Arbeitszeit-Aufzeichnungen: Arbeitgeber muss informieren

Seit Jahresbeginn 2015 haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einmal monatlich Anspruch auf kostenfreie Übermittlung der sie betreffenden Arbeitszeit-Aufzeichnungen. Diese ist vom Arbeitgeber/von der Arbeitgeberin zu leisten. 

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber müssen für jede Arbeitnehmerin/jeden Arbeitnehmer Beginn und Ende der Arbeitszeit aufzeichnen.

  • Aus diesen Aufzeichnungen müssen neben der Tagesarbeitszeit auch die Wochenarbeitszeit sowie die tägliche und wöchentliche Ruhezeit hervorgehen.

  • Bei einer schriftlich festgehaltenen fixen Arbeitszeiteinteilung ist nur die Einhaltung zumindest am Ende jeden Monats zu bestätigen. Abweichungen von dieser fixen Einteilung sind laufend aufzuzeichnen.

  • Für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, die die Lage ihrer Arbeitszeit sowie den Arbeitsort weitgehend frei bestimmen können, müssen nur Aufzeichnungen über die Dauer der Tagesarbeitszeit geführt werden. 

  • Ist vereinbart, dass Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer die Arbeitszeitaufzeichnungen selbst führen, bleibt die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber für die Einhaltung der Arbeitszeitbestimmungen und für die Aufzeichnungen verantwortlich und muss sich die Aufzeichnungen regelmäßig aushändigen lassen und auch kontrollieren.

Arbeitszeitaufzeichnungen: Verlangen Sie die Übermittlung

Arbeitnehmer/-innen müssen die Übermittlung der Arbeitszeit-Aufzeichnungen nachweislich verlangen. 

Achtung:

Solange die Übermittlung der Arbeitszeit-Aufzeichnungen verwehrt wird, werden die Verfallsfristen gehemmt. Die Ansprüche, zu deren Berechnung die Arbeitszeit-Aufzeichnungen erforderlich sind, können daher nicht verfallen, solange den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Arbeitszeit-Aufzeichnungen nicht übermittelt wurden. Diese Ansprüche können daher trotz einer im Kollektivvertrag oder Arbeitsvertrag geregelten Verfallsbestimmung innerhalb der gesetzlichen Verjährungsfrist von 3 Jahren gerichtlich geltend gemacht werden.

Was nützen die Aufzeichnungen?

Wir empfehlen daher, die monatliche Übermittlung der Arbeitszeit-Aufzeichnungen beim Arbeitgeber/der Arbeitgeberin schriftlich zu verlangen. Wenn die Arbeitszeit-Aufzeichnungen übermittelt werden, kann anhand der aufgezeichneten Arbeitsstunden und der Lohnabrechnung monatlich geprüft werden, ob die erbrachte Arbeitsleistung korrekt entlohnt wurde. 

Wenn die Arbeitszeit-Aufzeichnung nicht übermittelt wird, können Ansprüche, wie etwa Überstundenentgelt ohne Rücksicht auf etwaige Verfallsfristen auch noch später bis zu 3 Jahren rückwirkend gerichtlich geltend gemacht werden.

Betriebsrat kann Unterschriftenliste organisieren

Der Betriebsrat kann die Übermittlung der Arbeitszeit-Aufzeichnungen nicht stellvertretend für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verlangen, aber beispielsweise durch eine Unterschriftenliste eine gemeinsame Geltendmachung im Betrieb organisieren.

Mustertext

Mustertext für ein nachweisliches Verlangen der Arbeitszeit-Aufzeichnungen:

"Ich ersuche um Übermittlung der meine Arbeitsleistung betreffenden Arbeitszeit-Aufzeichnungen gemäß § 26 Abs. 8 Arbeitszeitgesetz für die Zukunft jeweils für 1 Kalendermonat spätestens am 15. des Folgemonats! 

Unterschrift des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin

Kontakt

AK Rechtsberatung
Volksgartenstraße 40
4020 Linz
TEL: +43 50 6906 1
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