16.07.2026

AK Oberösterreich begrüßt neue Regelungen bei Fluggastrechten, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf

Ab 2027 gelten für Fluggäste neue Regelungen, die sowohl Verbesserungen als auch Verschlechterungen bringen. Die AK Oberösterreich begrüßt die neuen Regelungen, die von der Europäischen Union geschaffen wurden, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf, um die Rechte der Konsument:innen zu stärken und unterstützt sie auch, wenn sie mit Verspätungen, Annullierungen oder Überbuchungen konfrontiert sind. Dabei kooperiert sie mit den Fluggastrechte-Expert:innen von FairPlane.  

Neue Regelungen ab Sommer 2027

Ab Sommer 2027 gelten bei den Fluggastrechten neue Regelungen. So müssen Fluggesellschaften Passagiere innerhalb von 4 Tagen nach der Ankunft elektronisch über Entschädigungsansprüche informieren. Familien mit Kindern unter 14 Jahren können ohne Aufpreis beisammensitzen, Schreibfehler auf Tickets sind kostenlos zu berichtigen und Preise müssen standardmäßig inklusive Handgepäck ausgewiesen werden. Passagiere, die den Hinflug nicht angetreten haben, darf künftig der Rückflug nicht untersagt werden. „Diese Verbesserungen begrüßen wir ausdrücklich. Es gibt aber nach wie vor Handlungsbedarf“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. 

Verschlechterungen konnten verhindert werden

Erfreulich ist auch, dass bei den Entschädigungszahlungen gravierende Verschlechterungen verhindert werden konnten. Allerdings gibt es auch Nachteile für die Konsument:innen: Zwar müssen die Airlines Entschädigungen innerhalb von 30 Tagen auszahlen oder begründet ablehnen. Passagiere müssen dafür in Zukunft Entschädigungszahlungen innerhalb von 9 Monaten geltend machen. Bisher lag die Verjährungsfrist bei 3 Jahren. Müssen sich Passagiere selbst eine Ersatzbeförderung suchen, ist die Erstattung dafür zukünftig mit 400 Prozent des ursprünglichen Ticketpreises begrenzt. 

AK fordert europaweite Insolvenzabsicherung

„Aus heutiger Sicht ist es erfreulich, dass wir die geplanten gravierenden Verschlechterungen bei den Fluggastrechten verhindern und praxisrelevante Verbesserungen durchsetzen konnten. Wir werden uns für weitere Verbesserungen der rechtlichen Rahmenbedingungen von Fluggästen einsetzen und berechtigte Entschädigungszahlungen für sie durchsetzen. Verspätungen, Überbuchungen und Annullierungen dürfen sich für die Fluglinien nicht lohnen“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Er fordert, dass die Ausgleichszahlungen an das steigende Preisniveau der letzten Jahre angepasst werden und eine europaweite Insolvenzabsicherung von vorab bezahlten Flugtickets eingeführt wird. 

Alle Infos zu den derzeitigen Regelungen sowie Musterbriefe: Probleme beim Flug | Arbeiterkammer Oberösterreich

Verspätungen, Überbuchungen und Annullierungen dürfen sich für die Fluglinien nicht lohnen.

Andreas Stangl

AK-Präsident

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