Psychische Erkrankungen mehr als verdoppelt

Der massive Anstieg der Krankenstände aufgrund psychischer Erkrankungen, sowohl bei den Krankenstandsfällen als auch bei den Krankenstandstagen, ist die auffälligste Entwicklung im Krankenstandsgeschehen der vergangenen 10 Jahre.

Waren die Oberösterreichischen Arbeitnehmer/-innen im Jahr 2006 noch 289.075 Tagen wegen psychischer Ursachen im Krankenstand, waren es 2016 schon 739.162 Tage. Das ist mehr als das Doppelte.

Krankenstandstage und - fälle wegen psychischer Erkrankungen

Psychisch krank heißt länger krank

  • Die Krankenstandsfälle aufgrund psychischer Erkrankungen haben sich innerhalb von 10 Jahren mehr als verdoppelt.

  • Ein durchschnittlicher Krankenstand aufgrund einer psychischen Erkrankung dauerte im Jahr 2016 35,8 Kalendertage. 

  • Im Vergleich dazu dauerte ein durchschnittlicher Krankenstand bei Krankheiten des Atmungssystems, wie beispielsweise einem grippalen Infekt lediglich 4,7 Tage. 

  • Mehr als 10 Prozent aller Krankenstandstage in Oberösterreich entfallen bereits auf psychische Erkrankungen. Diese sind hinter Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, Verletzungen sowie Erkrankungen des Atmungssystems derzeit die vierthäufigste Ursache für Krankenstände.

Konzentration auf wenige Arbeitnehmer

Etwa ein Drittel der Versicherten in Oberösterreich war 2016 nie im Krankenstand. Die Hälfte aller Krankenstandstage fällt auf lediglich 5 Prozent der Versicherten zurück – also auf chronisch und schwer Kranke. Würde man die Anzahl der Krankenstandstage um jene bereinigen, die von Langzeiterkrankten verursacht werden, würde auf jede/-n Arbeitnehmer/-in in Oberösterreich überhaupt nur eine durchschnittliche Fehlzeit von 5 Arbeitstagen pro Jahr kommen.

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