Bildungskarenz
Mit der Bildungskarenz können Beschäftigte ihre Arbeit bis zu 12 Monate für Aus- und Weiterbildungen unterbrechen.
Das Fachkräftestipendium ermöglicht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Höherqualifizierung, berufliche Neuausrichtung und das Nachholen von Ausbildungsabschlüssen in bestimmten Berufsfeldern. Personen mit maximal Pflichtschulabschluss werden dabei besonders unterstützt. Für sie ist die Vorbereitung auf alle Lehrabschlussprüfungen uneingeschränkt förderbar. Zusätzlich können sie als einzige Personengruppe parallel zum Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice auch eine Beihilfe zu den Kurskosten erhalten.
Mit der Einführung des Fachkräftestipendiums 2013 kam eine langjährige Forderung der Arbeiterkammer zur Umsetzung.
Ein Fachkräftestipendium kann nur von Personen beantragt werden, deren höchster Bildungsabschluss unter Fachhochschulniveau liegt. Wurde bereits ein Studium an einer Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule absolviert, besteht kein Zugang zum Fachkräftestipendium. Wurde hingegen in der Vergangenheit eine Ausbildung an einer Pädagogischen Akademie, an einer Sozialakademie oder an einer MTD-Akademie abgeschlossen, ist das kein Hindernis.
Nicht förderbar durch das Fachkräftestipendium sind:
Wird Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice gewährt, besteht für maximal 3 Jahre Anspruch auf ein monatliches Stipendium von mindestens 31,70 Euro täglich (FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz 2021).
Sonderregelung befristet für den Zeitraum 16.3.2020 bis 31.12.2024: Wenn eine Ausbildung (zum Beispiel Pflegefachassistenz, Werkmeisterschule, Kolleg) auf Grund von Corona nicht zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt abgeschlossen werden konnte, ist eine Verlängerung des FKS-Bezugs möglich. Die maximale Bezugsdauer beträgt aber auch in diesen Fällen 3 Jahre.
Entsprechende Bestätigungen sind am AMS vorzulegen.
Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe? | Höhe des Fachkräftestipendiums |
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Anspruch liegt ÜBER dem FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz von 31,70 Euro täglich | Bisherige Höhe des Arbeitslosengeldes bzw. der Notstandshilfe wird weiter gewährt |
Anspruch liegt UNTER dem FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz von 31,70 Euro täglich | Bisherige Höhe des Arbeitslosengeldes bzw. der Notstandshilfe PLUS Differenz zum FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz |
Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe | FKS-Ausgleichszulagenrichtsatzes von 31,70 Euro täglich (2021) |
Zusatzbetrag: Wird das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe weiter gewährt, so wird ein Zusatzbetrag in Höhe von 2,11Euro täglich (2021) in bestimmten Fällen ausbezahlt.
Bildungsbonus bei Ausbildungsbeginn zwischen 1.10.2020 und 31.12.2021: Für Ausbildungen, die in diesem Zeitraum begonnen haben oder beginnen werden und mindestens 120 Tage dauern, gebührt bei Weitergewährung des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe zusätzlich zum Zusatzbetrag ein Bildungsbonus in der Höhe von 4 Euro täglich. Dieser Bildungsbonus kann maximal bis 31.12.2023 ausbezahlt werden.
Personen ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe, die das reine Fachkräftestipendium (FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz) erhalten, haben keinen Anspruch auf den Zusatzbetrag und den Bildungsbonus.
Bezieher/-innen eines Fachkräftestipendiums sind kranken-, unfall- und pensionsversichert. Ausbildungsfreie Zeiten (Ferien, Zeiten der Prüfungsvorbereitung) unterbrechen den Bezug des Fachkräftestipendiums nur dann, wenn ihr Ausmaß mehr als 3 Monate pro Kalenderjahr umfasst.
Parallel zum Bezug des Fachkräftestipendiums ist ein Zuverdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze von derzeit 475,86 Euro (2021) möglich.
Übersteigt das Einkommen – zum Beispiel während der Ferien – die Geringfügigkeitsgrenze, wird für diesen Beschäftigungszeitraum der Bezug des Fachkräftestipendiums unterbrochen. Diese Zeit der Unterbrechung kann im Bedarfsfall hinten „angehängt“ werden.
Mit dem Fachkräftestipendium werden alle in der jeweils aktuellen Ausbildungsliste gelisteten Ausbildungen gefördert.
>> zur FKS -Ausbildungsliste des AMS
Antragstellung und Abwicklung des Fachkräftestipendiums erfolgen über das Arbeitsmarktservice. Die Gewährung des Fachkräftestipendiums ist an ein Beratungsgespräch zwischen Arbeitsmarktservice und Förderwerber/-in gebunden. In weiterer Folge ist ein Nachweis über den Ausbildungsfortschritt und über eine 75%ige Anwesenheit zu erbringen.
Eine Kombination von Bildungskarenz und anschließendem Fachkräftestipendium ist möglich. Wesentlich dabei ist, dass die Ausbildung nach dem 01.01.2017 startet und der Bezug des Fachkräftestipendiums spätestens am 31.12.2022 beginnt.
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