21.06.2019

AK-Tagung „Jugend­netz­werke“ in Wels: Was macht ausgrenzungs­gefährdete Jugendliche stark?

Ausgrenzungsgefährdete Jugendliche sollen bessere Chancen für den Einstieg in die Berufsausbildung bekommen. Um dieses Ziel zu erreichen, treffen sich regelmäßig soziale Organisationen, Institutionen, Betriebe und Schulen in allen oberösterreichischen Regionen im Rahmen der „Jugendnetzwerke“ der Arbeiterkammer. Kürzlich diskutierten die Netzwerk-Partner/-innen aus dem Bezirk Wels, wie ausgrenzungsgefährdete Jugendliche trotz des enormen Drucks in dieser Lebensphase gestärkt werden können. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fasst zusammen: „Wenn man die Jugendlichen ernst nimmt, respektiert und ihre Stärken, vor allem im praktischen Bereich, fördert, dann werden sie sich bei der Ausbildung im Betrieb zum Positiven entfalten.“

Jugendliche leiden unter hohem Druck

Das Zauberwort dafür heißt in der Fachsprache Resilienz – oder psychische Widerstandsfähigkeit. Je höher diese ist, desto leichter können die jungen Menschen mit schwierigen Lebensumständen umgehen. Und der Druck auf Jugendliche ist ja nicht gerade gering: Die schulischen Noten sollen passen, man soll sich für einen Beruf entscheiden, der Druck der sozialen Medien ist immens, zu Hause gibt es oft Streit mit den Eltern, das Taschengeld reicht nie aus und der Körper sowie die Hormone spielen manchmal verrückt. Das kann auch zu schlimmen Krisen führen.

Junge Erwachsene unter­stützen

Was stärkt nun ausgrenzungsgefährdete Jugendliche? Mit diesem Thema setzten sich die Partnerinnen und Partner der Jugendnetzwerke der Arbeiterkammer Oberösterreich im regionalen Jugendnetzwerk-Dialog in Wels auseinander. Die gute Nachricht: Resilienz ist kein abgeschlossener Prozess. Resilienz kann man erwerben und stets weiterentwickeln. Umso wichtiger ist es, dass Schulen und Unternehmen Beiträge leisten, um jungen Menschen auf die Beine zu helfen und sie zu stärken. Wertschätzung, gute Beziehungen sowie Mitbestimmung und -gestaltung sind einige Faktoren, die Jugendliche resistenter machen, waren sich die Teilnehmer/-innen an der Tagung einig.

Schwache stärken und alle profitieren

„Wir sind auf unsere integrative Lehrausbildung sehr stolz. Es ist uns wichtig, schwächere Jugendliche zu stärken und ihnen eine Chance zu geben. Davon profitieren sowohl wir als Betrieb als auch die Lehrlinge. Neben einer gewissen Offenheit braucht es dazu starke Partner. In der Caritas Oberösterreich mit dem Projekt Industrie haben wir eine solche Partnerin gefunden“, berichtet Jochen Jobst, Lehrlingsausbilder der Firma Trumpf Maschinen Austria in Pasching.

Und Doris Kainerstorfer, Direktorin der Neuen Mittelschule 2 in Wels, erzählt: „Wir haben 220 Schülerinnen und Schüler aus 22 Nationen. Unterschiedliche Lernbedarfe stehen bei uns also an der Tagesordnung. Wir bemühen uns, wo es nur geht, unsere Jugendlichen zu stärken. Hilfreich wären jedoch kleinere Schulklassen und generell mehr Unterstützung für städtische Neue Mittelschulen.“

Schule und Betrieb sind große Stützen

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher, dass sich Schule und Betriebe bewusst sind und bewusst werden, dass sie wichtige Stützen für junge Menschen sind. Jugendliche sollten gestärkt und entsprechend wertgeschätzt werden. „Anstatt immer über den Fachkräftemangel zu klagen, wäre es effizienter, Verantwortung zu übernehmen und Mädchen und Burschen ernst zu nehmen, zu respektieren und ihre praktischen Stärken zu fördern. Dann werden sie sich bei der Ausbildung im Betrieb zum Positiven entfalten“, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Beispiele dazu gibt es im Jugendnetzwerk Oberösterreich. Dort engagieren sich Betriebe, die auch offen für schwächere Jugendliche sind. Nähere Informationen zu den Partnern/-innen, Veranstaltungen und Aktivitäten der Jugendnetzwerke der Arbeiterkammer Oberösterreich finden Sie unter www.jugendnetzwerk-ooe.at . 

Jugendnetzwerk-Dialog Wels © -, Arbeiterkammer Oberösterreich
Jugendnetzwerk-Dialog Wels © -, Arbeiterkammer Oberösterreich

Der Jugendnetzwerk-Dialog in Wels setzte sich mit der Stärkung ausgrenzungsgefährdeter Jugendlicher auseinander (v.l.n.r.): 

Andreas Girzikovsky (Schulpsychologie OÖ), Michaela Petz (AK-Bezirksstellenleiterin Wels), Doris Kainerstorfer (NMS 2 Pernau), Jochen Jobst (Trumpf Maschinen Austria) 

"Wenn man die Jugendlichen ernst nimmt, respektiert und ihre Stärken, vor allem im praktischen Bereich, fördert, dann werden sie sich bei der Ausbildung im Betrieb zum Positiven entfalten."

Dr. Johann Kalliauer

AK Präsident

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"Wenn man die Jugendlichen ernst nimmt, respektiert und ihre Stärken, vor allem im praktischen Bereich, fördert, dann werden sie sich bei der Ausbildung im Betrieb zum Positiven entfalten."

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