01.01.2020

Sozial­versicherungs­beiträge für freie Dienst­nehmer/-innen

Wenn eine bestimmte Einkommensgrenze überschritten wird (2020: 460,66 Euro pro Monat), sind freie Dienst­nehmer/-innen voll sozial­ver­sichert.

Diens­tnehmer/-innen und Dienst­geber/-innen müssen daher Sozial­ver­sicher­ungs­bei­träge abführen. Die Bei­trags­grund­lage (BGL) ist der Bruttolohn.

Wie hoch sind meine Sozial­ver­sicher­ungs­bei­träge?

Arbeitnehmer/-innen-Beiträge
Pensionsversicherung10,25 % der BGL
Krankenversicherung3,87 % der BGL
Arbeitslosen­versicherungsbeitrag*)3,00 % der BGL
Arbeiterkammerumlage0,50 % der BGL
Gesamt17,62% der BGL

Achtung!

*) Bei geringem Einkommen (Beitrags­grundlage) sinkt der Arbeitnehmer/-innen-Beitrag in der Ar­beits­los­en­ver­sicherung (AIV) ab:
Betrags­grundlage (Brutto­einkommen) (2020)
Prozent AIV-Beitrag
bis € 1.733,--
0 %
über € 1.733,-- bis 1.891,--
1 %
über € 1.891,-- bis 2.049,--
2 %
von 2.049,--3 %
Arbeitgeber/-innenbeitrag
Pensionsversicherung12,55 % der BGL
Krankenversicherung3,78 % der BGL
Arbeitslosen­versicherungsbeitrag3,00 % der BGL
Betriebliche Vorsorgekasse1,53 % der BGL
Insolvenzentgeltsicherung0,35 % der BGL
Unfallversicherung1,20 % der BGL
Gesamt22,41 % der BGL

Freie Dienstnehmer/-innen sind voll

  • unfallversichert
  • pensionsversichert
  • krankenversichert

Freie Dienstnehmer/-innen haben Anspruch auf

  • Krankengeld
  • Wochengeld
  • Arbeitslosenunterstützung
  • Insolvenzentgelt, wenn der Auftraggeber insolvent ist
  • alle Services der Arbeiterkammer

Arbeitsrechtliche Einschränkungen

Arbeitsrechtliche Regelungen gelten nur sehr eingeschränkt und sind weitgehend Verhandlungssache.

Freie Dienstnehmer/-innen haben keinen Anspruch auf: bezahlten Urlaub, Sonderzahlungen, Arbeitszeitbeschränkung pro Tag, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber, Familienhospizkarenz usw.

Seit 2016

Mehr Schutz konnte die AK für freie Dienstnehmerinnen erreichen, die ein Kind erwarten: Seit 2016 werden sie in den Geltungs­bereich des Mutterschutz­gesetzes einbezogen. Das heißt: Sie haben nun ein individuelles und absolutes Beschäftigungs­verbot vor und nach der Entbindung. Zusätzlich wurde ein Motiv­kündigungs­schutz gesetzlich verankert: Freie Dienstnehmerinnen, die wegen ihrer Schwangerschaft oder eines Beschäftigungsverbotes bis vier Monate nach der Geburt gekündigt werden, haben nun die Möglichkeit, die Kündigung innerhalb von zwei Wochen bei Gericht anzufechten.  

Downloads

Kontakt

Kontakt

AK Lohnsteuerberatung
Volksgartenstraße 40
4020 Linz
TEL: +43 50 6906 1603
Anfrage ...

  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum