22.07.2021

AK Gmunden verhilft Teilzeitjobberin zu ihrem Recht - insgesamt im ersten Halbjahr fast 3,3 Millionen Euro erkämpft

Genau 3.292.187 Euro erkämpfte die AK Gmunden im ersten Halbjahr 2021 für die Beschäftigten im Bezirk, die sich mit arbeits- oder sozialrechtlichen Problemen an sie gewendet haben. Diese reichen von unzumutbaren Arbeitsbedingungen bis zu falschen Abrechnungen. Auch Studierende und Schüler/-innen, die gerade einen Ferialjob ausüben, sollten dabei aufmerksam sein – wie ein Fall aus dem Bezirk Gmunden zeigt. „Falls Probleme auftauchen, helfen jedenfalls unsere Expertinnen und Experten gerne weiter“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Über 3.000 Beratungen

Die Rechtsberater/-innen der AK-Bezirksstelle in Gmunden haben auch in den Sommermonaten alle Hände voll zu tun. Im ersten Halbjahr 2021 führten sie insgesamt 3.178 Beratungen durch. Neben zahlreichen Telefon- und E-Mail-Beratungen, kamen 927 AK-Mitglieder mit ihren arbeits- und sozialrechtlichen Problemen zum persönlichen Beratungsgespräch.

Ein exemplarischer Fall

Eine Studentin arbeitete 14 Monate lang in einem Fitnessstudio im Bezirk Gmunden 15 Stunden pro Woche, um ihr Studium zu finanzieren. Nach der Beendigung des Dienstverhältnisses entdeckte sie Ungereimtheiten bei der Endabrechnung. Die junge Arbeitnehmerin ließ diese von den Rechtsexperten/-innen der Arbeiterkammer Gmunden überprüfen. Dabei stellte sich heraus, dass ein Zeitausgleichsguthaben in der Höhe von 29,5 Stunden nicht berücksichtigt worden war. Zudem hatte die Studentin den ihr zustehenden Resturlaub nicht konsumiert, doch die Urlaubsersatzleistung für 3 Wochen offenen Urlaub fehlte. Weiters stellten die Juristen/-innen der AK Gmunden Differenzen für Zuschläge an Sonntagsstunden und beim Feiertagsentgelt fest.

Fall landete vor Gericht

Eine Intervention der AK Gmunden half zunächst nichts. Der Arbeitgeber weigerte sich, die offenen Ansprüche zu zahlen. Letztendlich brachte die AK Gmunden eine Klage beim Arbeits- und Sozialgericht ein, erst dann lenkte der Fitnessstudio-Betreiber ein und bezahlte die ausstehenden 845,16 Euro – für die Studentin eine wichtige Summe, um ihr Studium bestreiten zu können.

Die AK hilft!

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer rät jedenfalls allen Ferialjobberinnen und -jobbern, denen es so oder ähnlich ergeht: „Bitte melden Sie sich sehr rasch bei der AK, denn viele Kollektivverträge haben sehr kurze Verfallsfristen. Wenn diese verstrichen sind, kann nichts mehr nachgefordert werden“.

Ein weiterer wichtiger Tipp: Unbedingt täglich Arbeitszeitaufzeichnungen führen - und wenn möglich vom/von der Vorgesetzten bestätigen lassen und zuhause aufbewahren. Diese Aufzeichnungen helfen im Falle des Falles beim Durchsetzen der Ansprüche.

Foto zum Download

Das Foto kann honorarfrei veröffentlicht werden, wenn das Copyright "AK OÖ/ Wolfgang Spitzbart" angeführt wird.

AK-Gmunden-Bezirksstellenleiter Dr. Martin Gamsjäger © Wolfgang Spitzbart, AK OÖ
AK-Gmunden-Bezirksstellenleiter Dr. Martin Gamsjäger © Wolfgang Spitzbart, AK OÖ

Bildtext: Die Rechtsexperten/-innen der AK Gmunden führten im ersten Halbjahr 2021 über 3.000 Beratungen durch. Im Bild der neue AK-Gmunden-Bezirksstellenleiter Dr. Martin Gamsjäger. 

Bitte melden Sie sich sehr rasch bei der AK, denn viele Kollektivverträge haben sehr kurze Verfallsfristen. Wenn diese verstrichen sind, kann nichts mehr nachgefordert werden.

Dr. Johnn Kalliauer

AK-Präsident

Kontakt

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