AK-Kinderbetreuungsatlas 2026: So steht es um die Kinderbildung und -betreuung in Rohrbach
Für berufstätige Eltern hängt vieles mit bedarfsgerechter Kinderbetreuung vor Ort zusammen. Sei es beim Wiedereinstieg, dem Arbeitszeitausmaß oder der Urlaubsplanung. Der AK-Kinderbetreuungsatlas 2026 gibt einen Überblick zu den aktuellen Rahmenbedingungen in den Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen in Oberösterreich, sofern die Gemeinden mitmachen. Im Bezirk Rohrbach haben sich viele Gemeinden geweigert, die Daten bekannt zu geben.
Rund zwei Drittel der 438 Gemeinden in Oberösterreich teilten ihre Infos zur Kinderbildung und -betreuung dem Institut für Empirische Forschung (IFES) mit, das im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich die Daten zum AK-Kinderbetreuungsatlas erhoben hat. Ein kleinerer Teil hat die Mitarbeit komplett verweigert. Da sticht der Bezirk Rohrbach besonders hervor. Von 37 Gemeinden im Bezirk Rohrbach haben sind jene zwölf Gemeinden, die mit dem IFES zusammengearbeitet haben, besonders hervorzuheben: Es sind dies die Gemeinden Atzesberg, Haslach an der Mühl, Julbach, Klaffer am Hochficht, Kleinzell im Mühlkreis, Lichtenau im Mühlkreis, Nebelberg, Neufelden, Sarleinsbach, Schwarzenberg am Böhmerwald, St. Johann am Wimberg und St. Oswald bei Haslach.
Gemeinden im Bezirk Rohrbach schneiden besser oder gleich gut ab
Der Kinderbetreuungsatlas 2026 zeigt für die teilnehmenden Gemeinden ein stabiles Bild zum Vorjahr: Wie im Vorjahr erreichen die Gemeinden Atzesberg und Sarleinsbach die Höchstbewertung 1A. Auch die Gemeinden Haslach an der Mühl und Lichtenau im Mühlkreis haben ihr Betreuungsangebot so verbessert, dass sie nun ebenfalls in der besten Kategorie 1A eingereiht sind. Auch Kleinzell im Mühlkreis bleibt stabil in der Kategorie A. Klaffer am Hochficht und Schwarzenberg am Böhmerwald konnten sich von der Kategorie B in die Kategorie A verbessern. Julbach, Neufelden und St. Johann am Wimberg erreichen dieses Jahr die Kategorie B. Nebelberg und St. Oswald bei Haslach erreichen erneut die Kategorie C.
Öffnungszeiten und Schließzeiten beeinflussen Vereinbarkeit
Neben dem Betreuungsumfang in Form der täglichen und wöchentlichen Öffnungszeiten sind Schließzeiten ein wesentlicher Faktor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf über alle Altersgruppen hinweg. Das OÖ. Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz sieht vor, dass Bildungseinrichtungen mindestens 47 Wochen pro Jahr geöffnet sein müssen. Ist der Bedarf gegeben, dürfen die Einrichtungen nicht länger als fünf Wochen geschlossen sein.
Im Bezirk Rohrbach erfüllen sechs von zwölf mitwirkenden Gemeinden das Schließzeiten-Kriterium für Krabbelstuben nicht, fünf schaffen es bei den Kindergärten nicht. Zusätzliche Schließzeiten während der Ferientage können für berufstätige Eltern zu einer Herausforderung werden, wenn keine alternative Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht.
„Eine gute Kinderbetreuung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Eltern arbeiten und Familien ihren Alltag verlässlich organisieren können. Wenn die Bürgermeister:innen glauben, ohne Datenangabe stehen sie besser da, dann verweigern sie sich der Realität. Denn ein gutes oder schlechtes Betreuungsangebot spricht sich herum und beeinflusst immer öfter die Wohnsitz-Wahl von Familien in Oberösterreich“, hält AK-Präsident Andreas Stangl fest.
Offensive für Betreuungsplätze und Fachkräfte starten
Die Arbeiterkammer fordert daher einen Rechtsanspruch auf einen qualitätsvollen Betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr bis zum Ende der Volksschule. Dazu braucht es eine verpflichtende und professionelle Bedarfserhebung in den Gemeinden und Bezirken, damit der Ausbau eines vollzeittauglichen Betreuungsangebotes flächendeckend umgesetzt werden kann.
Es braucht dazu eine nachhaltige finanzielle Absicherung der Gemeinden, um den Ausbau der Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen zu sichern, sowie eine Ausbildungsoffensive für genügend Fachkräfte.
Oberösterreichische Kinderbildung und -betreuung auf dem Prüfstand
Seit 27 Jahren untersucht die Arbeiterkammer Oberösterreich die Situation der institutionellen Kinderbildung und -betreuung im Land und gibt dazu den AK-Kinderbetreuungsatlas heraus. An der Erhebung des Instituts für Empirische Sozialforschung (IFES) zwischen Mai und Juli 2026 haben sich 279 Gemeinden (64 Prozent) beteiligt. 159 Gemeinden (36 Prozent) verweigerten die Auskunft.
Der AK-Kinderbetreuungsatlas bewertet das Angebot für Unter-Dreijährige, Drei- bis Sechsjährige und Volksschulkinder hinsichtlich Öffnungszeiten, Mittagsangebot und jährlicher Schließzeiten. Auf Basis dieser Kategorien werden die Gemeinden in die Kategorie 1A bis D eingestuft. Für Sonderprojekte wird zusätzlich ein „Plus“ (+) vergeben.
Alle Infos zu Gesamtbewertung, Kategorien, Altersgruppen und den Zielvorgaben der EU (Barcelona-Ziele) für alle oberösterreichischen Gemeinden gibt es in der digitalen Ausgabe des AK-Kinderbetreuungsatlas 2026 unter kba.arbeiterkammer.at.
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