19.02.2016
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

A-typische und prekäre Arbeitsverhältnisse

Als a-typisch beschäftigt gelten alle Formen, die vom klassischen, „typischen“ Normalarbeitsverhältnis (unbefristete Vollzeit) abweichen: Teilzeit, geringfügige Beschäftigung, Arbeitskräfteüberlassung (Leih- und Zeitarbeit), Befristungen, freie Dienstverträge, „neue Selbständige“ (nur zum Schein abgeschlossene Werkverträge) und digitale Arbeitsformen wie „crowdwork“.

A-typisch: wichtig ist, was raus kommt

A-typisch bedeutet nicht automatisch prekär. Entscheidend sind dabei das Ausmaß der arbeits- und sozialrechtlichen Absicherung und die jeweiligen Lebensumstände.

Es geht zum Beispiel darum, ob die Betroffenen mit dem Einkommen eines Teilzeitjobs ein würdiges, selbstbestimmtes Leben gestalten können, oder ob befristete Verträge zu einer immer wieder kehrenden Arbeitslosigkeit oder zu einem ständigen Gefühl der Unsicherheit und Angst führen. Etwa 15 Prozent der Voll- und Teilzeitbeschäftigten gehören zu den Niedriglohn-Beschäftigten. Auch ein niedrig entlohnter Vollzeitjob kann prekär sein!

Vor allem Frauen betroffen

Laut Statistik Austria sind in Österreich fast 1,2 Millionen Menschen a-typisch beschäftigt. Davon betroffen sind vor allem Frauen: jedes zweite Arbeitsverhältnis von Frauen ist a-typisch. Und bundesweit sind 313.000 Menschen trotz Arbeit armutsgefährdet sind ("Working Poor“). Sie haben ein monatliches Gesamteinkommen aus Arbeit, Sozialtransfers und so weiter von weniger als netto 1.016 Euro 14 mal im Jahr (bzw. 1.185 Euro 12 mal im Jahr).

A-typische Beschäftigung nimmt zu

Die meisten Beschäftigungsverhältnisse sind zwar Vollzeit-Jobs , allerdings gibt es bei den a-typischen Formen sehr hohe Zuwächse (Siehe Tabelle Beschäftigungsformen in Österreich und Oberösterreich). Während in Oberösterreich im letzten Jahrzehnt die Vollzeitbeschäftigung nur um magere 4 Prozent angestiegen ist, gab es um ein Drittel mehr Teilzeitjobs:

Grafik: Entwicklung a-typischer Beschäftigungsformen in Ö und OÖ von 2006 bis 2016 © -, AK Oberösterreich

Das fordert die AK

  • Modernes Arbeitsrecht:
    • Bekämpfung Scheinselbständigkeit - Erweiterung des Arbeitnehmer/-innen-Begriffs: nicht nur auf die persönliche, auch auf die wirtschaftliche Abhängigkeit ist Bezug zu nehmen
    • volle arbeitsrechtliche Absicherung für freie Dienstnehmer/-innen, damit auch für sie Regeln unter anderem zu Mindestlohn, Arbeitszeit, Urlaub gelten.
  • Mindestlohn: schrittweise Anhebung auf 1.700 Euro brutto bei Vollzeit in allen Branchen

  • Recht auf Wechsel zwischen Voll- und Teilzeit

  • Leiharbeit“: Höchstgrenze pro Betrieb (maximal 10 Prozent) und Übernahmepflicht nach längerer Überlassungsdauer

Wo gibt es Beratung und Informationen?

AK-OÖ Rechtsberatung

  • TEL: +43 50 6906 1

GPA-djp-Projekte:

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links


Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK