Früher in Pension

Die vorzeitige Alterspension (Frühpension) wird nach und nach abgeschafft. Es gibt aber weiterhin Möglichkeiten, vor dem Regelpensionsalter in Pension zu gehen:

Langzeit­versicherungs­pension
("Hackler­regelung")

Sowohl Frauen als auch Männer können eine Langzeitversicherungspension in Anspruch nehmen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

Was für Männer gilt

Pensions-AntrittsalterBeitragsmonate 1)
62 Jahre540 Monate (45 Jahre)

1) Als Beitragsmonate gelten: Zeiten der Pflichtversicherung aufgrund einer Erwerbstätigkeit, des Präsenz- und Zivildienstes, der Kindererziehung (maximal 60 Monate).

Was für Frauen gilt

Geburt Pensions-Antrittsalter Beitragsmonate2)
1961 59 Jahre 528 Monate (44 Jahre)
von 01.01.1962
bis 01.12.1963
60 Jahre 540 Monate (45 Jahre)
von 02.12.1963
bis 01.06.1964
60 Jahre 6 Monate 540 Monate (45 Jahre)
von 02.06.1964
bis 01.12.1964
61 Jahre540 Monate (45 Jahre)
von 02.12.1964
bis 01.06.1965
61 Jahre 6 Monate 540 Monate (45 Jahre)
ab 02.06.1965 62 Jahre540 Monate (45 Jahre)

2) Als Beitragsmonate gelten: Zeiten der Pflichtversicherung aufgrund einer Erwerbstätigkeit, der Kindererziehung (maximal 60 Monate), des Wochengeldbezuges und des Präsenz- und Zivildienstes.

Hinweis

Für Frauen (geboren von 1.1.1962 bis 1.12.1965) deckt sich das Antrittsalter für die "Hacklerregelung" mit dem Antrittsalter für die normale Alterspension, die ohne Abschläge gebührt.

Abschläge

Bei der Langzeitversicherungspension („Hacklerregelung“) beträgt der Abschlag 4,2 Prozent pro Jahr (0,35 Prozent pro Monat) des früheren Pensionsantrittes vor dem Regelpensionsalter.

Neu seit 1.1.2020: Sie haben keine Abschläge bei Vorliegen von 540 Beitragsmonaten der Pflichtversicherung aufgrund einer Erwerbstätigkeit (inklusive maximal 60 Monate Kindererziehungszeit).

Achtung

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2020: 460,66 Euro) vorliegen darf.

Korridorpension

Sowohl Frauen als auch Männer können unter diesen Voraussetzungen eine Korridorpension in Anspruch nehmen:

Pensions-AntrittsalterVersicherungsmonate
62 Jahre 3)480 Monate (40 Jahre)

3) Für Frauen erlangt die Korridorpension erst ab dem Jahr 2028 an Bedeutung, weil Frauen in den Jahren zuvor bereits vor Vollendung des 62. Lebensjahres in die Regelalterspension gehen können.

Achtung

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2020: 460,66 Euro) vorliegen darf.

Abschläge

Bei der Korridorpension beträgt der Abschlag 5,1 Prozent pro Jahr (0,425 Prozent pro Monat) des früheren Pensionsantrittes vor dem Regelpensionsalter.

Schwerarbeitspension

Eine Schwerarbeitspension kann unter diesen Voraussetzungen in Anspruch genommen werden:

Was für Männer gilt

Pensions-AntrittsalterVoraussetzung
60 Jahre
  • 540 Versicherungsmonate (45 Jahre) UND
  • mindestens 120 Schwerarbeitsmonate (10 Jahre)
    in den letzten 240 Kalendermonaten (20 Jahre) vor dem Stichtag

Was für Frauen gilt

GeburtPensions-
Antritts­alter
Voraus­setzungPensions-
bezeichnung
von 01.01.1959 bis 31.12.196355 Jahre
  • 480 Beitrags­monate UND
  • 120 Schwerarbeits­monate
Vorzeitige Alters­pension bei langer Versicherungs­dauer mit Schwerarbeit
ab 02.12.196360 Jahre
  • 540 Versicherungs­monate (45 Jahre) UND
  • mindestens 120 Schwerarbeits­monate (10 Jahre) 
    in den letzten 240 Kalender­monaten (20 Jahre) vor dem Stich­tag
Schwer­arbeits­pension

Für Frauen kommt die Schwerarbeitspension erst im Jahr 2024 , für ab 2.12.1963 Geborene, zur Anwendung. Begründung: Die vor diesem Datum geborenen Frauen können die "normale" Alterspension ohnehin noch mit vollendetem 60. Lebensjahr antreten.

Was ist Schwerarbeit?

Als Schwerarbeit gelten Tätigkeiten, die unter körperlich oder psychisch besonders belastenden Bedingungen erbracht werden:

  • Schicht- oder Wechseldienst
  • Regelmäßige Arbeit unter Hitze oder Kälte
  • Arbeit unter chemischen oder physikalischen Einflüssen, wenn eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 10 Prozent verursacht wurde
  • schwere körperliche Arbeit
  • Pflege (Hospiz- oder Palliativmedizin)
  • Arbeit trotz Behinderung von 80 Prozent und Pflegegeldbezug ab Stufe 3

Abschläge

Bei der Schwerarbeitspension beträgt der Abschlag 1,8 Prozent pro Jahr (0,15 Prozent pro Monat) des früheren Pensionsantrittes vor dem Regelpensionsalter.

Seit 1.1.2020 können Sie abschlagsfrei in Pension gehen, wenn Sie 540 Beitragsmonate der Pflichtversicherung aufgrund einer Erwerbstätigkeit (inklusive maximal 60 Monate Kindererziehungszeit) nachweisen können.

Achtung

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2020: 460,66 Euro) vorliegen darf. 

Sonderruhegeld

Sowohl Frauen als auch Männer, die Nachtschwerarbeit geleistet haben, können unter diesen Voraussetzungen das Sonderruhegeld in Anspruch nehmen:

Pensions-AntrittsalterVoraussetzung
Männer: 57 Jahre
Frauen: 52 Jahre
  • 15 Jahre Nachtschwerarbeit
    in den letzten 30 Jahren vor dem Pensionsstichtag ODER
  • 20 Jahre Nachtschwerarbeit
    im gesamten Leben

Was ist Nachtschwerarbeit?

Als Nachtschwerarbeit gilt, wenn Sie 

  • in der Nacht (zwischen 22 Uhr und 6 Uhr) mindestens 6 Stunden arbeiten UND
  • dabei Schwerarbeit leisten.
    (zum Beispiel Arbeiten bei besonders belastender Hitze, bei überwiegendem Aufenthalt in begehbaren Kühlräumen, bei andauernd starkem Lärm).

    Hinweis: Nachtschwerarbeit leisten auch Beschäftigte der Feuerwehr, die als Haupttätigkeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr mindestens 6 Stunden Einsätze oder Arbeitsbereitschaft für Einsätze im Schichtdienst leisten.

Achtung

Arbeitgeber/-innen haben Beschäftigte mit Nachtschwerarbeit gesondert zu melden und für jeden Nachtschwerarbeitsmonat einen Nachtschwerarbeitsbeitrag zu entrichten.

Im Zweifel haben die zuständigen Krankenversicherungsträger auf Antrag die erschwerenden Arbeitsbedingungen mit Bescheid festzustellen!

Abschläge

Seit 1.11.2019 gebührt das Sonderruhegeld ohne Abschläge.

Achtung

Am Pensionsstichtag darf weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2020: 460,66 Euro) vorliegen.

Invaliditäts-/Berufs­unfähigkeits­pension

Die Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension wird sowohl Frauen als auch Männern bei geminderter Arbeitsfähigkeit gewährt.

=> Lesen Sie dazu mehr im Artikel "Pension wegen Krankheit"

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