Wann sind Sie verpflichtet eine Arbeitnehmerveranlagung zu machen?

Eine Pflichtveranlagung liegt unter anderem vor,

wenn ein Steuerpflichtiger in einem Kalenderjahr

  • gleichzeitig 2 oder mehrere lohnsteuerpflichtige Bezüge erhielt, wenn auch nur für kurze Zeit,

  • Krankengeld, Rehageld oder Beitragsrückerstattungen (z.B. Arbeitslosenversicherungsbeiträge) von der Sozialversicherung (GKK) erhielt,

    Krankengeld:
    Solange Sie während des Krankenstandes Entgeltfortzahlung von Ihrem Arbeitgeber erhalten, wird die Lohnsteuer – wie bei jeder anderen Gehaltszahlung - einbehalten. Wenn Sie allerdings das Krankengeld von Ihrem Krankenversicherungsträger erhalten, behält dieser eine pauschale Lohnsteuer ein: 25 Prozent von jenem Betrag, der 30 Euro täglich übersteigt (bis Ende 2013 22 Prozent soweit 20 Euro übersteigt; 2014 und 2015: 36,5 Prozent soweit 30 Euro übersteigt.). Beträgt das Krankengeld weniger als 30 Euro pro Tag, fällt keine pauschale Lohnsteuer an.

    Bei der Arbeitnehmerveranlagung werden alle steuerpflichtigen Bezüge – also auch das Krankengeld - zusammengerechnet und die Steuer neu berechnet. Dabei kann es wegen der geringen pauschalen Besteuerung des Krankengeldes zu einer Nachzahlung kommen.

  • seinem Arbeitgeber einen Freibetragsbescheid vorgelegt hat,

  • den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag oder das Pendlerpauschale in Anspruch nahm, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht (mehr) gegeben waren,

  • neben seinem lohnsteuerpflichtigen Einkommen (auch Pensionen zählen dazu) zusätzliche Einkünfte von mehr als 730 Euro bezog, z.B. aus selbständiger Tätigkeit, aus Vermietungen, aus Land- und Forstwirtschaft usw. aber auch ausländische Pensionen,

  • Bezüge aus dem Insolvenzfonds erhielt,
    Nachzahlungen von Insolvenz-Ausfallsgeld werden vorerst im Zuge eines vereinfachten Verfahrens mit einer vorläufigen Lohnsteuer von 12 % versteuert. Bei der Arbeitnehmerveranlagung werden alle steuerpflichtigen Bezüge des Kalenderjahres in dem der Anspruch entstanden ist (= z.B. Konkurseröffnung) zusammengerechnet und die Steuer neu berechnet. Dabei kann es in vielen Fällen wegen der vorerst geringen pauschalen Besteuerung zu einer Nachzahlung kommen.
    >> zum Artikel "Insolvenentgelt und Pflichtveranlagung"

Trifft einer dieser Punkte für Sie zu, dann müssen Sie eine Veranlagung bei Ihrem Wohnsitz-Finanzamt machen - bis spätestens 30. September des Folgejahres!

ACHTUNG

Erfahrungsgemäß fordert das Finanzamt in diesen Fällen noch im Spätsommer auf, die Arbeitnehmerveranlagung bis Ende September zu machen.

Beachten Sie weiters, dass im Falle von Einkommen aus selbständiger Tätigkeit (über 730 Euro/Jahr) eine Einkommensteuererklärung bis 30.04. des Folgejahres (bis 30.06. des Folgejahres mittels FinanzOnline) durchzuführen ist.

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