Krankenstände bleiben niedrig

Seit Jahren bewegen sich die Krankenstände der oberösterreichischen Arbeitnehmer/-innen auf konstant niedrigem Niveau. So waren die bei der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK) versicherten Beschäftigten im Jahr 2016 durchschnittlich 13,3 Kalendertage krankgeschrieben. Das entspricht etwa 9,5 Arbeitstagen.


Insgesamt waren die unselbständig Erwerbstätigen im Vorjahr  7.301.702 Tage im Krankenstand, verteilt auf 822.422 Krankenstandsfälle. Das entspricht einem durchschnittlichen Krankenstand von 13,3 Tagen pro Erwerbstätigen/-r.

Wie ist die Statistik zu lesen?

Die Krankenstandsstatistik erfasst immer Kalendertage. Die Statistiker unterscheiden nicht zwischen Arbeits-, Werk- , Sonn- und Feiertagen. Demzufolge ist die Summe der ausgewiesenen Krankenstandstage größer als die der effektiv verloren gegangenen Arbeitstage. Im Durchschnitt dürfte die Zahl der verlorenen Arbeits- oder Werktage etwa fünf Siebtel der Gesamtsumme der verlorenen Kalendertage ausmachen (Fehlzeitenreport 2016, Seite 2).

Krankenstandstage werden sogar weniger

Die Anzahl der Krankenstandstage variiert über mehrere Jahre hinweg gesehen nur geringfügig. Im Jahr 2000 lag der durchschnittliche Krankenstand pro Arbeitnehmer/-in bei 15,4 Kalendertagen - 2016 waren Oberösterreichs Arbeitnehmer/-innen durchschnittlich 13,3 Kalendertage krank geschrieben.

Krank zur Arbeit – Das Phänomen Präsentismus

Die Krankenstände sind aber nur eine Seite der Medaille. Sie spiegeln nicht automatisch die Gesundheit der Arbeitnehmer/-innen wider. So können sich etwa die zunehmende Bereitschaft, krank arbeiten (man berücksichtige hier das Phänomen Präsentismus), sowie frühzeitige Austritte aus dem Erwerbsleben von Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen vorteilhaft auf die Krankenstandsstatistik auswirken.

In Österreich gehen 34 Prozent der Arbeitnehmer/-innen auch krank zur Arbeit, so das Ergebnis des Arbeitsgesundheitsmonitors im Jahr 2016. Im Jahresvergleich ist es hier auch durch den Einsatz der Arbeiterkammer Oberösterreich zu einem Rückgang gekommen.

Achtung

Weniger krankheitsbedingte Fehltage im Betrieb bedeuten nicht unbedingt gesamtwirtschaftlichen Nutzen. Diesem stehen nämlich hohe Kosten im Gesundheits-, Sozial- und Pensionssystem gegenüber.

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