert sich auf Kosten der Konsumentinnen und Konsumenten und stellt ein Musterbeispiel für kundenfeindliches Vorgehen dar. 

  • Intensive außergerichtliche Bemühungen der Konsumentenschützer blieben bei WizzAir bislang ohne Erfolg. Die gerichtliche Durchsetzung der Ansprüche in Ungarn ist ebenfalls nicht erfolgsversprechend.

Neben den geschilderten Problemen sind Konsumentinnen und Konsumenten bei Billiganbietern oft unzulässigen Bearbeitungs­gebühren bei Stornierungen, monatelangen Wartezeiten auf Rückmeldungen, ausgesetzt. Unzureichendes oder fehlendes Kundenservice bei Verspätungen oder Flugabsagen ist an der Tagesordnung.

Reisebüros sind oft verlässlicher

Die AK-Konsumentenschützer empfehlen daher für den bevorstehenden Urlaub: Seien Sie umsichtig bei der Auswahl Ihres Reiseunternehmens. Die Buchung über ein verlässliches Reisebüro, eine Direktbuchung beim Reiseveranstalter aber auch eine Direktbuchung bei der Fluglinie erscheinen eventuell etwas teurer - kann Ihnen aber viel Ärger und Mehrkosten sparen. Damit Ihr Urlaub auch wirklich die schönste Zeit im Jahr wird!

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E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

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