05.03.2026

AK Ried half im vergangenen Jahr fast 5.900 Mal

Aktuell sind im Bezirk Ried 26.699 AK-Mitglieder mit Hauptwohnsitz gemeldet. Viele von ihnen nutzen die Leistungen der Arbeiterkammer. Ob rasche Hilfe bei arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten oder bei Fragen rund um Weiterbildung: Das Beratungsangebot in der AK Ried findet großen Anklang bei den Mitgliedern. Das zeigt auch die Statistik. Im Jahr 2025 wandten sich Rat- und Hilfesuchende 5.862 Mal an die AK Ried: in 3.535 Fällen telefonisch, in 1.822 Fällen persönlich (inklusive 69 Bildungsberatungen) und in 505 Fällen per E-Mail. 

Fast 5,4 Millionen Euro für AK-Mitglieder 

Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen reicht eine Beratung nicht aus. Die AK muss dann bei den Arbeitgebern intervenieren. Außergerichtlich hat die AK Ried 568.129 Euro an vorenthaltenem Entgelt hereingebracht. Manche Arbeitgeber lassen es aber auf einen Streit vor Gericht ankommen, dort erkämpfte die AK Ried im vergangenen Jahr für ihre Mitglieder 193.269 Euro. Insgesamt sind das 761.398 Euro.  

Besser mit Betriebsrat 

Von den insgesamt 153 Arbeitsrechtsfällen stammen 134 Fälle und somit fast 88 Prozent aus Betrieben ohne Betriebsrat. Daran erkennt man, wie wichtig eine betriebliche Interessenvertretung für die korrekte Bezahlung der Arbeitnehmer:innen und die Einhaltung des geltenden Arbeitsrechts ist.  

Hauptsächliche Gründe waren offenes Entgelt (62), Endabrechnungsdifferenzen (47) sowie Kündigungen und Entlassungen (27). 

Pension und Pflegegeld

In 129 Sozialrechtsangelegenheiten erstritt die AK Ried im vergangenen Jahr 3.728.773 Euro. Dabei ging es überwiegend um die Themen Pension und Pflegegeld. Zusätzlich wurden 2025 für 140 Arbeitnehmer:innen aus zwölf insolventen Betrieben im Bezirk Ried 902.591 Euro durchgesetzt. 

In Summe hat die AK Ried im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 5.392.762 Euro erreicht. Das zeigt, wie wichtig eine regionale Anlaufstelle ist. Damit alle Mitglieder möglichst einfach zu ihrem Recht kommen, setzt die AK ganz bewusst bei ihren Serviceleistungen auf Wohnortnähe. Sie bietet ihnen die Möglichkeit, sich Rat und Hilfe direkt in ihrer Region zu holen.  

AK kämpft um jeden Euro 

In ihrem Engagement für ihre Mitglieder macht die Arbeiterkammer keinen Unterschied, ob es sich um große oder kleine Beträge handelt. So erreichte die AK Ried einen Betrag von 75 Euro für eine Handelsangestellte, bei der die KV-Erhöhung nicht berücksichtigt worden war. Den höchsten Betrag, nämlich 179.770 Euro, erhielt ein Mann, der drei Jahre lang unterentlohnt und schließlich gekündigt worden war. Die AK Ried erreichte für ihn die Nachzahlung der Lohndifferenz, eine Abgangsentschädigung und die Abfertigung 

Ein Fall aus dem Arbeitsrecht: Lehrling falsch eingestuft

Eine junge Bürokauffrau war nach ihrer Lehrabschlussprüfung im Betrieb, einem großen Unternehmen im Bezirk Ried, übernommen worden. Allerdings wurde sie um eine Gehaltsstufe zu niedrig eingestuft. Mehrmals machte sie den Arbeitgeber darauf aufmerksam. Dieser behauptete, er könne sich das nicht leisten. Ein anderer Lehrling, dem es ebenso erging, kündigte und bekam mit AK-Hilfe alles nachgezahlt. Als die junge Frau das erfuhr, fragte sie nochmals nach und bekam wieder keine Umstufung. Daher kündigte sie und wandte sich an die AK Ried. Diese intervenierte beim Unternehmen und erreichte, dass der Lehrling 8.500 Euro nachbezahlt bekam. 

Ein Fall aus dem Sozialrecht: Höheres Pflegegeld für ein Kind erreicht

Eine Familie aus dem Bezirk Ried hatte für die Pflege ihres autistischen Kindes Pflegegeld der Stufe 1 bezogen. Das Kind braucht aber rund um die Uhr Betreuung und Unterstützung. Daher wandte sich die Familie an die AK Ried. Diese klagte gegen den bisherigen Bescheid, um eine Erhöhung des Pflegegeldes zu erreichen. Der vom Sozialgericht beauftragte Sachverständige erstellte ein neues Gutachten. Laut diesem bestand ein Pflegeaufwand von mehr als 180 Stunden pro Monat. Damit stand der Familie nun sogar die Pflegestufe 6 zu.

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Mag. Christian Breyer (AK-Bezirksstellenleiter Ried) und Andreas Stangl (AK-Präsident)
Mag. Christian Breyer (AK-Bezirksstellenleiter Ried) und Andreas Stangl (AK-Präsident) © Wolfgang Spitzbart, AKOÖ


Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen reicht eine Beratung nicht aus. Die AK muss dann bei den Arbeitgebern intervenieren.

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