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Fair Fashion Finder

Mit dem Fair Fashion Finder, dem Online-Portal für faire Mode, finden Sie schnell und einfach faire Mode in Ihrer Nähe.

Das Portal bietet umfassende Informationen zu aktuellen Kollektionen und sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen von rund fünfzig jungen und etablierten Modelabels mit fairer Produktion.

Eine bequeme Suchfunktion ermöglicht, Mode nach bestimmten Kriterien zu suchen. Schnittstellen zu Online-Shops und eine Google Map mit rund achtzig Stores zeigen Einkaufsmöglichkeiten im gesamten deutschen Sprachraum auf.

Ein Online-Magazin berichtet über Trends, Events, Modelabels, sowie Shops, bietet Produktvergleiche und publiziert Hintergrundberichte zu sozialen und Ökologischen Aspekten der globalen Bekleidungsindustrie.

Faire Mode - wie verlässlich Standards sind

Im Auftrag der AK Oberösterreich haben "BSD Consulting" und "GET CHANGED! The Fair Fashion Network" unabhängige Nachhaltigkeitsstandards für den Bekleidungssektor bewertet. Von insgesamt über 100 Nachhaltigkeitsstandards im Bekleidungs- bzw. Textilsektor wurden die neun bekanntesten Standards ausgewählt. Fazit: Ein Label alleine, reicht nicht aus, um die Nachhaltigkeit eines Produktes zu garantieren und beim Thema Sozialstandards sowie bei der Glaubwürdigkeit und Effektivität eines Standards gibt es noch viel zu tun.

Die Untersuchung zeigt: Um in allen Produktionsschritten hohe soziale und ökologische Standards sicherzustellen, braucht ein Unternehmen eine Kombination von Nachhaltigkeitsstandards. Besonders empfehlenswert sind gemäß vorliegender Bewertung die Standards:

  • FWF
  • GOTS
  • IVN Best
  • FLO Certified Cotton

Außerdem zeigen die Ergebnisse im Bereich Glaubwürdigkeit und Effektivität, dass eine Modefirma sich nicht alleine auf dem Kauf eines Nachhaltigkeitsstandards oder -zertifikats ausruhen kann. Um die Produktion nachhaltiger zu gestalten, muss eine Modefirma eine umfassende Strategie aufbauen.

Für Konsumenten/-innen ist die Situation schwierig zu überschauen. Deshalb kooperiert der AK Konsumentenschutz Oberösterreich mit der Internetplattform "GET CHANGED! The Fair Fashion Network". Unter www.getchanged.net finden Konsumenten/-innen Firmen, die vor allem mit den Nachhaltigkeitsstandards arbeiten, die in der Bewertung gut abschneiden.

Der Standardvergleich beruht auf drei Kernfragen:

  1. Was deckt der Standard ab?
    Die Produktion von Bekleidung findet in verschiedenen Teilprozessen statt (Faserproduktion, Textilproduktion, Konfektion). Die einzelnen Produktionsschritte sind in der Regel über verschiedene Orte verteilt. Bei der Produktion entstehen negative Folgen für Mensch und Umwelt. Ein Nachhaltigkeitsstandard sollte das Ziel haben, diese negativen sozialen und ökologischen Effekte zu reduzieren. Die Frage „Was deckt der Standard ab?“ klärt, in welchen Prozessstufen einer Produktionskette (Faserproduktion, Textilproduktion, Konfektion) ein Standard überhaupt die Verbesserung sozialer und/oder ökologischer Aspekte einfordert. 


  2. Wie umfassend deckt der Standard soziale und ökologische Themen ab? 
    Hier geht es um die Frage, wie umfassend ein Standard Vorgaben zu den wichtigsten sozialen (ILO Kernarbeitsnormen, Arbeitsstandards, Löhne, Arbeitssicherheit etc.) und ökologischen Aspekten (Schutz von Böden & Wald/Artenvielfalt, Chemikalien, Wasser) definiert. Bei dieser Frage geht es noch nicht darum, ob diese Vorgaben auch tatsächlich umgesetzt werden.

  3. Wie glaubwürdig und effektiv ist das Standardsystem?
    Ein Standard kann die besten sozialen und ökologischen Standards definieren, diese aber nicht glaubwürdig und effektiv umsetzten. Deshalb wurde analysiert, wie gut das System der Nachhaltigkeitsstandards aufgestellt ist. Ein gutes Standardsystem macht es wahrscheinlicher, dass die definierten sozialen und ökologischen Standards auch tatsächlich umgesetzt werden.

Ein Standard allein, reicht nicht

Kein Standard deckt in allen Prozessstufen der Lieferkette soziale und ökologische Aspekte zufriedenstellend ab. Wenn eine Modefirma soziale und ökologische Aspekte über die gesamte Lieferkette mit Hilfe von Nachhaltigkeitsstandards glaubwürdig abdecken möchte, dann müssen mehrere Standards kombiniert werden.

Der weit verbreitete ÖkoTex 100 Standard stellt unter den Standards hinsichtlich der Abdeckung eine Ausnahme dar. Bei ihm werden keine sozialen oder ökologischen Standards für die einzelnen Produktionsschritte aufgestellt und kontrolliert. Hier wird lediglich im Labor getestet, ob das Endprodukt Substanzen enthält, die für die Träger der Kleidung schädlich sein könnten.

Überkonsum kein Thema

Keiner der untersuchten Standards deckt den Bereich „End of Life“ ab. Das heißt, dass Nachhaltigkeitsstandards für Bekleidung das ökologisch relevante Thema des Überkonsums nicht thematisieren. Damit beschränken sich die untersuchten Nachhaltigkeitsstandards im ökologischen Bereich auf die Verringerung der negativen ökologischen Auswirkungen in der Produktion.

Sechs Standards decken die Produktionsphase „Faserproduktion“ ab. GOTS, IVN Best und Bluesign decken nur ökologische Aspekte ab. CmiA, BCI und FLO Certified Cotton thematisieren soziale und ökologische Aspekte.

Drei Standards (GOTS, IVN Best, Bluesign) konzentrieren sich auf ökologische Aspekte in der Produktionsphase „Textilproduktion“. Soziale Aspekte werden hier insgesamt von den Standards eher am Rande betrachtet.

Zwei Standards (BSCI, FWF) konzentrieren sich ausschließlich auf soziale Aspekte in der Produktionsphase „Konfektion“. FLO Certified Cotton deckt neben der Konfektion zusätzlich auch soziale Standards in der Rohstoff- und Textilproduktion ab. Zwei weitere Standards (GOTS, IVN Best) decken sowohl soziale als auch ökologische Aspekte in der Konfektion ab.

Soziale Standards nur halbherzig angegangen

Zwar decken fast alle der untersuchten Nachhaltigkeitsstandards soziale Aspekte (ILO Kernarbeitsnormen, Löhne, Fabriksicherheit etc.) ab, aber die wenigsten tun dies umfassend. Am besten schneidet die FWF ab. Die BSCI, GOTS, IVN Best und FLO Certified Cotton schneiden im Sozialstandardbereich nur durchschnittlich ab, vor allem, weil ein ernsthaftes Bemühen fehlt, Existenzlöhne umzusetzen.

Bei den Standards FLO Certified Cotton, CmiA und BCI sind bei der Bewertung der sozialen Aspekte zusätzlich die Standards und Praktiken zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Baumwollbauern berücksichtigt, weshalb die FLO relativ gut abschneidet.  

GOTS, IVN Best und Bluesign decken ökologische Aspekte relativ umfassend ab, wobei sich GOTS und IVN Best vor allem auf Naturtextilien beziehen und Bluesign eher bei synthetischen Fasern Anwendung findet. Bei den ökologischen Aspekten im Baumwollbereich sind CmiA, BCI und FLO Certified Cotton eher als Einstiegsstandards zu verstehen.

Nachholbedarf bei Glaubwürdigkeit und Effektivität

Hier wurden folgende sieben Kriterien bewertet: (1) Governance & Einbezug von Standards beim Setzen von Standards, (2) Transparenz, (3) Rückverfolgbarkeit, (4) Kontrolle & Verifizierung, (5) Beschwerdesystem, (6) Managementsysteme, (7) Trainings. Nur ein Nachhaltigkeitsstandard – die FWF – schneidet in diesem Bereich empfehlenswert ab. Alle anderen Standards weisen noch Lücken auf, wobei CmiA, Bluesign und ÖkoTex 100 besonders lückenhaft sind. 

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