04.11.2026

AK-Kinderbetreuungsatlas 2026: So steht es um die Kinderbildung und -betreuung in Schärding

Für berufstätige Eltern hängt vieles mit bedarfsgerechter Kinderbetreuung vor Ort zusammen. Sei es beim Wiedereinstieg, dem Arbeitszeitausmaß oder der Urlaubsplanung. Der AK-Kinderbetreuungsatlas 2026 gibt einen Überblick zu den aktuellen Rahmenbedingungen in den Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen in Oberösterreich, sofern die Gemeinden mitmachen. Im Bezirk Schärding haben sich viele Gemeinden geweigert, die Daten bekannt zu geben.

Rund zwei Drittel der 438 Gemeinden in Oberösterreich teilten ihre Infos zur Kinderbildung und -betreuung dem Institut für Empirische Forschung (IFES) mit, das im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich die Daten für den AK-Kinderbetreuungsatlas erhoben hat. Ein kleinerer Teil hat die Mitarbeit komplett verweigert. Da sticht der Bezirk Schärding besonders hervor. Von den 30 Gemeinden im Bezirk Schärding sind jene sechs Gemeinden, die mit dem IFES zusammengearbeitet haben besonders hervorzuheben. Es sind dies: Altschwendt, Eggerding, Esternberg, Münzkirchen, Schärding und Taufkirchen an der Pram.  

Teilnehmende Gemeinden schneiden gut ab

Der Kinderbetreuungsatlas 2026 zeigt für die teilnehmenden Gemeinden ein stabiles Bild im Vergleich zum Vorjahr: Die Gemeinden Münzkirchen, Schärding und Esternberg erreichen die höchste Kategorie 1A. Esternberg konnte sich sogar von A im Jahr 2025 auf 1A verbessern, da sie weniger Schließtage bei Einrichtungen für Volkschulkinder haben. Auch die Gemeinde Taufkirchen an der Pram erreicht wie im Vorjahr die Kategorie A.  

Altschwendt wird aufgrund kürzerer Öffnungszeiten und zu vieler Schließtage von A im Vorjahr auf B heruntergestuft. Die Gemeinde Eggerding erreichte insgesamt die Bewertung C. Einen extra Pluspunkt erhält Eggerding für den „gesunden Kindergarten“.  

Öffnungszeiten und Schließzeiten beeinflussen Vereinbarkeit

Neben dem Betreuungsumfang in Form der täglichen und wöchentlichen Öffnungszeiten sind Schließzeiten ein wesentlicher Faktor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf über alle Altersgruppen hinweg. Das OÖ. Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz sieht vor, dass Bildungseinrichtungen mindestens 47 Wochen pro Jahr geöffnet sein müssen. Ist der Bedarf gegeben, dürfen die Einrichtungen nicht länger als fünf Wochen geschlossen sein.

Im Bezirk Schärding erfüllen drei von sechs mitwirkenden Gemeinden das Schließzeiten-Kriterium für Krabbelstuben nicht und zwei von sechs Gemeinden erfüllen das Kriterium für Kindergärten nicht. Zusätzliche Schließzeiten während der Ferientage können für berufstätige Eltern zu einer Herausforderung werden, wenn keine alternative Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht.

„Eine gute Kinderbetreuung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Eltern arbeiten und Familien ihren Alltag verlässlich organisieren können. Wenn die Bürgermeister:innen glauben, ohne Datenangabe stehen sie besser da, dann verweigern sie sich der Realität. Denn ein gutes oder schlechtes Betreuungsangebot spricht sich herum und beeinflusst immer öfter die Wohnsitz-Wahl von Familien in Oberösterreich“, hält AK-Präsident Andreas Stangl fest.  

Offensive für Betreuungsplätze und Fachkräfte starten

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher einen Rechtsanspruch auf einen qualitätsvollen Betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr bis zum Ende der Volksschule. Dazu braucht es eine verpflichtende und professionelle Bedarfserhebung in den Gemeinden und Bezirken, damit der Ausbau eines vollzeittauglichen Betreuungsangebotes flächendeckend umgesetzt werden kann.

Es braucht dazu eine nachhaltige finanzielle Absicherung der Gemeinden, um den Ausbau der Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen zu sichern, sowie eine Ausbildungsoffensive für genügend Fachkräfte.  

Oberösterreichische Kinderbildung und -betreuung auf dem Prüfstand

Seit 27 Jahren untersucht die Arbeiterkammer Oberösterreich die Situation der institutionellen Kinderbildung und -betreuung im Land und gibt dazu den AK-Kinderbetreuungsatlas heraus. An der Erhebung des Instituts für Empirische Sozialforschung (IFES) zwischen Mai und Juli 2026 haben sich 279 Gemeinden (64 Prozent) beteiligt. 159 Gemeinden (36 Prozent) verweigerten die Auskunft.

Der AK-Kinderbetreuungsatlas bewertet das Angebot für Unter-Dreijährige, Drei- bis Sechsjährige und Volksschul-Kinder hinsichtlich Öffnungszeiten, Mittagsangebot und jährlicher Schließzeiten. Auf Basis dieser Kategorien werden die Gemeinden in die Kategorie 1A bis D eingestuft. Für Sonderprojekte wird zusätzlich ein „Plus“ (+) vergeben.

Alle Infos zur Gesamtbewertung, Kategorien, Altersgruppen und Zielvorgaben der EU (Barcelona-Ziele) für alle oberösterreichischen Gemeinden gibt es in der digitalen Ausgabe des AK-Kinderbetreuungsatlas 2026 unter kba.arbeiterkammer.at.

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