Gut versichert in den Urlaub: Kreditkarten-Reiseversicherungen im Check
Viele Kreditkarten beinhalten auch Leistungen aus einer Reiseversicherung. Die AK Oberösterreich hat deren Umfang geprüft. Der Schwerpunkt lag dabei auf Reisestorno und -abbruch, medizinische Behandlungen inklusive einem medizinisch notwendigen Heimtransport sowie Bergekosten bei Unfall. Dabei zeigten sich Unterschiede sowohl im Preis (Jahresgebühr zwischen 74,90 und 185 Euro) als auch beim Deckungsumfang. Tipp: Informieren Sie sich schon vor der Reise, wer versichert ist, welcher Versicherungsschutz besteht und ob man die Karte verwenden muss, um Versicherungsschutz zu erlangen.
Verglichen wurden die Reiseversicherungen von American Express (Gold Card), Diners Club (Classic Card), Card Complete (VISA und MasterCard Gold) und PayLife (VISA und MasterCard GoldPlus).
Wer ist versichert?
In der Regel sind nicht nur Karteninhaber:innen, sondern auch Ehepartner:in, Lebensgefährt:in und Kinder mitversichert. Bei PayLife gilt medizinischer Schutz allerdings ausschließlich für die Karteninhaber:innen. Für Kinder gelten Altersgrenzen (18, 23 oder 25 Jahre) und bei Lebensgefährt:innen muss in der Regel ein gemeinsamer Haushalt nachgewiesen werden.
Wann greift der Versicherungsschutz?
Der Schutz gilt weltweit für Reisen bis zu 90 Tagen. Voraussetzung: Die Karte muss innerhalb der letzten 2–3 Monate genutzt worden sein, zum Teil muss die Reise damit vollständig oder zumindest teilweise bezahlt worden sein.
Reisestorno und -abbruch
Sehr unterschiedlich sind die Deckungen, wenn die Reise aufgrund von schwerer Erkrankung oder unvorhergesehenen persönlichen Ereignissen storniert oder abgebrochen wird.
Bei Reisestornierung (vor Reiseantritt) reichen die Versicherungssummen bei Pauschalreisen von 1.500 Euro bis 3.000 Euro und bei Individualreisen von 1.250 Euro bis 3.000 Euro. Meist fällt ein Selbstbehalt von 20 Prozent an, ausgenommen bei PayLife, wenn die Reise mit der Karte (an-)gezahlt wurde, und bei American Express.
Im Fall des Reiseabbruchs (nach Reiseantritt) decken PayLife und Diners Club nur die zusätzlichen Rückreisekosten (Diners Club max. 1.500 Euro), American Express übernimmt bis 3.000 Euro inkl. ungenutzter Leistungen und Card Complete bietet hier keinen Schutz.
Zu beachten ist auch, dass häufig ein Deckungsausschluss für bestehende Vorerkrankungen, chronische Leiden und psychische Probleme besteht.
Medizinische Leistungen und Bergekosten bei Unfall
Krankenbehandlung und medizinisch notwendiger Heimtransport sind bei den meisten Karten enthalten, jedoch mit Einschränkungen. Bei American Express sind nur Personen unter 80 Jahren abgesichert und bei PayLife nur die Karteninhaber:innen. Bergekosten sind ebenfalls versichert, bei American Express wiederum jedoch nur Personen unter 80 Jahren.
Tipps für den Schadensfall
- Informieren Sie den Reiseanbieter ehestmöglich, sobald klar ist, dass die Reise storniert werden muss. Kommt es wegen zu später Stornierung zu höheren Stornokosten, werden die dadurch entstandenen Mehrkosten nicht von der Versicherung übernommen. Falls die Möglichkeit des späteren Reiseantritts noch unklar ist, halten Sie Rücksprache mit der Versicherung, ob die Stornierung bereits nötig ist („Storno-Check“).
- Nehmen Sie die Notrufnummer der Versicherung in den Urlaub mit und benachrichtigen Sie diese sofort im Schadensfall.
- Lassen Sie den Kranken- und Heimtransport von der Versicherung organisieren. Ansonsten kann ein Selbstbehalt anfallen beziehungsweise die Leistung zur Gänze abgelehnt werden.
- Bewahren Sie alle Rechnungen und Beweise für die entstandenen Kosten auf und reichen Sie diese umgehend bei der Versicherung ein.
Fazit
Kreditkarten können wertvolle Zusatzversicherungen bieten – doch wer sich darauf verlässt, sollte die Bedingungen genau kennen. Bei teuren Reisen oder besonderen Risiken ist eine zusätzliche, gezielte Reiseversicherung oft sinnvoll.
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