Welche Jobs / Kurse muss ich annehmen?

Die sogenannten Zumut­barkeits­bestimmungen legen jene Kriterien fest, unter denen eine Beschäftigung angenommen werden muss bzw. diese ohne Sanktion abgelehnt werden kann.

Wann ist die An­nahme einer Be­schäftigung zumutbar?

Bei der Vermittlung muss u.a. auf gesund­heitliche Ein­schränkungen Rücksicht genommen werden. Kinder­betreuungs­pflichten sind zu erheben und eine Vermittlung entsprechend der zeitlichen Ein­schränkungen ist vorzunehmen (gleiches gilt für Weiter­bildungs­maßnahmen). Eine Mindest­verfügbarkeit von 20 bzw. 16 Wochen­stunden bei Personen mit Betreuungs­pflichten für Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr oder bei Kindern mit Behinderung muss aber gegeben sein. Diese Ein­schränkungen sind im Betreuungs­plan festzuhalten und dieser ist dem/der Arbeitslosen auszuhändigen.

Beschäftigungs­verhältnisse am 2. Arbeits­markt z.B. in Sozial­ökonomischen Betrieben etc. sind neu in das Arbeitslosen­versicherungsgesetz aufgenommen worden. Diese Beschäftigungs­verhältnisse sollten jedoch nur für Menschen,- die am ersten Arbeits­markt nicht vermittelbar sind - unter bestimmten Voraussetzungen (Einhaltung arbeits­rechtlicher Vorschriften, Qualitätsstandards etc.) in Frage kommen.

Darüber hinaus ist eine Beschäftigung nur zumutbar, wenn auf die körperlichen Fähigkeiten, die Gesundheit, die Sittlichkeit , die Betreuungs­verpflichtungen und die Entlohnung Rücksicht genommen wird. Eine Tätigkeit ist nur dann zumutbar, wenn das Entgelt dem Kollektiv­vertrag jener Branche, in die Sie vermittelt werden, entspricht. Das gilt unabhängig davon, ob Sie Arbeits­losen­geld oder Notstands­hilfe beziehen.

Die An­nahme eines Beschäftigungs­angebotes als freie/freier Dienst­nehmer/in erfolgt nur auf freiwilliger Basis.

Eine Wegzeit von eineinhalb Stunden gilt bei einer Teilzeit­beschäftigung als zumutbar. Bei einer Vollzeit­beschäftigung, beträgt die zumutbare Wegzeit zwei Stunden. Ein Über­schreiten dieser Wegzeit ist unter besonderen Umständen möglich. Beispielsweise, wenn am Wohnort lebende Personen üblicherweise längere Wegzeiten zurück legen oder besonders günstige Arbeits­bedingungen angeboten werden.

Berufsschutz

Berufs­schutz besteht während der ersten 100 Tage des Arbeits­losen­geldbezuges. Eine Vermittlung in eine nicht dem bisherigen Tätigkeits­bereich entsprechende Tätigkeit ist nicht zumutbar, wenn dadurch eine künftige Beschäftigung im bisherigen Beruf wesentlich erschwert wird.

Entgeltschutz

Für den Fall, dass Sie in eine Teilzeit­beschäftigung oder in eine berufsfremde Beschäftigung vermittelt werden, das heißt in eine andere Beschäftigung als die, die Sie zuletzt ausgeübt haben, gilt für die Dauer von 120 Tagen der sogenannte "Entgeltschutz". Das bedeutet, dass Sie in Ihrer neuen Beschäftigung in der Höhe von 80 Prozent der letzten Bemessungs­grundlage des Arbeitslosen­geldes entlohnt werden müssen. Nach Ablauf von 120 Tagen senkt sich diese Grenze auf 75 Prozent. In Ihrem bisherigen Beruf darf Sie das AMS auch dann vermitteln, wenn das Entgelt geringer ist als die 80 Prozent der herange­zogenen Bemessungs­grundlage. Das Einkommen muss aber dem Kollektiv­vertrag entsprechen! Der Entgelt­schutz gilt nur dann, wenn Sie Arbeits­losengeld beziehen.

Entgeltschutz auf Grund voran­gegangener Teilzeit­arbeit

Für den Fall, dass Sie in der Zeit, die als Bemessungs­grundlage herangezogen wird, mehr als die Hälfte Teilzeit­beschäftigungen ausgeübt haben, muss das sozial­versicherungs­pflichtige Entgelt der zugewiesenen Beschäftigung mindestens die Höhe der herangezogenen Bemessungs­grundlage erreichen. Dieser Entgelt­schutz gilt für die gesamte Dauer des Arbeitslosen­geld­bezuges.

Welcher Kurs ist zumutbar?

Oftmals versucht das AMS Ihre Chancen auf dem Arbeits­markt zu verbessern, indem es Sie einer Schulung zuteilt. Eine solche Maß­nahme müssen Sie grundsätzlich besuchen. Allerdings muss der Kurs geeignet sein, tatsächlich Ihre Chancen auf dem Arbeits­markt zu erhöhen.Bei der Zumutbarkeit von Kursen kommt es auf einen objektiven Maßstab an und das AMS muss Ihnen sagen, warum gerade dieser Kurs geeignet ist, etwaige Vermittlungs­hemmnisse zu beseitigen („Begründungs­pflicht“ des AMS).

Betreuungsplan

Das Arbeitsmarkt­service muss mit Ihnen gemeinsam einen Betreuungs­plan erstellen. Darin müssen die in Aussicht genommenen Maßnahmen, die zur Beendigung Ihrer Arbeits­losigkeit führen sollen, beschrieben sein. Der Betreuungs­plan soll gemeinsam mit Ihnen vereinbart werden, wenn Sie aber mit dem AMS keine Einigung erzielen können, kann das AMS den Plan einseitig festlegen.
Gegen den Betreuungs­plan, mit dem Sie nicht einverstanden sind, können Sie kein Rechts­mittel einlegen.

Arbeitserprobung im Zuge von Maßnahmen des AMS

Arbeits­erprobungen dürfen nur zur Über­prüfung vorhandener oder im Rahmen der Maßnahme erworbener Kenntnisse und Fertigkeiten sowie der Einsatz­möglichkeiten in einem Betrieb eingesetzt werden und daher eine angemessene Dauer nicht überschreiten.

Das passiert, wenn ich eine Stelle nicht annehme?

Zum zeitweiligen Verlust des Arbeitslosen­geldes bzw. der Notstands­hilfe kommt es, wenn Sie sich weigern, die Arbeit aufzu­nehmen oder eine Aufnahme vereiteln. Auch wenn Sie eine geeignete Nach- oder Umschu­lung nicht besuchen, eine Maßnahme zur Wiedereingliederung in den Arbeits­markt ablehnen oder zu wenig Eigen­initiative zum Auffinden einer Beschäftigung zeigen, können Sie Ihren Anspruch verlieren.

Bei all diesen Punkten kommt es beim ersten Mal zum Verlust des Arbeitslosen­geldes bzw. der Notstandshilfe für sechs Wochen. Bei wiederholter Weigerung verlieren Sie das Geld für acht Wochen. Die Erhöhung der Mindest­dauer auf acht Wochen gilt bis zum Erwerb einer neuen Anwartschaft.

Der Kranken­versicherungs­schutz für Arbeitslose und ihre Angehörigen bleibt auch während der Ausschluss­frist erhalten.

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