24.09.2025
Kontostart leicht gemacht – Jugend- & Lehrlingskonten im Check
Das erste eigene Konto – ein wichtiger Schritt in die Selbständigkeit. Egal ob fürs Taschengeld, die Lehrlingsentschädigung oder den Verdienst aus dem Ferialjob. Dein Konto sollte zu deinem Leben passen und dir den Alltag erleichtern. Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat erhoben, wie sich Jugend- und Lehrlingskonten unterscheiden.
Kostenlose Kontoführung
Alle 11 Banken, die an der Erhebung teilgenommen haben, bieten eine kostenlose Kontoführung auf Habenbasis an – das bedeutet, das Konto wird ausschließlich im Guthaben geführt und du kannst nicht mehr ausgeben, als du verfügbar hast. E-Banking ist bei allen Banken inklusive. Für die Eröffnung eines Lehrlingskontos verlangt die Volksbank OÖ eine Lehrlingsbestätigung.
Hilfe beim Start ins digitale Banking
Die Raiffeisenlandesbank OÖ, Sparkasse OÖ und Volksbank OÖ bieten dir bei der Kontoeröffnung eine Einschulung für das Online-Banking an. Dies ist bei der HYPO OÖ, Oberbank, UniCredit Bank Austria, Volkskreditbank und der Wüstenrot Bank AG auf Anfrage möglich.
Kontoüberziehung – lieber nicht!
Eine Kontoüberziehung bedeutet, dass du mehr Geld ausgibst, als auf deinem Konto verfügbar ist. Die Bank leiht dir dieses Geld – aber nicht gratis. Dafür verrechnet sie sogenannte Sollzinsen. Diese können richtig teuer werden, oft bis zu 11 Prozent pro Jahr. Überziehst du dein Konto zum Beispiel ein Jahr lang um 1.000 Euro, zahlst du (bei einem 11 Prozent Zinssatz) dafür 110 Euro an Zinsen zuzüglich der geliehenen 1.000 Euro. Am besten planst du deine Ausgaben so, dass du gar nicht erst ins Minus rutschst. So sparst du dir unnötige Kosten und senkst das Risiko, in eine Schuldenfalle zu geraten.
Solltest du dennoch dringend eine Überziehungsmöglichkeit benötigen, kannst du bei der Oberbank bis zu 1.000 Euro, bei der BAWAG bis zu 500 Euro als Überziehungsrahmen vereinbaren. Bei der RLB OÖ, Sparkasse OÖ, der UniCredit Bank Austria und der Volksbank OÖ ist das nur in Ausnahmefällen möglich, nämlich nur mit Zustimmung deiner Eltern und teils auch mit deren Haftungserklärung. Die VKB und die HYPO OÖ bieten ab 18 Jahren und entsprechender Bonität einen individuell vereinbarten Rahmen an.
Mehr aus deinem Geld machen – Sparkonto nutzen
7 der 11 Banken zahlen dir auf deinem Jugend- beziehungsweise Lehrlingskonto gar keine Habenzinsen. Bei der Volksbank OÖ bekommst du 0,05 Prozent, bei der Sparkasse OÖ und der Wüstenrot Bank jeweils 0,01 Prozent, und bei der Oberbank 0,001 Prozent. Für Geld, das du nicht sofort brauchst, lohnt sich deshalb ein zusätzliches Sparkonto: Dort sind die Zinsen höher und du trennst Rücklagen vom Alltagsgeld. So behältst du leichter den Überblick.
TIPP
Mit dem
Bankenrechner der AK kannst du ganz einfach vergleichen, wo sich Sparen für dich am meisten lohnt.
Kreditkarte mit Versicherungsschutz – ja oder nein?
Bei 6 der 11 Jugendkonten gibt es keine Kreditkarte. Die Sparkasse OÖ bietet eine Zusatzkarte zur Karte des gesetzlichen Vertreters, beziehungsweise in Form einer Prepaidkarte auch als Hauptkarte an. Der Versicherungsschutz kostet dich im Jahr 49,44 Euro. Ab 14 Jahren gibt’s bei der RLB OÖ eine Kreditkarte mit umfassender Reiseschutzversicherung um 70,33 Euro jährlich. Bei der BAWAG ist im Lehrlingskonto - mit Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters - ab 15 Jahren eine kostenlose Kreditkarte mit Versicherungsschutz dabei.
Geschenke? Nice to have – aber nicht entscheidend
Gutscheine, Eröffnungsgeschenke oder Bargeld sind cool, sollten aber nicht der Hauptgrund sein, warum du dich für ein Konto entscheidest. Viel wichtiger sind die Erreichbarkeit deine:r Bankberater:in beziehungsweise der Bank, die laufenden Kosten, die Zinsen und die Leistungen.
Achtung bei der Umstellung
Nicht alle Bankinstitute informieren dich, bevor dein Jugend- beziehungsweise Lehrlingskonto automatisch - nachdem du die jeweilige Altersgrenze erreicht hast - auf ein kostenpflichtiges Konto umgestellt wird. Wichtig: Informiere dich daher bereits bei Kontoeröffnung bezüglich der Umstellung und den möglichen Folgekosten.
Sicher unterwegs beim Online-Banking
Sei wachsam bei E-Mails, SMS oder Anrufen, die angeblich von deiner Bank stammen oder dich zu sofortigen Handlungen auffordern. Ein:e echte:r Bankberater:in wird dich niemals nach deinen Zugangsdaten fragen – weder am Telefon noch per SMS oder E-Mail. Offizielle Mitteilungen erhältst du in der Regel über dein E-Banking-Postfach.
Klicke niemals auf Links in verdächtigen Nachrichten und öffne keine unbekannten Anhänge. Im Zweifel: Rufe selbst bei deiner Bank an und frag nach, ob die Nachricht echt ist. So schützt du dein Geld und deine Daten.
Tipps für dich
- Eröffne dein Konto bei einem Institut, bei dem du dich wohlfühlst.
- Kontrolliere regelmäßig deine Kontoauszüge.
- Achte darauf, dass deine Kontoausgänge nicht höher als deine -eingänge sind.
- Auf der Watchlist Internet kannst du dich regelmäßig über aktuelle Internetfallen informieren. Die Watchlist gibt es auch ganz praktisch per App.