01.01.2020

Bin ich umsatzsteuerpflichtig

Bagatellegrenze für „Kleinunternehmer/-innen“

„Kleinunternehmer/-In“ sind Sie, wenn Sie nicht mehr als 35.000 Euro Umsätze netto, als freie/r Dienstnehmer/-in bzw. Neue/r Selbstständige/r pro Jahr erzielen.

Das entspricht 42.000 Euro brutto inkl. 20 Prozent Umsatzsteuer 33.900 brutto inkl. 13 % bzw. 33.000 Euro brutto inkl. 10% Umsatzsteuer. Unter Umsätze versteht man die Beträge, die auf den Honorarnoten ausgewiesen sind. Allfällige Ausgaben (z.B. Sozialversicherungsbeiträge) sind noch nicht abgezogen.

Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit spielen bei der Frage, ob man über die 35.000-Euro-Grenze kommt, keine Rolle. Nur Ihre Einnahmen aus selbstständigen Tätigkeiten (freier Dienstvertrag, Werkvertrag) zählen.

Kleinunternehmer/-innen sind umsatzsteuerbefreit

Als Kleinunternehmer/-in brauchen Sie keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Sie dürfen aber auch keine Vorsteuer abziehen, wenn Sie eine Investition oder dergleichen tätigen.

Achtung

Als Kleinunternehmer/-in dürfen Sie auf Ihren Honorarnoten keine Umsatzsteuer ausweisen! Tun Sie es dennoch, müssen Sie die Umsatzsteuer jedenfalls an das Finanzamt abführen. Und zwar auch dann, wenn Ihr Umsatz vielleicht weit unter der 35.000-Euro-Grenze liegt.

Verzicht auf die Umsatzsteuer-Befreiung

Manchmal kann es nachteilig sein, keine Vorsteuer abziehen zu können. Zum Beispiel, wenn Sie größere Investitionen tätigen müssen, etwa Computer samt teurer Software. Oder wenn Sie nur mit Auftraggeber/-innen in Ge­schäfts­be­zieh­ung stehen, die vorsteuerabzugsberechtigt sind. Als Klein­unter­nehmer/-innen haben Sie daher das Recht, auf die Befreiung von der Um­satz­steuer­pflicht zu verzichten. In diesem Fall müssen Sie dem Finanzamt schriftlich mitteilen, dass Sie künftig der Regelbesteuerung unterliegen wollen.

Achtung

Der Verzicht auf die Umsatzsteuer-Befreiung ist für fünf Jahre bindend. Sie müssen in der Folge die Umsatzsteuer, die auf Ihren Honorarnoten ausgewiesen ist, an das Finanzamt abführen, und zwar mit den „Umsatzsteuervoranmeldungen“ (Formular U 30) bzw. der Umsatzsteuererklärung (Formular U 1). Die Um­satz­steuer­vor­an­meld­ung muss vierteljährlich oder monatlich beim Finanzamt ab­ge­geben werden.

Wer muss welche Erklärung abgeben?

  • Nehmen Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, müssen Sie bei Jahresumsätzen bis 35.000 Euro überhaupt keine Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt abgeben (außer Sie werden vom Finanzamt dazu auf­ge­fordert).
  • Haben Sie Umsätze von über 35.000 Euro pro Jahr oder einen Regel­be­steuer­ungs­an­trag gestellt, müssen Sie Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben (entweder monatlich oder, bei Umsätzen unter 100.000 Euro, vierteljährlich).

Umsatzsteuergrenze überschritten?

Innerhalb von fünf Jahren können Sie als freie/r Dienstnehmer/-in einmalig die Grenze von 35.000 Euro um maximal 15 Prozent überschreiten und daher Einnahmen von bis zu 40.250 Euro netto bzw. 48.300 Euro brutto haben (bei einem Steuersatz von 20 Prozent), ohne aus der Kleinunternehmer/-innenregelung zu fallen.

Kontakt

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Volksgartenstraße 40
4020 Linz
TEL: +43 50 6906 1603
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