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Absetzbeträge

Im Gegensatz zu den Freibeträgen (Außergewöhnliche Belastungen, Sonderausgaben und Werbungskosten), die "nur" den Betrag, von der die Steuer berechnet wird, senken, werden die Absetzbeträge in voller Höhe direkt von der Steuer abgezogen.

Absetzbeträge die automatisch bei der Lohn- bzw. Gehaltsverrechnung berücksichtigt werden

1. Verkehrsabsetzbetrag ab 01.01.2016 (§ 33/5 EStG)

Der Verkehrsabsetzbetrag in Höhe von 400,00 Euro im Jahr steht allen Arbeitnehmern/-innen zu. Er soll die Aufwendungen für die Fahrt zur Arbeit decken. Er muss nicht extra beantragt werden, sondern wird automatisch bei der Lohn-/Gehaltsberechnung berücksichtigt. Der Verkehrsabsetzbetrag entfällt auch dann nicht, wenn Sie das kleine oder große Pendlerpauschale in Anspruch nehmen.

Der Arbeitnehmerabsetzbetrag ist ab 2016 in den Verkehrsabsetzbetrag integriert und erhöht:

bis 2015Neuer Verkehrsabsetzbetrag ab 2016
291,00 Euro Verkehrsabsetzbetrag
  54,00 Euro Arbeitnehmerabsetzbetrag
400,00 Euro


2. Pensionistenabsetzbetrag

Dieser steht allen Pensionisten/-innen bis zu einer gewissen Einkommenshöhe zu. Er muss nicht extra beantragt werden, sondern wird automatisch in die Pensionsberechnung einbezogen.

Der Pensionistenabsetzbetrag beträgt 400 Euro im Jahr. Er vermindert sich gleichmäßig einschleifend zwischen zu versteuernden Pensionsbezügen von 17.000 Euro und 25.000 Euro auf Null.

Absetzbeträge, die beantragt werden müssen

1. Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB) ab 01.01.2011

Unter folgenden Voraussetzungen steht Alleinverdienenden mit Kindern ein Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB) zu:

  • Der/Die Steuerpflichtige muss mindestens 6 Monate im Kalenderjahr in Ehe oder Lebensgemeinschaft oder eingetragener Partnerschaft (nicht getrennt) leben.
  • Für das jeweilige Kind wird mindestens für sieben Monate im Kalenderjahr Familienbeihilfe bezogen.
  • Der Partner/Die Partnerin darf dabei maximal 6.000 Euro im Kalenderjahr an eigenen Einkünften erzielen.
    Achtung: Nicht als Einkommen des Partners/der Partnerin werden gewertet: Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosengeld, Sonderunterstützung, Notstandshilfe sowie Alimente. Krankengeld, Wochengeld und Abfertigung sind hingegen als Einkommen zu rechnen.

Erfüllen beide Partner die Voraussetzungen, steht der AVAB dem Höherverdienenden zu. Haben beide keine oder gleich hohe Einkünfte, steht der AVAB dem haushaltsführenden Partner zu.

Höhe des Alleinverdienerabsetzbetrages:

  • 494 Euro bei einem Kind
  • 669 Euro bei zwei Kindern
  • je 220 Euro zusätzlich pro Jahr für das dritte bzw. jedes weitere Kind

Den Alleinverdienerabsetzbetrag müssen Sie beantragen:

  • entweder beim Dienstgeber im vorhinein mit dem Formular E 30
  • oder beim Finanzamt im nachhinein über die Arbeitnehmerveranlagung mit dem Formular L 1 oder über die Einkommensteuererklärung mit dem Formular E 1.
Achtung

Grundsätzlich ist für den Steuerausgleich (Arbeitnehmerveranlagung) das Formular L1 zu verwenden. Seit 2009 muss aber für Freibeträge im Zusammenhang mit Kindern ein neues Formular verwendet werden - das L1k (Beilage zur Arbeitnehmerveranlagung). Das betrifft nicht nur die neu geschaffenen Abschreibposten für Kinder, sondern auch jene, die bisher ins L1 eingetragen wurden.
Ab 2010 muss je Kind ein eigenes Formular L1k ausgefüllt werden.

Ab der Veranlagung für 2016 muss für außergewöhnliche Belastungen das Formular L1ab ausgefüllt werden.
Zu den Steuer-Formularen

2. Alleinerzieherabsetzbetrag

Dieser steht Ihnen zu, wenn Sie ledig, geschieden oder verwitwet sind, mehr als die Hälfte des Jahres, für das Sie die Veranlagung durchführen, in keiner Partnerschaft gelebt haben und in der Zeit des Alleinseins mindestens 7 Monate Familienbeihilfe für das dem Haushalt zugehörigen Kind erhalten haben.

Erhöhung des Alleinerzieherabsetzbetrages und zwar

  • 494 Euro mit einem Kind,
  • 669 Euro mit zwei Kindern,
  • 889 Euro mit drei Kindern.
    Für jedes weitere Kind erhöht sich der Absetzbetrag um 220 Euro.

Den Alleinerzieherabsetzbetrag müssen Sie beantragen:

  • entweder beim Arbeitgeber/bei der Arbeitgeberin im vorhinein mit dem Formular E 30
  • oder beim Finanzamt im nachhinein über die Arbeitnehmerveranlagung mit dem Formular L 1 oder über die Einkommensteuererklärung mit dem Formular E 1.

3. Erhöhter Pensionistenabsetzbetrag ab 1.1.2011

Ein erhöhter Pensionistenabsetzbetrag von 764 Euro pro Kalenderjahr steht zu wenn:

  • die steuerpflichtigen Pensionseinkünfte 13.100 Euro (ab 2012: 19.930 Euro; ab 2013: 25.000 Euro) pro Kalenderjahr nicht übersteigen und
  • der/die Steuerpflichtige mehr als sechs Monate in ehelicher oder eingetragener Partnerschaft lebt und
  • die steuerpflichtigen Partnereinkünfte 2.200 Euro pro Kalenderjahr nicht übersteigen und
  • der/die Steuerpflichtige keinen Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag hat.

Er wird mit einer Erklärung zur Berücksichtigung mittels Formular (E 30) bei der pensionsauszahlenden Stelle oder beim Finanzamt mit der Arbeitnehmerveranlagung (L 1) beantragt.

(Anmerkung: Der Pensionistenabsetzbetrag ist bei einer Negativsteuerberechnung unbeachtlich.)

Hinweis

Neuregelung ab 01.01.2013:

Ab einem jährlichen Pensionseinkommen von 19.930 Euro bis 25.000 Euro vermindert sich der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag automatisch bis auf einen Betrag von Null.


4. Unterhaltsabsetzbetrag

Dieser steht Ihnen zu, wenn Sie für ein oder mehrere Kinder Alimente zahlen müssen.

Er beträgt monatlich:

  • für das erste Kind 29,20 Euro  
  • für das zweite Kind 43,80 Euro 
  • für das dritte und jedes weitere Kind 58,40 Euro 

Den Unterhaltsabsetzbetrag müssen Sie beim Finanzamt beantragen:

  • über die Arbeitnehmerveranlagung mit der Beilage L1k zum Formular L 1 oder
  • über die Einkommensteuererklärung mit der Beilage L1k zum Formular E 1.

5. Mehrkindzuschlag

Der Mehrkindzuschlag steht ab dem Kalenderjahr 2009 zu, wenn die Familienbeihilfe für mehr als zwei Kinder bezogen wurde und das steuerpflichtige Jahreseinkommen beider Partner, die mehr als sechs Monate in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft gelebt haben, 55.000 Euro nicht überstieg.

Der Mehrkindzuschlag beträgt ab dem dritten Kind pro Kind 20 Euro im Monat. Sie müssen ihn beim Finanzamt beantragen entweder:

  • über die Arbeitnehmerveranlagung (Formular L1) oder
  • über die zur Einkommensteuererklärung (Formular E1) oder
  • wenn Sie kein Erwerbseinkommen hatten, da Sie z.B. im Karenz oder arbeitslos waren, mit dem Formular E4.

6. Pendlereuro ab 01.01.2013

Sind Sie Pendler/-in und haben Anspruch auf die Pendlerpauschale, wird Ihnen ein zusätzlicher Absetzbetrag, der sogenannte Pendlereuro, gewährt. Für Teilzeitkräfte wird der Pendlereuro wie das Pendlerpauschale aliquotiert.   

Den Pendlereuro müssen Sie beantragen entweder

  • gemeinsam mit der Pendlerpauschale beim Arbeitgeber/bei der Arbeitgeberin (Formular L 34) oder
  • über die Arbeitnehmerveranlagung (Formular L1)

Die Höhe des Pendlereuros (Jahresbetrag) beträgt einen Euro pro Kilometer Ihres Arbeitsweges (Hin- und Rückfahrt).

Hinweis

Nähere Infos zum Thema Pendlereuro und Neueinführung des Pendlerausgleichsbetrages finden Sie in den Artikeln "Pendlerpauschale 2013" und "Steuergutschrift bei niedrigem Einkommen".

Steuertarife

Einkommensteuertarif von 01.01.2009 bis 31.12.2015

Einkommen in EuroEinkommensteuer
in Euro
(vor Absetzbeträgen)
Progressions-Steuersatz
in Prozent
bis 11.00000
über 11.000
bis 25.000
(Einkommen - 11.000) x 5.110
/ 14.000
36,5
25.0005.110
über 25.000
bis 60.000
5.110 + (Einkommen - 25.000) x 15.125 / 35.00043,21
60.00020.235
über 60.00020.235 + (Einkommen - 60.000) x 0,550


Die so errechnete Lohnsteuer ist um die Absetzbeträge zu mindern und zwar

  • Arbeitnehmerabsetzbetrag 54 Euro
  • Verkehrsabsetzbetrag 291 Euro

Einkommenssteuertarif ab 01.01.2016

Einkommen
in Euro
Einkommensteuer
in Euro
(vor Absetzbeträgen)
Progressions-
Steuersatz
in Prozent
bis 11.00000
über 11.000
bis 18.000
25
über 18.000
bis 31.000
35
über 31.000
bis 60.000
42
über 60.000
bis 90.000
48
über 90.000
bis 1 Mio
50
über 1 Mio55

Die so errechnete Lohnsteuer ist um den Verkehrsabsetzbetrag in der Höhe von 400,00 Euro zu mindern.

Pflichtveranlagung

Wann sind Sie verpflichtet eine Arbeitnehmerveranlagung zu machen?

Werbungskosten

Werbungskosten helfen Steuern sparen - ein Werbungskostenpauschale wird automatisch bei der Lohnabrechnung berücksichtigt.

Formulare "Steuer & Einkommen"

Beantragen Sie eine Veranlagung, auch, wenn Sie dazu nicht verpflichtet sind – meist gibt es Geld zurück! Mit direkten Links zu allen Formularen.

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