Sozial­versicherungs­beiträge für freie Dienst­nehmer

Wenn eine bestimmte Einkommensgrenze überschritten wird (2022: 485,85 Euro pro Monat), sind freie Dienst­nehmer/-innen voll sozial­ver­sichert.

Diens­tnehmer/-innen und Arbeitgeber müssen daher Sozial­ver­sicher­ungs­bei­träge abführen. Die Bei­trags­grund­lage (BGL) ist der Bruttolohn.

Höhe der Sozial­versicherungs­beiträge

 Arbeitnehmer-
Beitrag
(% der BGL)
Arbeitgeber-
Beitrag
(% der BGL)
Pensionsversicherung10,25 Prozent   12,55 Prozent
Krankenversicherung3,87 Prozent   3,78 Prozent
Arbeitslosen­versicherungsbeitrag3,00 Prozent*) 3,00 Prozent
Arbeiterkammerumlage0,50 Prozent   -
Betriebliche Vorsorgekasse-1,53 Prozent
Insolvenzentgeltsicherung-0,10 Prozent
Unfallversicherung-1,20 Prozent
Gesamt17,62 Prozent  22,16 Prozent 

*) Bei geringem Einkommen (Beitrags­grundlage) sinkt der Arbeitnehmer/-innen-Beitrag in der Ar­beits­los­en­ver­sicherung (ALV):

Beitrags­grundlage (Bruttoeinkommen)
(2022)
Prozent ALV-Beitrag
bis 1.828 Euro
0 Prozent
über 1.828 Euro bis 1.994 Euro
1 Prozent
über 1.994 Euro bis 2.161 Euro
2 Prozent
über 2.161 Euro3 Prozent

Versicherung

Freie Dienstnehmer/-innen sind voll:

  • unfallversichert
  • pensionsversichert
  • krankenversichert
  • arbeitslosenversichert

Ansprüche von freien Dienst­nehmern

Freie Dienstnehmer/-innen haben Anspruch auf:

  • Krankengeld
  • Wochengeld
  • Arbeitslosenunterstützung
  • Insolvenzentgelt, wenn der Auftraggeber insolvent ist
  • alle Services der Arbeiterkammer

Arbeitsrechtliche Einschränkungen

Arbeitsrechtliche Regelungen gelten nur sehr eingeschränkt und sind weitgehend Verhandlungssache.

Freie Dienstnehmer/-innen haben unter anderem keinen Anspruch auf:

  • bezahlten Urlaub
  • Sonderzahlungen
  • Arbeitszeitbeschränkung pro Tag
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber
  • Familienhospizkarenz

Mehr Schutz für freie Dienstnehmerinnen mit Kind

Mehr Schutz konnte die AK für schwangere freie Dienstnehmerinnen erreichen:

  • Seit 2016 werden sie in den Geltungs­bereich des Mutterschutz­gesetzes einbezogen. Das heißt: Sie haben nun ein individuelles und absolutes Beschäftigungs­verbot vor und nach der Entbindung.

  • Zusätzlich wurde ein Motiv­kündigungs­schutz gesetzlich verankert: Freie Dienstnehmerinnen, die wegen ihrer Schwangerschaft oder eines Beschäftigungsverbotes bis 4 Monate nach der Geburt gekündigt werden, haben die Möglichkeit, die Kündigung innerhalb von 2 Wochen bei Gericht anzufechten.  

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