01.01.2021

Sozial­versicherungs­beiträge für freie Dienst­nehmer/-innen

Wenn eine bestimmte Einkommensgrenze überschritten wird (2020: 460,66 Euro pro Monat), sind freie Dienst­nehmer/-innen voll sozial­ver­sichert.

Diens­tnehmer/-innen und Arbeitgeber müssen daher Sozial­ver­sicher­ungs­bei­träge abführen. Die Bei­trags­grund­lage (BGL) ist der Bruttolohn.

Höhe der Sozial­ver­sicher­ungs­bei­träge

 Arbeitnehmer-
Beitrag
(% der BGL)
Arbeitgeber-
Beitrag
(% der BGL)
Pensionsversicherung10,25 %   12,55 %
Krankenversicherung3,87 %   3,78 %
Arbeitslosen­versicherungsbeitrag3,00 %*) 3,00 %
Arbeiterkammerumlage0,50 %   -
Betriebliche Vorsorgekasse-1,53 %
Insolvenzentgeltsicherung-0,20 %
Unfallversicherung-1,20 %
Gesamt17,62 %  22,26 % 

*) Bei geringem Einkommen (Beitrags­grundlage) sinkt der Arbeitnehmer/-innen-Beitrag in der Ar­beits­los­en­ver­sicherung (AIV):

Beitrags­grundlage (Bruttoeinkommen)
(2021)
Prozent AIV-Beitrag
bis 1.790 Euro
0 %
über 1.790 Euro bis 1.953 Euro
1 %
über 1.953 Euro bis 2.117 Euro
2 %
über 2.117 Euro3 %

Versicherung

Freie Dienstnehmer/-innen sind voll...

  • unfallversichert
  • pensionsversichert
  • krankenversichert

Ansprüche von freien Dienstnehmern

Freie Dienstnehmer/-innen haben Anspruch auf...

  • Krankengeld
  • Wochengeld
  • Arbeitslosenunterstützung
  • Insolvenzentgelt, wenn der Auftraggeber insolvent ist
  • alle Services der Arbeiterkammer

Arbeitsrechtliche Einschränkungen

Arbeitsrechtliche Regelungen gelten nur sehr eingeschränkt und sind weitgehend Verhandlungssache.

Freie Dienstnehmer/-innen haben keinen Anspruch auf:

  • bezahlten Urlaub
  • Sonderzahlungen
  • Arbeitszeitbeschränkung pro Tag
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber
  • Familienhospizkarenz
  • usw.

Mehr Schutz für freie Dienstnehmerinnen mit Kind

Mehr Schutz konnte die AK für freie Dienstnehmerinnen erreichen, die ein Kind erwarten:

  • Seit 2016 werden sie in den Geltungs­bereich des Mutterschutz­gesetzes einbezogen. Das heißt: Sie haben nun ein individuelles und absolutes Beschäftigungs­verbot vor und nach der Entbindung.

  • Zusätzlich wurde ein Motiv­kündigungs­schutz gesetzlich verankert: Freie Dienstnehmerinnen, die wegen ihrer Schwangerschaft oder eines Beschäftigungsverbotes bis 4 Monate nach der Geburt gekündigt werden, haben nun die Möglichkeit, die Kündigung innerhalb von 2 Wochen bei Gericht anzufechten.  

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