23.07.2020

Alle Hände voll zu tun in der Corona-Zeit: Be­ratungen der AK Rohrbach stiegen auf mehr als das Zwei­einhalbfache

Die Covid-19-Pandemie löste weltweit eine Krise in bisher noch nicht gekanntem Ausmaß aus. Das fordert(e) die Arbeit­nehmer/-innen so stark wie noch nie. Rekord­arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Ängste vor Jobverlust, Probleme bei der Organisation der Kinderbetreuung und finanzielle Sorgen der Beschäftigten schlugen sich auch in den Beratungs­zahlen der Arbeiter­kammer Rohrbach nieder: Bis zum Shutdown Mitte März gab es 570 Anrufe bei den AK-Beratern im Bezirk, ab dann bis Ende Mai mehr als zweieinhalb Mal so viele, nämlich 1.509. Darüber hinaus wurden 158 Mails mit arbeitsrechtlichen Fragen individuell und persönlich beantwortet. In ganz Oberösterreich wurden am Spitzentag, dem 16. März, 5.011 verzweifelte Anrufer/-innen registriert.

Beratung per E-Mail und Telefon

Der Shutdown und die damit verbundenen Folgen für die Menschen wirkte sich entsprechend auch in der Be­ratung der AK Rohrbach aus. „Wir stellten ein zuverlässiges Beratungsangebot per Telefon und E-Mail sicher, das von unseren Mitgliedern auch intensiv genutzt wurde“, berichtet AK-Bezirks­stellenleiter Manfred Riepl, MAS. „Noch schwieriger war aber die Umstellung bei den Rechtsauskünften. Da war vieles neu – völlig neue Gesetze, permanente Änderungen, wochenlang eine Flut an Verordnungen, viel Verwirrung um Regelungen. Eine Rechtsauskunft, die um 16 Uhr erteilt wurde, konnte schon nächsten Tag in der Früh wieder überholt sein.“

Unklarheit: Risikogruppe

Hauptthemen der An­fragen waren Kündigungen, Kurzarbeit, Kinderbetreuung, mangelnde Sicherheits­vorkehrungen (Abstände, Schutz­masken, Desinfektion), Homeoffice und zuletzt arbeitsrechtliche Fragen rund um Auslands­urlaube. Besonders viele Anfragen von verunsicherten Beschäftigten gab es – auch wegen der medialen Berichterstattung – zum Thema „Risikogruppen“. Riepl zählt ein paar Beispiele für Fragen aus der Beratung auf: „Ich habe eine schwere Lungen­krankheit, muss ich zur Arbeit gehen?“,  „Vor einem Jahr hatte ich einen Herzinfarkt, gehöre ich zur Risikogruppe?“, „Meine Frau hat Diabetes und ist gefährdet, gelten Regelungen für Risikogruppen auch für mich?“, „Was brauche ich für eine Frei­stellung?“, „Kann der Hausarzt die Einstufung in die Risikogruppe entscheiden?“

Gerade bei diesen Fragen konnten die AK-Berater lange keine eindeutigen Ant­worten geben. Der Grund dafür: „Trotz mehrfacher Ankündigung ließ die Regierung die Beschäftigten mit Vorerkrankungen wochenlang im Regen stehen. Die erste öffentliche An­kündigung, dass die Risikogruppen besonders geschützt werden, gab es am 30. März, beschlossen wurde die Regelung aber erst 5 Wochen später, am 5. Mai.“

Ein Fall aus dem Arbeits­recht abseits von Corona: 3.000 Euro Jubiläumsgeld nicht bezahlt

Zur täglichen Routine der Arbeiterkammer Rohrbach gehören Überprüfungen von Lohnabrechnungen und von End­abrechnungen, wenn das Dienst­verhältnis beendet wurde. Dabei werden oft falsche Einstufungen im Kollektivvertrag, fehlende KV-Erhöhungen oder falsche Abfertigungsberechnungen festgestellt.

Auch eine Frau aus dem Bezirk ließ sich nach der einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses die Endabrechnung kontrollieren. Dabei stieß der Be­rater der Arbeiterkammer auf Ungereimtheiten. Denn das im Kollektivvertrag vorgesehene Jubiläumsgeld nach langer Dienstzeit war in der Auf­stellung nicht enthalten. Die AK intervenierte daraufhin beim Arbeit­geber. Der aber behauptete, dass der Frau das Geld nicht zustehe. Erst nach einigem Hin und Her sah die Firma ihren Fehler ein und überwies der Arbeit­nehmerin den vorenthaltenen Betrag von rund 3.000 Euro.

Wir stellten ein zuverlässiges Beratungs­angebot per Telefon und E-Mail sicher, das von unseren Mit­gliedern auch intensiv genutzt wurde.

MAnfred Riepl, MAS

AK-Bezirksstellenleiter

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4150 Rohrbach
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MAnfred Riepl, MAS

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