AK-Kinderbetreuungsatlas 2026: So steht es um die Kinderbildung und -betreuung im Bezirk Kirchdorf
Für berufstätige Eltern hängt vieles mit bedarfsgerechter Kinderbetreuung vor Ort zusammen. Sei es der Wiedereinstieg, das Arbeitszeitausmaß oder die Urlaubsplanung. Der AK-Kinderbetreuungsatlas 2026 schafft Transparenz zu den aktuellen Rahmenbedingungen wie Öffnungszeiten, Mittagsangebot und Schließzeiten in den Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen der oberösterreichischen Gemeinden. Im Bezirk Kirchdorf gibt es große Unterschiede beim Angebot der Kinderbildung und -betreuung.
Während viele Gemeinden gute und teilweise vollzeittaugliche Rahmenbedingungen bieten, ist das Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige bei Öffnungszeiten, Mittagsverpflegung und Schließzeiten vielfach noch eingeschränkter. Gleichzeitig bleiben zu lange Schließzeiten über alle Altersgruppen hinweg ein zentrales Problem.
Weniger 1A-Gemeinden im Bezirk Kirchdorf als im Vorjahr
Der Kinderbetreuungsatlas 2026 zeigt im Bezirk eine Verschlechterung gegenüber dem
Vorjahr: Nur Zwölf der 23 Gemeinden im Bezirk Kirchdorf erreichen aktuell die höchste Kategorie 1A (2025: 13 Gemeinden). Dies sind: Inzersdorf im Kremstal, Kirchdorf an der Krems, Kremsmünster, Micheldorf, Molln, Nußbach, Pettenbach, Ried im Traunkreis, Rosenau am Hengstpass, Schlierbach, Steinbach am Ziehberg und Windischgarsten. Auch die Anzahl der A-Gemeinden ist gesunken: Nur drei Gemeinden statt sechs konnten der Kategorie A zugeordnet werden.
Ausschlaggebend sind Verschlechterungen bei den Kriterien Öffnungszeiten und Schließtage. Aufgrund zu vieler Schließtage und kürzerer Öffnungszeiten wurden vier Gemeinden zurückgestuft: Das sind Eldbach, Grünburg, Klaus an der Pyhrnbach, Spital am Pyhrn und St. Pankraz.
Trotz des Rückgangs liegt der Anteil der 1A-Gemeinden im Bezirk Kirchdorf mit 52,2 Prozent weiterhin deutlich über dem oberösterreichweiten Durchschnitts-Wert von rund 36 Prozent. Je drei Gemeinden wurden in der Gesamtbewertung den Kategorien B oder C zugeordnet. Keine Gemeinde im Bezirk Kirchdorf musste in die niedrigste Kategorie D eingestuft werden.
Mangelndes Angebot für Unter-Dreijährige erschwert Wiedereinstieg
Besonders schwierig ist die Betreuungssituation für Kinder unter drei Jahren. Für viele Eltern ist es nach wie vor nicht selbstverständlich, nach der einkommensabhängigen Karenz – dem am häufigsten gewählten Karenz-Modell mit 12 oder 14 Monaten – unmittelbar einen Betreuungsplatz zu finden. In einzelnen Gemeinden im Bezirk Kirchdorf beginnt die Aufnahme erst ab dem 18. Lebensmonat, als spätestes Erstaufnahmealter wurden 24 Monate angegeben.
Nur zwei Gemeinden erreichen bei den Unter-Dreijährigen die Kategorie 1A. Das sind Rosenau am Hengstpass und Windischgarsten. Sie erfüllen alle drei Kriterien für diese Altersgruppe und bieten somit eine Betreuung an, die eine Vollzeitbeschäftigung ermöglicht. Voraussetzung dafür sind unter anderem Öffnungszeiten von Montag bis Donnerstag von mindestens 9,5 Stunden täglich und mindestens 45 Stunden pro Woche.
Schließzeiten betrifft besonders Kindergarten-Kinder
Wesentlich besser ist die Situation bei den Drei- bis Sechsjährigen. Acht Gemeinden erreichen in dieser Altersgruppe die Kategorie 1A und verfügen damit über ein vollzeittaugliches Betreuungsangebot. Dazu zählen Grünburg, Kirchdorf an der Krems, Micheldorf, Nußbach, Oberschlierbach, Rosenau am Hengstpass, Schlierbach und Windischgarsten.
Rund 22 Prozent der Gemeinden werden in Kategorie A und weitere 26 Prozent in Kategorie B eingestuft. Jeweils eine Gemeinde fällt in dieser Altersgruppe in Kategorie C und D. Auch bei den Kindergärten gibt es eine Verschlechterung bei den Schließzeiten: Die Gemeinden Inzersdorf im Kremstal, Klaus an der Pyhrnbahn, Spital am Pyhrn und St. Pankraz wurden deshalb um eine Kategorie zurückgestuft.
Neben dem Betreuungsumfang sind Schließzeiten ein wesentlicher Faktor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf über alle Altersgruppen hinweg. Das OÖ. Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz sieht vor, dass Bildungseinrichtungen mindestens 47 Wochen pro Jahr geöffnet sein müssen. Ist der Bedarf gegeben, dürfen die Einrichtungen nicht länger als fünf Wochen geschlossen sein.
Im Bezirk Kirchdorf überschreiten jeweils sieben Gemeinden die gesetzlich vorgesehene Grenze bei den Kindergärten und bei den Krabbelstuben. Die zusätzlichen Schließzeiten können für berufstätige Eltern zu einer Herausforderung werden, wenn keine alternative Betreuung zur Verfügung steht.
Vereinbarkeit endet oft mit Volksschul-Eintritt
Bei der Betreuung von Volksschulkindern fällt die Bewertung deutlich unterschiedlich aus. Knapp ein Drittel der Gemeinden erreicht Kategorie A, knapp die Hälfte wird in Kategorie B eingestuft. Eine Gemeinde befindet sich in Kategorie C, während drei Gemeinden keine der Kriterien erfüllen und somit in die niedrigste Kategorie D fallen.
Damit zeigt sich bei der Betreuung von Schulkindern noch Entwicklungspotenzial. Denn für Familien ist ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot über die Kindergartenzeit hinaus wesentlich, um Beruf und Familie dauerhaft miteinander vereinbaren zu können.
„Eine gute Kinderbetreuung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Eltern arbeiten und Familien ihren Alltag verlässlich organisieren können. Wenn Einrichtungen zu wenige Wochen geöffnet haben oder Kinder erst sehr spät aufgenommen werden, trifft das unmittelbar die betroffenen Familien.“ fasst AK-Präsident Andreas Stangl zusammen.
Die Arbeiterkammer fordert daher einen Rechtsanspruch auf einen qualitativ hochwertigen Betreuungsplatz vom zweiten Lebensjahr bis zum Ende der Volksschule. Dazu braucht es eine verpflichtende und professionelle Bedarfserhebung in den Gemeinden und Bezirken sowie eine sichere Finanzierung durch das Land Oberösterreich, damit vollzeittaugliches Betreuungsangebot flächendeckend wird.
Downloads
Kontakt
Kontakt
Arbeiterkammer KirchdorfSengsschmiedstraße 6
4560 Kirchdorf
TEL: +43 50 6906 4611
FAX: +43 50 6906 64611
E-Mail: kirchdorf@akooe.at