04.11.2026

AK-Kinderbetreuungsatlas 2026: So steht es um die Kinderbildung und -betreuung in der Stadt Linz und im Bezirk Linz-Land

Für berufstätige Eltern hängt vieles mit bedarfsgerechter Kinderbetreuung vor Ort zusammen. Sei es der Wiedereinstieg, das Arbeitszeitausmaß oder die Urlaubsplanung.  Der AK-Kinderbetreuungsatlas 2026 schafft Transparenz zu den aktuellen Rahmenbedingungen wie Öffnungszeiten, Mittagsangebot und Schließzeiten in den Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen der oberösterreichischen Gemeinden. Die Stadt Linz und der Bezirk Linz-Land bieten Familien überwiegend ein gutes bis sehr gutes Kinderbetreuungsangebot. 

20 Gemeinden punkten mit sehr gutem Kinderbetreuungsangebot

Familien finden in der Stadt Linz und im Bezirk Linz-Land in beinahe allen Gemeinden ein gutes bis sehr gutes Kinderbetreuungsangebot. Besonders erfreulich: 20 Gemeinden schaffen es in die höchste Kategorie 1A und erfüllen damit acht oder neun der geforderten Kriterien. Zwei weitere Gemeinden erreichen die Kategorie A. Mit rund 87 Prozent liegen die beiden Bezirke insgesamt deutlich über dem oberösterreichischen Durchschnitt von 36 Prozent und belegen damit den ersten Platz in Oberösterreich. Keine einzige Gemeinde musste in eine der niedrigeren Kategorien B, C oder D eingestuft werden. 

Mangelndes Angebot für Unter-Dreijährige erschwert Wiedereinstieg

Besonders schwierig ist die Betreuungssituation für Kinder unter drei Jahren. Für viele Eltern ist es nach wie vor nicht selbstverständlich, nach der einkommensabhängigen Karenz – dem am häufigsten gewählten Karenz-Modell mit 12 oder 14 Monaten – unmittelbar einen Betreuungsplatz zu finden. In einzelnen Gemeinden im Bezirk Linz-Land beginnt die Aufnahme erst ab dem 18. Lebensmonat, als spätestes Erstaufnahmealter wurden 24 Monate angegeben. 

Nur sieben Gemeinden erreichen bei den Unter-Dreijährigen die Kategorie 1A. Das sind  neben der Stadt Linz, die Gemeinden Enns, Hargelsberg, Hörsching, Kirchberg-Thening, Leonding, Pasching aus dem Bezirk Linz-Land. Sie erfüllen alle drei Kriterien für diese Altersgruppe und bieten somit eine Betreuung an, die eine Vollzeitbeschäftigung ermöglicht. Voraussetzung dafür sind unter anderem Öffnungszeiten von Montag bis Donnerstag von mindestens 9,5 Stunden täglich und mindestens 45 Stunden pro Woche. 

Schließzeiten betrifft besonders Kindergarten-Kinder

Wesentlich besser ist die Situation bei den Drei- bis Sechsjährigen. 16 Gemeinden erreichen in dieser Altersgruppe die Kategorie 1A und verfügen damit über ein vollzeittaugliches Betreuungsangebot. Dazu zählen aus dem Bezirk Linz-Land die Gemeinden Ansfelden, Enns, Hargelsberg, Hörsching, Kematen an der Krems., Kirchberg-Thening, Kronstorf, Leonding, Neuhofen an der Krems, Niederneukirchen, Pasching, Piberbach, Pucking, Traun und Wilhering sowie die Stadt Linz.

Die Gemeinden Eggendorf im Traunkreis, Hofkirchen im Traunkreis und St. Florian erfüllen die Kriterien für Kategorie A. Die Gemeinde Asten und St. Marien werden in Kategorie B eingestuft, da die Betreuungseinrichtungen mehr als fünf Wochen im Jahr geschlossen sind. Die Gemeinde Allhaming wird ebenfalls in Kategorie B eingestuft, da es dort kürzere Öffnungszeiten gibt. In dieser Altersgruppe fällt keine Gemeinde in Kategorie C oder D.  

Neben dem Betreuungsumfang sind Schließzeiten ein wesentlicher Faktor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf über alle Altersgruppen hinweg. Das Oö. Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (Oö. KBBG) sieht vor, dass Bildungseinrichtungen mindestens 47 Wochen pro Jahr geöffnet sein müssen. Ist der Bedarf gegeben, dürfen die Einrichtungen nicht länger als fünf Wochen geschlossen sein.

In der Stadt Linz und im Bezirk Linz-Land überschreiten zwei Gemeinden die gesetzlich vorgesehene Grenze bei den Kindergärten und zwei Gemeinden bei den Krabbelstuben. Die zusätzlichen Schließzeiten können für berufstätige Eltern zu einer Herausforderung werden, wenn keine alternative Betreuung zur Verfügung steht. 

Vereinbarkeit endet oft mit Volksschul-Eintritt

Bei der Betreuung von Volksschulkindern fällt die Bewertung deutlich unterschiedlich aus. Knapp drei Viertel der Gemeinden erreichen Kategorie A, während fünf Gemeinden im Bezirk Linz-Land in Kategorie B eingestuft werden. Keine Gemeinde befindet sich in den Kategorien C und D.

„Eine gute Kinderbetreuung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Eltern arbeiten und Familien ihren Alltag verlässlich organisieren können. Wenn Einrichtungen zu wenige Wochen geöffnet haben oder Kinder erst sehr spät aufgenommen werden, trifft das unmittelbar die betroffenen Familien.“ fasst AK-Präsident Andreas Stangl zusammen. 

Die Arbeiterkammer fordert daher einen Rechtsanspruch auf einen qualitativ hochwertigen Betreuungsplatz vom zweiten Lebensjahr bis zum Ende der Volksschule. Dazu braucht es eine verpflichtende und professionelle Bedarfserhebung in den Gemeinden und Bezirken sowie eine sichere Finanzierung durch das Land Oberösterreich, damit vollzeittaugliches Betreuungsangebot flächendeckend wird. 

Alle Informationen zur Gesamtbewertung, zu den Kategorien und Altersgruppen sowie zu den aktuellen Betreuungsquoten sind für alle oberösterreichischen Gemeinden in der digitalen Ausgabe des AK-Kinderbetreuungsatlas 2026 unter kba.arbeiterkammer.at zu finden. Im digitalen Atlas ist auch ersichtlich, ob die jeweilige Gemeinde die sogenannten Barcelona-Ziele für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren sowie von drei- bis sechsjährigen Kindern erfüllt.

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