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Muttersprachlicher Unterricht

Für Kinder mit einer anderen Muttersprache (Erstsprache) als Deutsch oder Kinder, die in der Familie zweisprachig aufwachsen, gibt es den sogenannten muttersprachlichen Unterricht. Das heißt Kinder haben hier die Möglichkeit, ihre Erstsprache noch besser und intensiver zu lernen.

Ziel und Wichtigkeit

Ziel des muttersprachlichen Unterrichts ist es, die Zweisprachigkeit der Kinder zu unterstützen und zu festigen. Außerdem soll dadurch auch die Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung gefördert werden.

Die Erstsprache ist unter anderem deswegen so wichtig, weil es für Kinder umso leichter ist eine (oder mehrere) neue Sprachen zu erlernen, je besser sie die eigene Erstsprache beherrschen. Dabei ist es allerdings wichtig, diese Sprache nicht nur zu sprechen, sondern auch die Regeln und die Struktur der Sprache (Grammatik) sowie die Rechtschreibung zu erlernen und den Wortschatz zu erweitern. Dies geschieht im muttersprachlichen Unterricht an der Schule. Außerdem entwickeln Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, leichter die Fähigkeit zu vernetztem Denken.

Mit mehreren Sprachen aufzuwachsen und in diesen Sprachen „zuhause zu sein“, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese Kinder mit den Menschen unterschiedlichster Herkunft Kontakt haben und dadurch viel lernen können. Diese sozialen und interkulturellen Kompetenzen werden auch für das Berufsleben immer wichtiger.

Unterrichtsform

Der muttersprachliche Unterricht wird entweder als verbindliche Übung, als unverbindliche Übung oder als Freigegenstand abgehalten.

  • Im Rahmen der Vorschulstufe kann der muttersprachliche Unterricht als verbindliche Übung im Ausmaß von drei Wochenstunden angeboten werden.
  • In der Volksschule und Sonderschule – Unterstufe wird der muttersprachliche Unterricht als unverbindliche Übung, an der NMS und der Sonderschule – Oberstufe entweder als unverbindliche Übung oder als Freigegenstand abgehalten. Das Ausmaß beträgt zwei bis sechs Wochenstunden.
  • An der Polytechnischen Schule kann der muttersprachliche Unterricht als Freigegenstand oder unverbindliche Übung im Wochenstundenausmaß von drei Stunden abgehalten werden.
  • In der AHS-Unterstufe kann muttersprachlicher Unterricht als Freigegenstand oder als unverbindliche Übung abgehalten werden. Das Ausmaß beträgt acht bis 21 Wochenstunden auf vier Jahre.
  • In der AHS-Oberstufe kann muttersprachlicher Unterricht als Freigegenstand oder als unverbindliche Übung abgehalten werden. Das Ausmaß beträgt zwei bis acht Wochenstunden auf vier Jahre.
  • In der BMS und der BHS ist es möglich den muttersprachlichen Unterricht schulautonom anzubieten.

Organisationsform

Der muttersprachliche Unterricht kann unterschiedlich organisiert sein.

  • In der Vorschulstufe entweder parallel zum Unterricht (das bedeutet die Schüler/-innen werden aus der Klasse genommen und in dieser Zeit extra unterrichtet) oder integrativ (Team Teaching im Rahmen des Regelunterrichts).
  • In der Pflichtschule entweder integrativ oder zusätzlich am Nachmittag. Eine parallele Führung zum Unterricht ist nur dann erlaubt, wenn die angemeldeten Schüler/-innen dadurch keinen Pflichtgegenstand versäumt oder gewährleistet ist, dass die gleichen Unterrichtsinhalte in der Erstsprache gelernt werden.

Anmeldung:

Die Anmeldung erfolgt jeweils im Sommersemester für das darauffolgende Unterrichtsjahr und gilt auch immer nur für dieses Jahr.

Die Kinder müssen jedes Jahr angemeldet werden.

Für Schulanfänger/-innen erfolgt die Anmeldung bei der Aufnahme in die Schule. Für die Anmeldung gibt es eine gewisse Frist. Die genauen Fristen erfahren Sie bei den Schulleiter/-innen bzw. sind diese im Schulunterrichtsgesetz (www.ris.bka.gv.at) geregelt.
Nach dieser Frist ist eine Anmeldung möglich, so lange durch die zusätzlichen Anmeldungen die Gruppe nicht so groß wird, dass diese geteilt werden muss.

Achtung
  • Eine bestimmte Mindestzahl für das Zustandekommen gibt es nicht, diese wird von den Schulpartnern festgelegt.
  • Es ist auch möglich, dass klassen-, schul- und schulartenübergreifende Gruppen gebildet werden.

Religion

Kein Thema im muttersprachlichen Unterricht ist die Religion. Dazu gibt es den Religionsunterricht für anerkannte Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Infos und Anmeldeformulare

Mehr Informationen zum muttersprachlichen Unterricht und Anmeldeformulare unter bildung.bmbwf.gv.at

Schuleinschreibung

Schulpflichtige Kinder müssen von den Eltern bzw. den Erziehungsberechtigten bei der zuständigen Volksschule angemeldet werden.

Religionsunterricht

Mein Kind hat ein Recht auf Religionsunterricht einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgemeinschaft.

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