01.01.2020

Steuervorteile für Familien

Für Familien gibt es Absetzbeträge, um die sich die Lohnsteuer verringert. Außerdem pro­fitieren Eltern bis 2018 vom Kinderfreibetrag. Ab der Veranlagung 2019 profitieren Eltern vom Familien-Bonus-Plus. Spezielle Ausgaben wie etwa Kinderbetreuung können bis einschließlich der Veranlagung 2018 von der Steuer abgesetzt werden. Hier ein Überblick:

Alleinerzieherabsetzbetrag (AEAB)

Der Absetzbetrag für Alleinerziehende steht Ihnen zu, wenn Sie 

  • in einem Kalenderjahr für ein oder mehrere Kinder mehr als 6 Monate Familienbeihilfe bezogen haben und

  • mehr als die Hälfte im Kalenderjahr nicht in einer Ehe, einer Lebens­ge­mein­schaft oder einer eingetragenen Partnerschaft gelebt haben.

Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB)

Als Alleinverdiener/-in gelten Sie im Steuerrecht, wenn Sie 3 Voraussetzungen erfüllen:

  1. Ihre Ehe, Lebensgemeinschaft oder Ihre eingetragene Partnerschaft dauerte im Kalenderjahr mehr als 6 Monate.

  2. Es wurde für ein oder mehrere Kinder mehr als 6 Monate Familienbeihilfe bezogen.

  3. Und Ihre Partnerin oder Ihr Partner hat im selben Kalenderjahr nicht mehr als 6.000 Euro verdient. Ob ihr oder sein Einkommen unter dieser Einkommensgrenze liegt, lässt sich folgendermaßen berechnen:

Bruttojahresbezug (inkl. Sonderzahlungen)
minussteuerfreie Sonderzahlungen
bis zur Höhe von maximal 2.100 Euro
minussteuerfreie Zulagen und Zuschläge
minusSozialversicherungsbeiträge
minusGewerkschaftsbeiträge
minusPendlerpauschale
minusWerbungskosten
(mindestens das Pauschale von 132 Euro)
plusWochengeld und Abfertigungen
ergibt Einkommen für den AVAB

Hinweis

Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosengeld oder Ausbildungs- und Förderbeihilfe des AMS, Notstandshilfe, Unterhaltsleistungen und Familienbeihilfe spielen keine Rolle. Das Wochengeld muss allerdings in die Berechnung des Einkommens mit einbezogen werden.

Wie hoch sind AEAB und AVAB?

Mit dem Alleinverdienerabsetzbetrag oder dem Alleinerzieherabsetzbetrag verringert sich Ihre Lohnsteuer einmalig im Jahr um folgende Beträge:                   

  • um 494 Euro bei einem Kind, für das Sie Familienbeihilfe bekommen.
  • insgesamt um 669 Euro bei 2 Kindern, für die Sie Familienbeihilfe erhalten.
  • und zusätzlich um 220 Euro für das 3. und jedes weitere Kind, für das Sie Familienbeihilfe beziehen.

Für Kinder, die im EU/EWR-Raum oder in der Schweiz leben, wird der Alleinverdienerabsetzbetrag an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst. Die entsprechenden Werte werden vom Fin­anz­ministerium per Verordnung kundgemacht. Für Kinder in Drittstaaten gibt es keinen Allein­ver­diener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Wie beantrage ich AEAB und AVAB?

Beide Absetzbeträge können Sie entweder in Ihrer Firma oder im Nachhinein über die ArbeitnehmerInnenveranlagung beantragen.

Hinweis

Wenn Sie den Alleinverdienerabsetzbetrag oder den Allein­er­zieher­ab­setz­be­trag schon in der Firma beantragt haben, müssen Sie das ent­sprechende Feld in der ArbeitnehmerInnenveranlagung trotzdem nochmals ankreuzen, damit das Finanzamt weiß, dass Ihnen der Ab­setz­betrag im betreffenden Kalenderjahr zusteht!

Sie bekommen den AEAB oder den AVAB über die Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lagung als Negativsteuer erstattet,

  • wenn Sie entweder keine Lohnsteuer bezahlen müssen, weil Sie weniger als 1.260 Euro brutto monatlich verdienen.

  • oder wenn Sie während des gesamten Kalenderjahres eine steuerfreie Transferleistung, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld oder Kinderbetreuungsgeld, bezogen haben.

Mehrkindzuschlag

Für Eltern, deren gemeinsames Jahreseinkommen 55.000 Euro im Jahr nicht übersteigt, gibt es einen Mehrkindzuschlag von 20 Euro im Monat für das 3. und jedes weitere Kind, für das sie Familienbeihilfe beziehen. Die Einkommen der Eltern werden nur dann zusammengerechnet, wenn sie in diesem Kalenderjahr länger als 6 Monate im gemeinsamen Haushalt gelebt haben.

Wie bekomme ich den Mehrkindzuschlag?

Den Mehrkindzuschlag bekommt man über die Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lag­ung.


Formular L 1k

Mit dem Formular L1k können Sie folgende Ausgaben ("Außergewöhnliche Belastungen") in die ArbeitnehmerInnenveranlagung mit einbeziehen:

  • Kinderfreibetrag (noch inkl. Steuerjahr 2018)
  • Kinderbetreuungskosten (noch inkl. Steuerjahr 2018)
  • Familienbonus (ab dem Steuerjahr 2019)
  • Unterhalt für im Ausland lebende Kinder
  • zwangsläufig auswärtige Berufsausbildung eines Kindes
  • Krankheitskosten für Kinder
  • Kosten für behinderte Kinder
  • Unterhaltsabsetzbetrag

Unterhaltsabsetzbetrag

Zahlen Sie für Kinder, die nicht im gleichen Haushalt leben, nachweislich den gesetzlichen Unter­halt, können Sie einen Unterhaltsabsetzbetrag bei der Steuer geltend machen. Voraussetzung ist, dass die vollen von der Behörde oder in einem schriftlichen Vergleich festgesetzten Alimente oder aber zumindest die Regelbedarfssätze vollständig geleistet wurden. 

Für Kinder, die im EU/EWR-Raum oder in der Schweiz leben, wird der Alleinverdienerabsetzbetrag an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst. Die entsprechenden Werte werden vom Fin­anz­ministerium per Verordnung kundgemacht. Für Kinder in Drittstaaten gibt es keinen Allein­ver­diener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Der Unterhaltsabsetzbetrag beträgt

für das 1. Kind29,20 Euro monatlich
für das 2. Kind43,80 Euro monatlich
für jedes weitere Kind58,40 Euro monatlich

Regelbedarfsätze

monatlich
2017 2018 2019
von 0 bis   3 Jahre200 Euro 204 Euro 208 Euro
bis   6 Jahre257 Euro 262 Euro 267 Euro
bis 10 Jahre331 Euro 337 Euro 344 Euro
bis 15 Jahre378 Euro 385 Euro 392 Euro
bis 19 Jahre446 Euro 454 Euro 463 Euro
bis 25 Jahre558 Euro
 569 Euro
 580 Euro

Kinderfreibetrag

Bis zum Steuerjahr 2018 gilt:

Für jedes Kind, für das mehr als 6 Monate im Kalenderjahr Familien­bei­hilfe bezogen wird, gibt es einen Freibetrag von 440 Euro jährlich. Machen beide Elternteile den Kinderfreibetrag bei Ihrer Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lag­ung geltend, beträgt er pro Elternteil 300 Euro jährlich. Dies ist nur dann sinnvoll, wenn beide Elternteile Lohnsteuer bezahlen. Steht ihnen mehr als 6 Monate im Ka­len­der­jahr der Unterhaltsabsetzbetrag zu, dann können Sie auch den Kinderfreibetrag in Höhe von 300 Euro geltend machen.

Bis 2015 galt

Bis 2015 betrug der Kinderfreibetrag 220 Euro. Bei einer Aufteilung des Kinderfreibetrags betrug dieser 132 Euro für jeden Elternteil.

Kinderbetreuungskosten

Die folgenden Regelungen gelten bis zum Steuerjahr 2018. Mit dem Steuerjahr 2019 gilt der Familienbonus bzw. der Kindermehrbetrag.

Von den Kosten für Kinderbetreuung inklusive Verpflegung kann man unter folgenden Vor­aus­setz­ungen bis zu 2.300 Euro pro Kind absetzen:

  • wenn für das Kind entweder mehr als 6 Monate im Kalenderjahr Familienbeihilfe bezogen wurde oder man mehr als 6 Monate Anspruch auf den Unterhaltsabsetzbetrag hat;

  • wenn das Kind zu Beginn des Veranlagungsjahres das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet hat;
    oder:

  • wenn das Kind mit einer erheblichen Behinderung, für das man die erhöhte Familienbeihilfe bezieht, zu Beginn des Veranlagungsjahres, das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hat;

  • wenn das Kind in einer öffentlichen oder privaten institutionellen Kinder­be­treu­ungs­ein­richtung (z.B. Kindergarten, Hort, Halb- oder Vollinternat), die den landesgesetzlichen Vorschriften über Kinder­be­treu­ungs­ein­richt­ung­en entspricht, oder von einer pädagogisch qualifizierten Person (z.B. ausgebildete Tagesmutter) betreut wird.

Geteilte Betreuungskosten

Wenn sich die Elternteile die Betreuungskosten für ein Kind teilen, können diese auch bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung aufgeteilt werden und zwar in dem Verhältnis, in dem die Eltern die Kosten getragen haben. Ins­ge­samt können maximal 2.300 Euro pro Kind berücksichtigt werden.

Kinderbetreuungskosten bei Alleinerziehenden

Für Alleinerziehende gelten Sonderregelungen. Sie können die Kinder­be­treu­ungs­kosten inklusive Verpflegung wie folgt absetzen: 

  • Für Kinder bis zum 10. Geburtstag können Kinderbetreuungskosten wie bei allen anderen Familien auch bis zu 2.300 Euro pro Kind als außer­ge­wöhn­liche Belastung ohne Selbstbehalt abgeschrieben werden. Was den Betrag von 2.300 Euro übersteigt, kann von Alleinerziehende darüber hinaus als außergewöhnliche Belastung mit Selbstbehalt geltend gemacht werden. 

  • Alleinerziehende haben außerdem die Möglichkeit, auch nach dem 11. Lebensjahr ihrer Kinder Kinderbetreuungskosten als außergewöhnliche Belastung mit Selbstbehalt abzusetzen, und zwar längstens bis zum Ende der Schulpflicht. 

Unterhaltsleistungen für im Ausland lebende Kinder

Wird für ein unterhaltsberechtigtes Kind, das sich ständig außerhalb des EU-Raumes, der Schweiz, Island, Liechtenstein oder Norwegen aufhält, Unterhalt bezahlt, können pro Monat 50 Euro oder der halbe Unterhalt berücksichtigt werden, der im jeweiligen Land angemessen ist.

Kosten für auswärtige Berufsausbildung eines Kindes

Sofern es im Umkreis Ihres Wohnortes keine entsprechende Aus­bild­ungs­möglich­keit gibt und Ihr Kind eine Schule, Universität oder Lehrstelle in einiger Entfernung besuchen muss, kann für jedes angefangene Monat ein Freibetrag von 110 Euro monatlich geltend gemacht werden. Dauert die Ausbildung das ganze Kalenderjahr, ist der Freibetrag auch für die Ferienzeit abschreibbar. Dabei kommt es aber auf die Entfernung der Ausbildungsstätte vom Wohnort an:     

  • Den Freibetrag gibt es jedenfalls, wenn die Ausbildung mehr als 80 km vom Wohnort entfernt stattfindet.

  • Wenn Wohnort und Ausbildungsstätte weniger als 80 km voneinander ent­fernt sind, muss man für eine Wegstrecke mit dem schnellsten öffentlichen Verkehrsmittel nachweislich mehr als 1 Stunde brauchen, oder die täg­liche Hin- und Rückfahrt ist nach dem Studienförderungsgesetz nicht zu­mut­bar.

  • Den Freibetrag gibt es auch für Schüler und Lehrlinge, die am Aus­bild­ungs­ort in einer Zweitunterkunft, z.B. einem Internat wohnen, sofern es im Um­kreis von 25 km keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit gibt.

Krankheitskosten für Kinder

Die Krankheitskosten für Kinder, die Sie bei der Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lag­ung berücksichtigen können, hängen vom Grad der Behinderung des Kindes ab:

  • Bei einer Behinderung bis 24 Prozent
    können die tatsächlichen be­hinder­ungs­be­dingten Aufwendungen, von denen das Pflegegeld abgezogen werden muss, berücksichtigt werden. Diese Kosten wirken sich nur dann auf die Steuer aus, wenn sie den Selbstbehalt übersteigen.

  • Behinderung von 25 bis 49 Prozent:
    Hier können die Krankheitskosten, die beim Thema „Außergewöhnliche Belastungen“ aufgezählt werden, ohne Selbst­be­halt geltend gemacht werden.

  • Behinderung ab 50 Prozent:
    Ab diesem Behinderungsgrad besteht Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe. In diesem Fall kann man entweder die tat­säch­lich­en Aufwendungen abzüglich des Pflegegeldes geltend gemacht werden, oder ein Freibetrag von 262 Euro monatlich, bei dem das Pflegegeld gegen ge­rechnet wird. Außerdem können Aufwendungen für Hilfsmittel, die Kosten für die Heilbehandlung und die Kosten für eine Sonder-, eine Pflegeschule oder für eine Behindertenwerkstätte von der Steuer abgeschrieben werden.

Hinweis

Nähere Infos dazu und zum Thema Selbstbehalt finden Sie im Artikel Außergewöhnliche Belastungen.


Kontakt

Kontakt

AK Lohnsteuerberatung
Volksgartenstraße 40
4020 Linz
TEL: +43 50 6906 1603
Anfrage ...

  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum