Gesundheitsversorgung: Zufriedenheit der AK-Mitglieder im Mühlviertel hat den Tiefststand erreicht
Immer mehr Versicherte sind mit der Gesundheitsversorgung in Oberösterreich unzufrieden. „Die Zufriedenheit unserer Mitglieder im Mühlviertel ist gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken und hat einen Tiefststand erreicht“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
In den Bezirken Freistadt, Perg, Rohrbach und Urfahr-Umgebung sind aktuell nur mehr 40 Prozent der befragten AK-Mitglieder mit dem Gesundheitssystem zufrieden. Das sind um sechs Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 22 Prozent der Befragten sind wenig bis gar nicht zufrieden. 53 Prozent fühlen sich stark oder sehr stark durch langes Warten auf einen Termin bei einer Fachärztin bzw. einem Facharzt, für eine Untersuchung oder für eine Operation belastet. 46 Prozent haben gar keinen Termin erhalten, weil keine neuen Patient:innen aufgenommen werden.
Lange OP-Wartezeiten
Ein großes Problem sind nach wie vor die Wartezeiten auf Operationen. 46 Prozent der Befragten im Mühlviertel mussten länger als drei Monate auf eine OP warten. Die Entwicklungen im öffentlichen Gesundheitssystem führen dazu, dass immer mehr Versicherte auf teure Wahl- und Privatärzt:innen ausweichen. 26 Prozent haben nämlich keinen Termin in einer Kassenordination erhalten.
„Somit ist Gesundheitsversorgung längst eine Frage des Geldes. Das geht auf Kosten der Gesundheit jener Menschen, die sich Wahlärzt:innen oder Zusatzversicherungen nicht leisten können oder möchten“, so AK-Präsident Stangl.
Forderungen der AK OÖ:
- Es braucht eine gerechte, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle Menschen im Innviertel.
- Wartezeiten auf Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung müssen in allen Bereichen drastisch reduziert werden. Es braucht vor allem eine faire und transparente Terminvergabe bei geplanten Operationen.
- Die offenen Kassenstellen müssen dringend nachbesetzt und die Primärversorgungszentren ausgebaut werden. Es muss ein Rechtsanspruch geschaffen werden, der die Versorgung durch eine:n Allgemeinmediziner:in sicherstellt.
- Solange eine kassenärztliche Unterversorgung besteht, müssen die Versicherten den vollen Kassenarzttarif ersetzt bekommen, wenn sie zu einem Wahlarzt oder einer Wahlärztin ausweichen.
- Die Arbeitnehmer:innen müssen als Versicherte in der Österreichischen Gesundheitskasse wieder die klare Mehrheit bekommen. Es muss regional gewährleistet werden, dass die Beiträge der Versicherten dort verwaltet werden, wo sie arbeiten und leben.
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