01.11.2020

Krankenstand

Telefonische Arbeits­unfähigkeits­meldung

  • Für ÖGK-Versicherte
    Die telefonische Arbeits­unfähig­keits­eldung gilt ab 1. November 2020 zunächst bis 31. März 2021. Für Sachverhalte vor diesem Zeitpunkt gilt die Regelung, dass bloß bei „COVID-19-Verdacht“ per Telefon die Arbeitsunfähigkeit (AU) gemeldet werden kann. Ab dem 1. November 2020 sind damit auch nicht COVID-19 bezogene AU (etwa Depression, Grippe) per Telefon durch die Versicherten den Vertragsärzten/-innen mitteilbar, die die AU der ÖGK anschließend melden. Freilich liegt es im Ermessen der Ärzte/-innen, persönliche Vorsprachen zu fordern.

  • Für Versicherte anderer Krankenkassen
    Eine Vereinbarung wird vorbereitet. Nähere Informationen dazu folgen.

Im Übrigen bleiben folgende Bestimmungen zum Krankenstand weiter in Kraft.

Krankenstand unverzüglich melden

Wenn Sie krank werden, sind Sie verpflichtet, Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber unverzüglich die Arbeitsverhinderung (= den Krankenstand) mitzuteilen. Das ist in den meisten Fällen ein Anruf in der Firma, am besten zu Arbeitsbeginn oder noch davor. Anschließend sollten Sie sich unverzüglich von einem einem Arzt / einer Ärztin  krankschreiben lassen.

ACHTUNG

Arbeitgeber/-innen haben das Recht, eine Kranken­stands-Bestätigung von Ihnen zu verlangen - auch für einen eintägigen Krankenstand. Nehmen Sie auf jeden Fall Kontakt zu Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin auf!  

Arbeitgeber/-innen können nach angemessener Zeit wiederholt eine Krankenstandsbestätigung verlangen. In der Bestätigung müssen Beginn, voraussichtliche Dauer und Ursache der Ar­beits­ver­hind­er­ung angeführt sein. 

WICHTIG

In der Krankenstands-Bestätigung muss zwar die Ursache für Ihre Arbeitsunfähigkeit angeführt sein, damit ist nicht die Diagnose gemeint! Sie müssen nicht sagen, woran Sie leiden. Das ist Ihre Privatsache. Sie müssen nur den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin informieren, ob Sie krank sind oder einen Unfall erlitten haben. 
 

Krankenstands-Bestätigung bringen

Wenn Sie Ihrer Melde- und Nachweispflicht nicht nachkommen, verlieren Sie für die Dauer der Säumnis Ihren Anspruch auf Entgelt. Das heißt, Ihr Arbeitgeber oder Ihre Arbeitgeberin muss Ihnen den Lohn bzw. das Gehalt nicht bezahlen, solange Sie sich nicht krankgemeldet und/oder die nötigen Krankmeldungen gebracht haben. Arbeitgeber/-innen dürfen jedoch in der Regel das Arbeitsverhältnis nicht durch fristlose Entlassung beenden, sollten Ar­beit­nehmer/-innen ihrer Mitteilungs- oder Nachweispflicht nicht nachkommen.

Wie Sie sich im Krankenstand verhalten sollten

Krankenstand oder nicht? Ob eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Erkrankung vorliegt, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Im Krankenstand dürfen Sie nichts tun, was das Gesundwerden verzögern könnte. Das bedeutet zum Beispiel, wenn jemand aufgrund einer Grippe oder eines grippalen Infekts im Krankenstand ist, darf er sich nicht im Freien aufhalten bzw. muss dies auf das Allernötigste beschränken (Arztbesuche, Gang zur Apotheke). Ist jemand wegen Depressionen krankgeschrieben, kann Spazierengehen ein Teil der Behandlung sein. Was zu tun ist, entscheidet im Zweifelsfall Arzt oder Ärztin bzw. sagt der gesunde Menschen­verstand. Auch wenn Sie sich während des Krankenstandes nicht an Ihrem Hauptwohnsitz aufhalten, ist das Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt bekannt zu geben. Bei Aufenthalt in einem anderen Bundesland oder im Ausland muss vorab die Zustimmung der Krankenkasse eingeholt werden.

Kündigung im Krankenstand

Arbeitnehmer/-innen können im Krankenstand gekündigt werden

Arbeitnehmer/-innen sind während des Krankenstandes nicht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes geschützt. Deshalb gehen auch viele Arbeitnehmer/-innen krank arbeiten. ArbeitnehmerInnen können während des Krankenstandes gekündigt werden. Dabei sind aber dieselben Kündigungsfristen und -termine einzuhalten, die auch sonst gelten.

Arbeitgeber/-innen müssen den Krankenstand bezahlen

Arbeitgeber/-innen ersparen sich durch eine Kündigung im Krank­en­stand nichts. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen müssen sie bei einer Kündigung im Krankenstand das Entgelt im Krankenstand weiterbezahlen, sofern die ArbeitnehmerInnen noch einen An­spruch darauf haben.

Seit 01.07.2018 muss die / der Arbeitgeber/-in auch bei einer ein­ver­nehm­lich­en Lösung nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses das Entgelt weit­erzahlen, wenn die einvernehmliche Lösung während oder im Hinblick auf einen Krankenstand erfolgt ist.

So viel Krankengeld gibt es

  • Bis zum 42. Tag der Arbeits­unfähigkeit infolge Erkrankung gibt es 50 Prozent der Bemessungs­grundlage.

  • Ab dem 43. Tag gibt es 60 Prozent der Bemessungs­grundlage.

  • Für Sonder­zahlungen gebührt ein Zuschlag von 17 Prozent, der ein Sechstel der Höchst­beitrags­grundlage (2020: 5.370 Euro) nicht überschreiten darf.

  • Die Bemessungs­grundlage ist der letzte volle beitragspflichtige Bruttolohn (Bruttogehalt).

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