Fach­kräfte­stipendium ver­längert bis 2023

Das Fachkräftestipendium (FKS) ermöglicht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Höherqualifizierung, berufliche Neuausrichtung und das Nachholen von Ausbildungsabschlüssen in bestimmten Berufsfeldern. Personen mit maximal Pflichtschulabschluss werden dabei besonders unterstützt. Für sie ist die Vorbereitung auf alle Lehrabschlussprüfungen uneingeschränkt förderbar. Zusätzlich können sie als einzige Personengruppe parallel zum Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice auch eine Beihilfe zu den Kurskosten erhalten.

Geförderter Personen­kreis

  • Arbeitnehmer/-innen, die für Dauer der Ausbildung karenziert sind
  • arbeitslose Personen
  • vormals Selbständige, deren Gewerbe ruht

Ein  Fachkräftestipendium kann nur von Personen beantragt werden, deren höchster Bildungsabschluss unter Fachhochschulniveau liegt. Wurde bereits ein Studium an einer Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule absolviert, besteht kein Zugang zum Fachkräftestipendium. Wurde hingegen in der Vergangenheit eine Ausbildung an einer Pädagogischen Akademie, an einer Sozialakademie oder an einer MTD-Akademie abgeschlossen, ist das kein Hindernis.

Nicht förderbar durch das Fachkräftestipendium sind:

  • Lehrlinge
  • Bezieher/-innen von Kinderbetreuungsgeld
  • Stiftungsteilnehmer/-innen
  • Beschäftigte in Kurzarbeit, für die um eine Qualifizierungsförderung in Kurzarbeit angesucht wurde
  • Personen in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis
  • arbeitsunfähige Personen 
  • Personen, die eine Alterspension oder Übergangsgeld beziehen

Voraus­setzungen

  • mindestens 4 Jahre arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung in den letzten 15 Jahren (Lehrjahre finden dabei Berücksichtigung)
  • Qualifikation der Förderwerberin/des Förderwerbers unter Fachhochschulniveau
  • Erfüllung der Aufnahmevoraussetzungen der jeweiligen Bildungseinrichtung beziehungsweise Eignung für die geplante Ausbildung
  • Absolvierung einer Ausbildung mit einer Dauer von mindestens 3 Monaten und maximal 3 Jahren und einem Umfang von durchschnittlich mindestens 20 Stunden pro Woche
  • die Ausbildung muss planmäßig innerhalb von 3 Jahren zum Abschluss führen (das gilt seit 1.1.2022)
  • Die FKS-Ausbildung muss zur Gänze in Österreich absolviert werden
  • Wohnsitz in Österreich

Stipendien­höhe, Anspruchs­dauer

Ein Fachkräftestipendium wird vom Arbeitsmarktservice für maximal 3 Jahre gewährt.

Karenzierte Arbeitnehmer/-innen

Arbeitnehmer/-innen in einem Arbeitsverhältnis, das für die Dauer der FKS-Ausbildung karenziert ist, erhalten ein Fachkräftestipendium in Höhe von 32,60 Euro täglich (FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz 2022).

Arbeitslose

Arbeitslose bekommen während einer FKS-Ausbildung weiterhin ihr Arbeitslosengeld beziehungsweise ihre Notstandshilfe ausbezahlt, mindestens aber 32,60 Euro täglich. Diese Personengruppe erhält außerdem einen Zusatzbetrag von 2,15 Euro täglich (Wert 2022).

Für Ausbildungen, die zwischen 1.10.2020 und 31.12.2022 beginnen und mindestens 120 Tage dauern, gebührt bei Weitergewährung des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe zusätzlich zum Zusatzbetrag ein AMS-Bildungsbonus in der Höhe von 4 Euro täglich. Dieser AMS-Bildungsbonus kann maximal bis 31.12.2023 ausbezahlt werden.

Personen ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe, die das reine Fachkräftestipendium (FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz) erhalten, haben keinen Anspruch auf den Zusatzbetrag und den AMS-Bildungsbonus.

Unterbrechung des Stipendiums

Ausbildungsfreie Zeiten (Ferien, Zeiten der Prüfungsvorbereitung) unterbrechen den Bezug des Fachkräftestipendiums nur dann, wenn ihr Ausmaß mehr als 3 Monate pro Kalenderjahr umfasst.

Paralleles Einkommen

Zuverdienst

Parallel zum Bezug des Fachkräftestipendiums ist ein Zuverdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze von monatlich derzeit 485,85 Euro (2022) möglich.

Übersteigt das Einkommen – zum Beispiel während der Ferien – die Geringfügigkeitsgrenze, wird für diesen Beschäftigungszeitraum der Bezug des Fachkräftestipendiums unterbrochen. Diese Zeit der Unterbrechung kann im Bedarfsfall am Ende „angehängt“ werden.

AMS-Kinderbetreuungsbeihilfe

Für Ausbildungen ab 1.1.2022 kann parallel zum Fachkräftestipendium auch AMS-Kinderbetreuungsbeihilfe bezogen werden.

Versicherung

Bezieher/-innen eines Fachkräftestipendiums sind kranken-, unfall- und pensionsversichert. 

Förder­bare Aus­bildungen

Mit dem Fachkräftestipendium werden alle in der jeweils aktuellen Ausbildungsliste geführten Ausbildungen gefördert.
>> zur FKS -Ausbildungsliste des AMS ab 1.1.2022

HINWEIS

Neu in der Ausbildungsliste seit 1.9.2021:

  • Forstfachschule gemäß § 117 Forstgesetz, 2 Jahre
  • Pflegeassistenz-Ausbildung an einer Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege, Vollzeit 1 Jahr, in Teilzeit 2 Jahre
  • Kolleg/Aufbaulehrgang für Berufstätige für Elementarpädagogik

Nicht gefördert werden:

  • Studien an Universitäten und Fachhochschulen
  • Ausbildungen im Ausland
  • Fernlehrgänge
  • vorgelagerte Ausbildungen, die für die Aufnahme in eine FKS-geförderte Ausbildung erforderlich sind (zum Beispiel Pflichtschulabschluss, Vorbereitungslehrgang für Kolleg)

BEACHTEN SIE

Die Ausbildungskosten selbst (Kurskosten, Schulgeld) werden nicht vom Arbeitsmarktservice übernommen.

Ausnahme: Eine Ausnahme gibt es für Arbeitnehmer/-innen mit maximal Pflichtschulabschluss. Sie können zusätzlich zum Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice auch eine Beihilfe zu den Kurskosten erhalten.

Antrag­stellung

Antragstellung und Abwicklung des Fachkräftestipendiums erfolgen über das Arbeitsmarktservice. Die Gewährung des Fachkräftestipendiums ist an ein Beratungsgespräch zwischen Arbeitsmarktservice und Förderwerber/-in gebunden. 

HINWEIS

Neu seit Jahresbeginn 2022: Der Antrag auf Fachkräftestipendium kann nur mehr vor Ausbildungsbeginn gestellt werden. Personen in bereits laufenden Ausbildungen können kein Fachkräftestipendium mehr beantragen. Nehmen Sie also bitte rechtzeitig vor Beginn der Ausbildung Kontakt mit dem AMS auf!

Bezieherinnen und Bezieher eines Fachkräftestipendiums müssen in weiterer Folge einen Nachweis über ihren Ausbildungsfortschritt und ihre 75 prozentige Anwesenheit erbringen.

Beachten Sie

  • Eine einmalige Wiederholung eines Ausbildungsteils ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

  • Es gibt auch eine zweite Chance: Wurde in der Vergangenheit eine Ausbildung abgebrochen, gibt es für maximal eine neue Ausbildung, die bis spätestens 31.12.2023 beginnt, wieder das Fachkräftestipendium für längstens 3 Jahre.

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Kontakt

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AK Bildungsberatung in OÖ
TEL: +43 50 6906 1601
E-MAIL: bildungsinfo@akooe.at
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