Fachkräftestipendium verlängert bis 2022

Das Fachkräftestipendium ermöglicht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Höherqualifizierung, berufliche Neuausrichtung und das Nachholen von Ausbildungsabschlüssen in bestimmten Berufsfeldern. Personen mit maximal Pflichtschulabschluss werden dabei besonders unterstützt. Für sie ist die Vorbereitung auf alle Lehrabschlussprüfungen uneingeschränkt förderbar. Zusätzlich können sie als einzige Personengruppe parallel zum Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice auch eine Beihilfe zu den Kurskosten erhalten.

Mit der Einführung des Fachkräftestipendiums 2013 kam eine langjährige Forderung der Arbeiterkammer zur Umsetzung.

Geförderter Personenkreis

  • Arbeitnehmer/-innen, die für Dauer der Ausbildung karenziert sind
  • arbeitslose Personen
  • vormals Selbständige, deren Gewerbe ruht

Ein  Fachkräftestipendium kann nur von Personen beantragt werden, deren höchster Bildungsabschluss unter Fachhochschulniveau liegt. Wurde bereits ein Studium an einer Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule absolviert, besteht kein Zugang zum Fachkräftestipendium. Wurde hingegen in der Vergangenheit eine Ausbildung an einer Pädagogischen Akademie, an einer Sozialakademie oder an einer MTD-Akademie abgeschlossen, ist das kein Hindernis.

Nicht förderbar durch das Fachkräftestipendium sind:

  • Lehrlinge
  • Bezieher/-innen von Kinderbetreuungsgeld
  • Stiftungsteilnehmer/-innen
  • Ausländer/-innen, die vom AMS nicht vorzumerken sind
  • Beschäftigte in Kurzarbeit, für die um eine Qualifizierungsförderung in Kurzarbeit angesucht wurde
  • Personen in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis
  • arbeitsunfähige Personen 

Voraussetzungen

  • mindestens 4 Jahre arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung in den letzten 15 Jahren (Lehrjahre finden dabei Berücksichtigung)
  • Qualifikation der Förderwerberin/des Förderwerbers unter Fachhochschulniveau
  • Erfüllung der Aufnahmevoraussetzungen der jeweiligen Bildungseinrichtung beziehungsweise Eignung für die geplante Ausbildung
  • Absolvierung einer Ausbildung mit einer Dauer von mindestens 3 Monaten und im Umfang von durchschnittlich mindestens 20 Stunden pro Woche
  • die Ausbildung muss planmäßig innerhalb von 4 Jahren zum Abschluss führen
  • Wohnsitz in Österreich

Stipendienhöhe, Anspruchsdauer

Wird Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice gewährt, besteht für maximal 3 Jahre Anspruch auf ein monatliches Stipendium von mindestens 31,70 Euro täglich (FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz 2021).

Sonderregelung befristet für den Zeitraum 16.3.2020 bis 31.12.2024: Wenn eine Ausbildung (zum Beispiel Pflegefachassistenz, Werkmeisterschule, Kolleg) auf Grund von Corona nicht zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt abgeschlossen werden konnte, ist eine Verlängerung des FKS-Bezugs möglich. Die maximale Bezugsdauer beträgt aber auch in diesen Fällen 3 Jahre.
Entsprechende Bestätigungen sind am AMS vorzulegen.

Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe?Höhe des Fachkräftestipendiums
Anspruch liegt ÜBER dem FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz von 31,70 Euro täglichBisherige Höhe des Arbeitslosengeldes bzw. der Notstandshilfe wird weiter gewährt
Anspruch liegt UNTER dem FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz von 31,70 Euro täglichBisherige Höhe des Arbeitslosengeldes bzw. der Notstandshilfe PLUS Differenz zum FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz
Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld bzw. NotstandshilfeFKS-Ausgleichszulagenrichtsatzes von 31,70 Euro täglich (2021)

Zusatzbetrag: Wird das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe weiter gewährt, so wird ein Zusatzbetrag in Höhe von 2,11Euro täglich (2021) in bestimmten Fällen ausbezahlt.

Bildungsbonus bei Ausbildungsbeginn zwischen 1.10.2020 und 31.12.2021: Für Ausbildungen, die in diesem Zeitraum begonnen haben oder beginnen werden und mindestens 120 Tage dauern, gebührt bei Weitergewährung des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe zusätzlich zum Zusatzbetrag ein Bildungsbonus in der Höhe von 4 Euro täglich. Dieser Bildungsbonus kann maximal bis 31.12.2023 ausbezahlt werden.

Personen ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe, die das reine Fachkräftestipendium (FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz) erhalten, haben keinen Anspruch auf den Zusatzbetrag und den Bildungsbonus.

Bezieher/-innen eines Fachkräftestipendiums sind kranken-, unfall- und pensionsversichert. Ausbildungsfreie Zeiten (Ferien, Zeiten der Prüfungsvorbereitung) unterbrechen den Bezug des Fachkräftestipendiums nur dann, wenn ihr Ausmaß mehr als 3 Monate pro Kalenderjahr umfasst.

Paralleles Einkommen

Parallel zum Bezug des Fachkräftestipendiums ist ein Zuverdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze von derzeit 475,86 Euro (2021) möglich.

Übersteigt das Einkommen – zum Beispiel während der Ferien – die Geringfügigkeitsgrenze, wird für diesen Beschäftigungszeitraum der Bezug des Fachkräftestipendiums unterbrochen. Diese Zeit der Unterbrechung kann im Bedarfsfall hinten „angehängt“ werden.

Förderbare Ausbildungen

Mit dem Fachkräftestipendium werden alle in der jeweils aktuellen Ausbildungsliste gelisteten Ausbildungen gefördert.
>> zur FKS -Ausbildungsliste des AMS

Nicht gefördert werden:

  • Studien an Universitäten und Fachhochschulen
  • Ausbildungen im Ausland
  • Fernlehrgänge
  • Ausbildungen, die kürzer als 3 Monate oder länger als 4 Jahre dauern
  • Ausbildungen laut Ausbildungsliste, die weniger als 20 Stunden pro Woche umfassen
  • vorgelagerte Ausbildungen, die für die Aufnahme in eine FKS-geförderte Ausbildung erforderlich sind (zum Beispiel Pflichtschulabschluss, Vorbereitungslehrgang für Kolleg)

Beachten Sie

  • Mit dem Fachkräftestipendium werden Ausbildungen gefördert, die frühestens am 01.01.2017 und spätestens am 31.12.2022 begonnen oder wiederaufgenommen werden.

  • Die Ausbildung muss zur Gänze in Österreich absolviert werden.

  • Im Falle der Wiederaufnahme einer abgebrochenen Ausbildung kann erst nach einer bestimmten Zeit der Ausbildungsunterbrechung Fachkräftestipendium bezogen werden.

  • Auch Personen in bereits laufenden Ausbildungen können ein Fachkräftestipendium beantragen; vorausgesetzt die Ausbildung hat nicht vor 01.01.2017 begonnen und befindet sich auf der jeweils gültigen Ausbildungsliste.

  • Die Ausbildungskosten selbst (Kurskosten, Schulgeld) werden nicht vom Arbeitsmarktservice übernommen.
    Ausnahme: Eine Ausnahme gibt es für Arbeitnehmer/-innen mit maximal Pflichtschulabschluss. Sie können zusätzlich zum Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice auch eine Beihilfe zu den Kurskosten erhalten.

Antragstellung

Antragstellung und Abwicklung des Fachkräftestipendiums erfolgen über das Arbeitsmarktservice. Die Gewährung des Fachkräftestipendiums ist an ein Beratungsgespräch zwischen Arbeitsmarktservice und Förderwerber/-in gebunden. In weiterer Folge ist ein Nachweis über den Ausbildungsfortschritt und über eine 75%ige Anwesenheit zu erbringen.

Beachten Sie

  • Wiederholungen von Ausbildungsabschnitten sind möglich, sollten aber wie alle anderen Umstände, die den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung gefährden, dem Arbeitsmarktservice gemeldet werden.

  • Es gibt auch eine zweite Chance: Wurde in der Vergangenheit eine Ausbildung abgebrochen, gibt es für maximal eine neue Ausbildung, die bis spätestens 31.12.2022 beginnt, wieder das Fachkräftestipendium für längstens 3 Jahre.

Kombination: Fachkräftestipendium und Bildungskarenz

Eine Kombination von Bildungskarenz und anschließendem Fachkräftestipendium ist möglich. Wesentlich dabei ist, dass die Ausbildung nach dem 01.01.2017 startet und der Bezug des Fachkräftestipendiums spätestens am 31.12.2022 beginnt.

Links

Kontakt

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AK Bildungsberatung in OÖ
TEL: +43 50 6906 1601
E-MAIL: bildungsinfo@akooe.at
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