03.04.2025

Ver­steckte Käfig­eier in der Oster­pinze? Großer Bäckereien-Check von AK Ober­öster­reich und VIER PFOTEN 

In Backwaren, Nudeln, Mayonnaise oder Fertigprodukten werden in Österreich tonnenweise Eier unbekannter Herkunft und Haltung konsumiert. Denn während bei Frischeiern eine Herkunftsangabe verpflichtend ist, muss die Herkunft sowohl bei verarbeiteten Produkten als auch in der Gastronomie nicht angegeben werden. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN und die AK Oberösterreich haben deshalb bei 60 Bäckerei-Ketten aus ganz Österreich sowie bei den Selbstbedienungs-Backshops von 6 Supermärkten nachgefragt, woher die Eier ihrer Produkte stammen.

Testergebnis: Baeckereien und Backshops im Eier-Check (VIER PFOTEN) (3,6 MB)

Boden­haltung weit ver­breitet

  • Bodenhaltung ist in Österreich nach wie vor die am meisten verbreitete Haltungsform. Bei dieser Haltungsform haben Tiere ganz wenig Platz und können ihre natürlichen Verhaltensweisen kaum ausleben.

  • Die Hälfte der befragten Bäckereien verarbeitet nur Eier aus Österreich, die anderen verwenden sowohl österreichische als auch Eier aus dem EU-Ausland.

  • Ausschließlich Bio-Eier verwenden die oberösterreichische Bäckerei Brotsüchtig sowie die Bäckereien Joseph Brot, Öfferl, Taumberger, Bauer und die Vollkornbäckerei Waldherr.

  • Betreibt eine Bäckerei auch ein Café, werden dort Eier aus Bio-Freilandhaltung oder Freilandhaltung für das Frühstücks-Angebot verwendet. In den Backstuben werden jedoch meist Eier aus Bodenhaltung verarbeitet.

  • 17 Bäckereien haben nicht geantwortet, darunter auch große Unternehmen wie BackWerk und Resch & Frisch. Die Herkunft deren Eier ist damit unbekannt.

  • Gemäß der österreichischen Geflügelwirtschaft werden täglich rund eine Million Eier nach Österreich vor allem aus EU-Ländern eingeführt, wo rund 40 Prozent der Hühner immer noch in so genannten ausgestalteten Käfigen leben.

  • Der Backshop von MPREIS verwendet ausschließlich Eier aus österreichischer Freilandhaltung beziehungsweise für sein Bio-Sortiment Eier aus Bio-Freilandhaltung. Die Backshops aller anderen Supermärkte bieten sowohl Bodenhaltungs- als auch Freilandhaltungs-Eier an. Spar und die REWE Group haben auch Bio-Freilandhaltungseier in ihrem Bio-Angebot. Allerdings haben letztere keine Nachweise dafür erbracht.

Auch Boden­haltung ist problematisch

Bei der Bodenhaltung leben 9 Hennen pro Quadratmeter in riesigen Hallen. Bis zu 24.000 Tiere drängen sich in einem solchen Stall. Übliche Verhaltensweisen, wie Futtersuche, Scharren, Kratzen und Picken, können dort nur bedingt ausgeübt werden. Dies und weitere Faktoren können zu Verhaltensstörungen bei den Tieren führen, wie etwa Federpicken und sogar Kannibalismus. Der durch das Gedränge ausgelöste Stress ist zudem eine häufige Todesursache. Dass dennoch Bodenhaltung die häufigste Haltungsform in Österreich ist, liegt an der Wirtschaftlichkeit: Je mehr Hühner pro Quadratmeter gehalten werden können, desto billiger wird die Produktion.

AK fordert Kennzeichnungs­pflicht auch für ver­arbeitete Eier

Die AK fordert eine verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung auch für verarbeitete Eier und Eibestandteile. Nur durch die Schließung dieser Kennzeichnungslücke können Konsument:innen klar erkennen, woher beziehungsweise aus welcher Haltungsform die Eier in eierhaltigen Lebensmitteln stammen.

Je mehr Hühner pro Quadrat­meter ge­halten werden können, desto billiger wird die Produktion.

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