Psychische Belastungen

Psychische Belastungen zählen in unterschiedlichsten Erscheinungsformen zu den stärksten Belastungen im betrieblichen Alltag. Unternehmen und Arbeitnehmer/-innen sind einem zunehmenden Anpassungs- und Leistungsdruck ausgesetzt, wodurch gesundheitliche Schädigungen, die sich psychisch und körperlich auswirken, entstehen können. 

Wie soll man mit psychischen Belastungen umgehen?

In der Arbeitswelt müssen psychische Belastungen im Zuge der Arbeitsplatz-Evaluierung erhoben werden. Danach müssen Maßnahmen festgelegt und umgesetzt werden, welche geeignet sind, die erhobenen Belastungen zu reduzieren. Bei der Maßnahmensetzung sind die gesetzlichen Grundsätze der Gefahrenverhütung zu beachten. Etwa, dass Maßnahmen an der Quelle der Gefährdung ansetzen und kollektiv wirksam sein müssen.

Instrumente zur Erhebung psychischer Belastungen

Die Erhebung kann auf unterschiedliche Art und Weise passieren. Mittels Fragebogen, moderierten Gesprächsrunden oder begleitender Beobachtung. Aber nicht jede Gesundheitsgefährdung kann als Evaluierung psychischer Belastungen gewertet werden. Eine Erhebung muss gewisse Qualitätsanforderungen erfüllen, welche in der ÖNORM 10075-3 (Grundsätze und Anforderungen an Verfahren zur Messung und Erfassung psychischer Arbeitsbelastung) festgelegt sind.

Die Anwendungen der unterschiedlichen Erhebungsinstrumente sollte zudem nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Es ist deshalb absolut zu empfehlen, Arbeitspsychologen/-innen mit der Evaluierung der psychischen Belastungen zu betrauen. Diese sind nicht nur erfahren in der Anwendung der Instrumente, sondern können die Ergebnisse auch zielführend interpretieren und Maßnahmenvorschläge ableiten.

Ansprechpartner/-innen im Betrieb

Da Arbeitspsychologen/-innen leider nicht in allen Betrieben jederzeit verfügbar sind, können sich psychisch belastete Beschäftigte noch an andere Ansprechpartner/-innen wenden. Betriebsräte/-innen und Sicherheitsvertrauenspersonen haben die Aufgabe, sich um die gesundheitlichen Anliegen der Belegschaft zu bemühen. Sie haben ein gesetzliches Mitspracherecht bei der Evaluierung und können zielführende Maßnahmen anregen.

Auch Arbeitsmediziner/-innen und Sicherheitsfachkräfte eignen sich als Ansprechpartner/-innen. Diese Akteure/-innen sind häufig umfassend in die Arbeitsplatz-Evaluierung involviert und können eine spezielle Erhebung der psychischen Belastungen anregen.

Verantwortlich für die Durchführung der Erhebung und die Maßnahmensetzung ist jedoch letztlich die / der Arbeitergeber/-in. Bei einem guten Zusammenspiel der Akteure/-innen und ausreichender Beteiligung der Beschäftigten können Arbeitsbedingungen verbessert werden, was letztlich der Belegschaft als auch dem Betrieb nützt.

Das könnte Sie auch interessieren

Notieren Sie sich Ihre geleisteten Arbeitsstunden - Verwenden Sie dafür den AK-Arbeitszeitkalender © Peter Atkins, Fotolia.com

Gesundes Maß an Arbeitszeit

Zeitdruck und Arbeitsverdichtung führen zu Schlaflosigkeit und psychischen Erkrankungen - bei der Arbeitsplatzevaluierung unbedingt berücksichtigen.

Mann sitzt mit einer Flasche Alkohol beim Schreibtisch © Udo Kroener, Fotolia

Alkohol am Arbeits­platz

Wenn die Grenzen zwischen Genuss, Missbrauch und Abhängigkeit verschwimmen, müssen Sie handeln. Mit Videos zu Suchtprävention und Arbeitsrecht!

Frau und Mann in einem Industriebetrieb © Ingo Bartussek, Fotolia.com

Arbeitsstätten

Die wichtigsten Merkmale: Was sind die Unterschiede zwischen einer Arbeitsstätte, einem ständigen Arbeitsplatz und einem Arbeitsraum?

  • © 2018 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum