Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Sanitär- und Sozialeinrichtungen

Zu den sanitären Einrichtungen zählen Waschgelegenheiten, Waschräume, Toiletten und Umkleideräume. Sozialeinrichtungen sind Aufenthaltsräume und Bereitschaftsräume.

Sanitär- und Sozialeinrichtungen

Duschen, Waschplätze, Toiletten, Garderoben – Sanitär- und Sozialeinrichtungen in Arbeitsstätten müssen gewisse Voraussetzungen erfüllen. Diese sind im 4. Abschnitt der Arbeitsstättenverordnung, für Baustellen im 4. Abschnitt der Bauarbeiterschutzverordnung, geregelt.

Trinkwasser

Trinkwasserentnahmestellen und etwaige Trinkgefäße müssen in hygienischem Zustand zur Verfügung stehen. Entnahmestellen von nicht zum Trinken geeignetem Wasser sind als solche zu kennzeichnen.

Auf Baustellen muss den Arbeitnehmern/-innen ein den hygienischen Anforderungen entsprechendes sowie hinreichend kühles Trinkwasser oder ein anderes alkoholfreies Getränk zur Verfügung gestellt werden. Trinkwasserentnahmestellen und Trinkgefäße müssen den hygienischen Anforderungen entsprechen. Entnahmestellen von nicht zum Trinken geeignetem Wasser müssen als solche deutlich und dauerhaft gekennzeichnet sein.

Waschplatz

In jeder Arbeitsstätte ist eine solche Anzahl an Waschplätzen zur Verfügung zu stellen, dass für jeweils höchstens fünf Arbeitnehmer/-innen, die gleichzeitig ihre Arbeit beenden, mindestens ein Waschplatz vorhanden ist. Waschwasser muss der Trinkwasserqualität möglichst nahe kommen.

Auch auf Baustellen muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass einwandfreies Waschwasser zur Verfügung steht. Für je fünf Arbeitnehmer, die gleichzeitig ihre Arbeit beenden, muss ein Waschplatz oder ein Waschgefäß zur Verfügung stehen. Bei jedem Waschplatz müssen die notwendigen Mittel zum Reinigen sowie zum Abtrocknen zur Verfügung gestellt werden. Bei kurzfristigen Arbeiten, bei denen kein Waschwasser zur Verfügung steht (z.B. Installationsreparaturarbeiten), sind andere geeignete Mittel zum Händereinigen ausreichend.

Zur Beseitigung von stärkeren Verschmutzungen der Haut muss auch warmes fließendes Wasser zur Verfügung stehen (Ausnahme nur bei kurzfristigen Arbeiten, sofern die Arbeitnehmer in angemessener Zeit eine entsprechende Waschgelegenheit mit warmem fließenden Wasser in der Betriebsstätte oder in der Unterkunft erreichen können). Ferner müssen geeignete hautschonende Reinigungsmittel in gebrauchsfertiger Form bereitgestellt sein. Bei Arbeiten mit ätzenden oder reizenden Arbeitsstoffen, wie Säuren, Laugen, Lacken, Lösemitteln, Entfettungsmitteln oder Mineralölen, müssen außerdem geeignete Hautschutz- und Hautpflegemittel sowie bei Arbeiten mit infektiösen Arbeitsstoffen auch geeignete Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.

Dusche

Duschen sind Arbeitnehmern/-innen dann zur Verfügung zu stellen, wenn deren Arbeitsbedingungen eine umfassendere Reinigung als die von Händen, Armen und Gesicht erfordern. Das ist besonders bei starker Verschmutzung oder Staubeinwirkung, bei hoher körperlicher Belastung, bei Hitzeeinwirkung oder bei Hautkontakt mit gefährlichen Arbeitsstoffen der Fall. Diese Regelung gilt gleichermaßen für Arbeitsstätten und Baustellen.

Für Baustellen gilt darüber hinaus, dass, wenn von einer/-m Arbeitgeber/-in mehr als zehn Arbeitnehmer/-innen länger als zwei Wochen auf einer Baustelle beschäftigt werden, den Beschäftigten Waschräume zur Verfügung gestellt werden müssen. Davon kann nur abgesehen werden, wenn die Beschäftigten nach Beendigung der Arbeit in ihre Betriebsstätte oder ihre Unterkünfte mit entsprechenden Waschräumen innerhalb von 30 Minuten zurückkehren können.
In Waschräumen muss für je 20 Arbeitnehmer/-innen eine Brauseeinrichtung mit fließendem Kalt- und Warmwasser zur Verfügung stehen. Diese müssen sich möglichst in der Nähe der Aufenthaltsräume befinden, wobei die Verbindungswege gegen Witterungseinflüsse zu schützen sind. Waschräume müssen ausreichend beleuchtet und lüftbar eingerichtet sein. Die Raumtemperatur darf auch währende der kalten Jahreszeit 21° C nicht unterschreiten.

Fußroste aus Holz dürfen nicht verwendet werden. Für eine regelmäßige und wirksame Desinfektion von Fußböden und Rosten muss gesorgt sein. Fußböden und Roste müssen gleitsicher sein. Unmittelbar ins Freie führende Ausgänge von Waschräumen müssen als Windfang ausgebildet sein.
Sind keine getrennten Waschräume vorhanden, ist die getrennte Benützung der Waschplätze durch Männer und Frauen durch organisatorische Maßnahmen sicherzustellen. Sofern von jedem Geschlecht mindestens fünf Arbeitnehmer/-innen auf die Benutzung der Waschräume angewiesen sind, müssen jedoch getrennte Waschräume zur Verfügung gestellt werden.

Toiletten

Für je 15 Arbeitnehmer/-innen muss zumindest eine verschließbare Toilette zur Verfügung stehen. Es ist dafür zu sorgen, dass diese Toiletten nicht von betriebsfremden Personen, z.B. Kunden/-innen, Lieferanten/-innen, Patienten/-innen, benutzt werden. Wenn mindesten fünf weibliche und mindestens fünf männliche Arbeitnehmer/-innen auf die Toiletten angewiesen sind, sind geschlechtergetrennte Toiletten einzurichten.

Auf Baustellen oder in deren Nähe müssen den Arbeitnehmern/-innen entsprechend ausgestattete Abortanlagen zur Verfügung stehen, die den diesbezüglichen sanitären Anforderungen entsprechen und mit Wasserspülung oder einer gleichwertigen Ausstattung versehen sind. In den Abortzellen muss Toilettenpapier zur Verfügung stehen und ein Kleiderhaken angebracht sein.
Für Männer und Frauen müssen getrennte, deutlich bezeichnete Abortanlagen mit gesonderten Zugängen vorhanden sein, sofern jedem Geschlecht mindestens fünf Arbeitnehmer/-innen angehören. Abortanlagen müssen in solcher Zahl vorhanden sein, dass für je höchstens 20 männliche und je höchstens 15 weibliche Arbeitnehmer mindestens eine verschließbare Abortzelle zur Verfügung steht.

Abortanlagen müssen ausreichend beleuchtet und lüftbar eingerichtet sein und dürfen mit Arbeitsräumen sowie mit Räumen zum Aufenthalt während der Arbeitspausen und Umkleideräumen nicht unmittelbar in Verbindung stehen. Sie müssen von diesen durch direkt ins Freie entlüftbare oder mechanisch entlüftbare Vorräume getrennt sein. In Vorräumen von Abortzellen muss eine Waschgelegenheit vorhanden sein, sofern sich eine solche nicht in unmittelbarer Nähe der Abortanlage befindet.
Werden von einem Arbeitgeber mehr als 15 männliche Arbeitnehmer beschäftigt, müssen bei den für Männer bestimmten Abortanlagen auch den sanitären Anforderungen entsprechende Pissanlagen eingerichtet sein. Für je 15 männliche Arbeitnehmer muss mindestens ein Pissstand vorhanden sein.

Garderobenkasten

Die/der Arbeitgeber/-in muss für jede/-n Beschäftigte/-n einen versperrbaren Kleiderkasten zur Verfügung stellen, der geeignet sein muss, Kleidung und sonstige persönliche Gegenstände gegen Wegnahme zu sichern.

Wenn Arbeitnehmer/-innen ausschließlich Bürotätigkeiten oder ähnliche Tätigkeiten ausführen oder im Verkauf beschäftigt sind und keine besondere Arbeits- oder Schutzkleidung tragen, muss kein eigener Kleiderkasten zur Verfügung gestellt werden. In diesen Fällen ist jedoch für jede/-n Arbeitnehmer/-in eine andere versperrbare Einrichtung zur Aufbewahrung ihrer / seiner persönlichen Gegenstände zur Verfügung zu stellen.

Auf Baustellen muss im Aufenthaltsraum oder in einem sonstigen nahegelegenen Raum ein Kleiderkasten zur Aufbewahrung der Straßen- und Arbeitskleidung zur Verfügung stehen. Der Kasten muss mindestens 50 cm breit, 50 cm tief und 1,80 m hoch und mit einem Ablagefach ausgestattet sein, sofern die Arbeitnehmer/-innen nicht nach Beendigung der Arbeit in ihre Betriebsstätten oder ihre Unterkünfte zu Fuß innerhalb von 30 Minuten oder mit zur Verfügung gestellten Fahrgelegenheiten zurückkehren können. Für eine getrennte Aufbewahrung von Straßenkleidung einerseits und Arbeits- und Schutzkleidung andererseits ist Vorsorge zu tragen.

Von einer Einrichtung zur getrennten Aufbewahrung von Straßen- und Arbeitskleidung kann abgesehen werden, wenn den Arbeitnehmern/-innen in der Nähe der Baustelle rasch erreichbare Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden.

Aufenthalts- und Bereitschaftsräume

Ab zwölf Arbeitnehmern/-innen, welche den überwiegenden Teil ihrer Arbeitszeit in der Arbeitsstätte verbringen, ist ein Aufenthaltsraum zur Verfügung zu stellen. Unabhängig von der Anzahl der Arbeitnehmer/-innen sind Aufenthaltsräume auf jeden Fall bereitzustellen für:

  • Arbeitnehmer/-innen, welche täglich mehr als zwei Stunden im Freien arbeiten
  • Arbeitnehmer/-innen, die aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen in den Arbeitsräumen keine Mahlzeit zu sich nehmen bzw. sich dort erholen können (z.B. in einer Lackiererei,...)
  • Arbeitnehmer/-innen, welche aufgrund einer sonstigen Beeinträchtigung oder Belästigung (Lärm, Schmutz, übler Geruch,...) in den Arbeitsräumen keine Mahlzeit zu sich nehmen bzw. sich dort erholen können

Die Aufenthaltsräume müssen gewissen Größenanforderungen entsprechen (2,5 m lichte Höhe, 1m² freie Bodenfläche für jeden gleichzeitig anwesenden Beschäftigten,...); Container dürfen hiervon abweichen. Die Raumtemperatur muss mindestens 21°C betragen. Der Bereitschaftsraum muss über einen ausreichend großen Tisch mit Sitzgelegenheiten inklusive Rückenlehnen verfügen. Beeinträchtigungen oder unzumutbare Belästigungen durch beispielsweise Lärm, Schmutz, gefährliche Arbeitsstoffe, verunreinigter Kleidung, u.s.w. müssen vermieden werden. Für Bereitschaftsdienste in der Nacht ist je eine Liege zur Verfügung zu stellen.

Werden auf einer Baustelle von einer/-m Arbeitgeber/-in mehr als fünf Arbeitnehmer/-innen beschäftigt und beträgt die voraussichtliche Arbeitsdauer mehr als eine Woche, muss den Arbeitnehmern/-innen zum Umkleiden sowie zum Aufenthalt in den Arbeitspausen und bei ungünstiger Witterung ein Aufenthaltsraum zur Verfügung stehen.

Durch geeignete technische oder organisatorische Maßnahmen ist dafür Sorge zu tragen, dass Nichtraucher vor der Einwirkung von Tabakrauch geschützt sind. Solche Maßnahmen sind insbesondere eine verstärkte Be- und Entlüftung der Aufenthaltsräume oder getrennte Aufenthaltsräume für Raucher und Nichtraucher.

Als Aufenthaltsräume können Räume in Baracken oder Gebäuden sowie Baustellenwagen, Container oder andere Raumzellen verwendet werden. Aufenthaltsräume müssen gegen Witterungseinflüsse Schutz bieten, ausreichend lüft- und beleuchtbar sein und während der kalten Jahreszeit so beheizt werden, dass eine Raumtemperatur von mindestens 21° C erreicht wird. Während der kalten Jahreszeit muss die ins Freie führende Tür des Aufenthaltsraumes mit einem Windfang ausgestattet sein.

Die lichte Höhe von Aufenthaltsräumen muss mindestens 2,30 m betragen, für Baustellenwagen ist eine lichte Höhe von mindestens 2,30 m im Scheitel ausreichend, bei Containern oder anderen Raumzellen muss die lichte Höhe mindestens 2,20 m betragen. Für jeden auf der Baustelle beschäftigten Arbeitnehmer muss nach Abzug der Fläche für vorhandene Einrichtungen, wie Kleiderschränke, Tische, Heizeinrichtungen, eine freie Bodenfläche von

  • mindestens 1,00 m2 bei Raumhöhen bis zu 2,30 m und
  • mindestens 0,75 m2 in den übrigen Fällen zur Verfügung stehen.

Baustoffe, gesundheitsgefährdende, brandgefährliche und explosionsgefährliche Arbeitsstoffe dürfen in Aufenthaltsräumen nicht gelagert werden. Es muss für jede/-n auf der Baustelle beschäftigte/-n Arbeitnehmer/-in eine den Grundsätzen der Ergonomie entsprechende Sitzgelegenheit zur Verfügung stehen. Die Sitzoberfläche muss glatt sein. Zudem muss für jeden Arbeitnehmer eine Tischfläche von mindestens 60 cm Breite und von mindestens 30 cm Tiefe zur Verfügung stehen.

Im Aufenthaltsraum muss eine Einrichtung zum Wärmen und Kühlen von Speisen zur Verfügung stehen.

Sofern auf der Baustelle für das Trocknen nasser Arbeits- und Schutzkleidung kein gesonderter Raum zur Verfügung steht, muss im Aufenthaltsraum eine geeignete Einrichtung, wie ein Trockenschrank, und eine entsprechende Be- und Entlüftung dieser Einrichtung vorhanden sein.

Stehen den Arbeitnehmern/-innen keine Aufenthaltsräume nach zur Verfügung, muss dafür gesorgt werden, dass die Beschäftigten sich auf der Baustelle oder in unmittelbarer Nähe gegen Witterungseinflüsse geschützt umkleiden, wärmen und ihre Mahlzeiten einnehmen können. Jedem Arbeitnehmer muss ein abschließbarer Schrank oder eine geeignete, versperrbare Einrichtung zur Aufbewahrung der Kleidung zur Verfügung zu stehen.

Von der Einrichtung von Aufenthaltsräumen kann abgesehen werden, wenn den Arbeitnehmern/-innen in der Nähe der Baustelle rasch erreichbare Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden.


Arbeitsstätten

Die wichtigsten Merkmale: Was sind die Unterschiede zwischen einer Arbeitsstätte, einem ständigen Arbeitsplatz und einem Arbeitsraum?

Baustelle

Eine Baustelle ist eine zeitlich begrenzte oder ortsveränderliche Arbeitsstelle, an der Hoch- und Tiefbauarbeiten durchgeführt werden.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links

Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK