Behindertenbegleitung

Berufsbezeichnung

Fach-Sozialbetreuer/-in Behindertenbegleitung
Diplom-Sozialbetreuer/-in Behindertenbegleitung

Aufgabenbereich

Ganzheitliche soziale Betreuung von beeinträchtigten Menschen in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Freizeit und Bildung sowie Unterstützung bei der Basisversorgung. Der Aufgabenschwerpunkt liegt in der Begleitung, Beratung und Assistenz.
Das Berufsbild der Diplom-Sozialbetreuung Behindertenbegleitung entspricht dem der Fach-Sozialbetreuung, umfasst aber darüber hinaus auch Koordinationsaufgaben, Aufgaben der Weiterentwicklung des Betreuungsangebots und die fachliche Anleitung in Fragen der Behindertenbegleitung.

Ausbildungsdauer / Ausbildungsvoraussetzungen

Die Ausbildung wird in Tagesform und berufsbegleitend angeboten und dauert auf Fachniveau mindestens 2 Jahre. Sie umfasst 1.200 Unterrichtseinheiten Theorie sowie 1.200 Stunden Praxis und kann entweder im Rahmen eines Ausbildungslehrgangs oder durch Absolvierung einzelner Module erfolgen.
Im Anschluss daran kann die Ausbildung zum Diplom-Sozialbetreuer/zur Diplom-Sozialbetreuerin Behindertenbegleitung absolviert werden, die mindestens 1 weiteres Jahr dauert und 600 Unterrichtseinheiten Theorie sowie 600 Stunden Praxis umfasst.
Fach- und Diplom-Sozialbetreuer/innen haben alle 2 Jahre Fortbildungen im Mindestausmaß von 32 Stunden zu absolvieren.

Ausbildungsvoraussetzungen

  • Mindestalter von 17 Jahren
  • erfolgreiche Absolvierung der 9. Schulstufe (Ausnahmen möglich)
  • gesundheitliche und persönliche Eignung
  • ausreichende Deutschkenntnisse in Bezug auf Ausbildung und Berufsausübung
  • Aufnahmetest und/oder Aufnahmegespräch
  • bei manchen Ausbildungsstätten zusätzlich 40 Stunden Schnupperpraktikum

Über die Aufnahme entscheidet eine Kommission.

Ausbildungsstätten in OÖ

Finanzielles

Für die Ausbildung sind Kurskosten zu zahlen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wird, bei Erfüllung der Voraussetzungen, ein Teil dieser Kosten über das Bildungskonto des Landes OÖ rückerstattet. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Ausbildungskosten auch von anderen Kostenträgern wie z.B. dem AMS übernommen werden.

So fördert etwa das AMS seit Jänner 2014 auch Arbeitgeber/-innen, die in die berufsbegleitende Ausbildung von Arbeitnehmer/-innen zu Sozialbetreuer/-innen mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung investieren. Mehr dazu im Artikel "AMS Bildungsförderungen".

Personen, die eine Tagesausbildung bei Caritas oder Diakonie absolvieren, können unter bestimmten Voraussetzungen Schulbeihilfe beantragen. Kein Anspruch auf Schulbeihilfe besteht in reinen Praktikumsmonaten ohne Schulbesuch - auch wenn diese Teil de Ausbildung sind.

Hinweis

Auch Familienbeihilfe kann bezogen werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Entlohnung von ausgebildeten Fach- bzw. Diplom-Sozialbetreuern/innen richtet sich nach dem für die jeweilige Einrichtung geltenden Kollektivvertrag (z.B. BAGS) bzw. nach der jeweiligen Dienstordnung oder sonstigen lohngestaltenden Vorschrift.

Hinweise & Tipps

Personen, die in Oberösterreich eine mindestens 2-semestrige Ausbildung zum Behindertenbetreuer/zur Behindertenbetreuerin absolviert haben, sind berechtigt, die Berufsbezeichnung Fach-Sozialbetreuer/-in Behindertenbegleitung zu führen, sofern sie noch folgende Ausbildungsteile absolvieren:

  • Modul „Unterstützung bei der Basisversorgung“ im Ausmaß von 55 UE Theorie und 40 Stunden Praxis
  • theoretische Ergänzungsausbildung von mindestens 380 UE und
  • praktische Ergänzungsausbildung von 260 Stunden oder 1 Jahr Berufstätigkeit in einer Einrichtung der Behindertenhilfe bzw. der psychiatrischen Vor- und Nachsorge

Personen, die in Oberösterreich eine 3-jährige Ausbildung zum Diplom-Behindertenpädagogen/zur Diplom-Behindertenpädagogin nach 01.01.1995 abgeschlossen haben, sind zur Führung der Berufsbezeichnung Diplom-Sozialbetreuer/-in Behindertenbegleitung berechtigt.
Wurde die Ausbildung bereits vor 01.01.1995 abgeschlossen, dann ist noch das Modul „Unterstützung bei der Basisversorgung“ im Ausmaß von 100 UE Theorie und 40 Stunden Praxis zu absolvieren.
Wurden die jeweils vorgeschriebenen Ergänzungsausbildungen bis Juli 2017 nicht absolviert, so darf die Berufsbezeichnung Fach- bzw. Diplom-Sozialbetreuer/-in Behindertenbegleitung nicht geführt werden. Die Berechtigung zur Berufsausübung im bisherigen Beruf geht aber dadurch nicht verloren.

Die Prüfung zum Diplom-Sozialbetreuer/zur Diplom-Sozialbetreuerin gilt als Ersatz für die Fachbereichsprüfung im Rahmen der Berufsreifeprüfung.

Berufsinformationen zur Behindertenbegleitung finden Sie auch in der AMS-Broschüre „Berufe Soziales“. Für detaillierte Informationen zu Ausbildung und Aufnahmemodalitäten kontaktieren Sie am besten direkt die jeweilige Bildungseinrichtung.

Gleichstellung und Anerkennung

Ausbildungen auf Basis von Gesetzen anderer Bundesländer, die Vertragsparteien gemäß der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern über Sozialbetreuungsberufe sind, gelten als gleichwertig.

Für Personen, die im In- oder Ausland gleichwertige Ausbildungen oder Ausbildungsteile absolviert haben und in Oberösterreich in einem Sozialberuf arbeiten wollen, besteht die Möglichkeit der Anrechnung und Anerkennung. Etwaige Qualifikationsunterschiede können durch Absolvierung von Anpassungslehrgängen oder Eignungsprüfungen ausgeglichen werden.

Die Zuständigkeit für Anrechnung und Anerkennung von im Inland absolvierten Ausbildungen und Ausbildungsteilen liegt bei jenen Bildungseinrichtungen, die gemäß oö Sozialberufegesetz zur Ausbildung im jeweiligen Sozialberuf ermächtigt sind.
Die Zuständigkeit für Anrechnung und Anerkennung von im Ausland absolvierten Ausbildungen liegt bei den Ländern.

Ansprechpartner in Oberösterreich:
Amt der OÖ Landesregierung
Abteilung Soziales
Bahnhofplatz 1, 4020 Linz
Tel: +43 732 7720 15221
E-Mail: so.post@ooe.gv.at

Kontakt

AK Bildungsberatung in OÖ
TEL: +43 50 6906 1601
E-MAIL: bildungsinfo@akooe.at
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