Psychische Erkrankungen mehr als verdoppelt

er massive Anstieg der Krankenstände aufgrund psychischer Erkrankungen, sowohl bei den Krankenstandsfällen als auch bei den Krankenstandstagen, ist die auffälligste Entwicklung im Krankenstandsgeschehen der vergangenen 10 Jahre.

Waren die Oberösterreichischen Arbeitnehmer/-innen im Jahr 2006 noch 289.075 Tagen wegen psychischer Ursachen im Krankenstand, waren es 2016 schon 739.162 Tage. Das ist mehr als das Doppelte. Die aktuelle Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) „Entwicklung und Verteilung der psychischen Krankenstände in Oberösterreich“ liefert zum Thema psychisch bedingte Krankenstände interessante Erebnissen.

Krankenstandstage und -fälle wegen psychischer Erkrankungen

  • Frauen haben in allen Altersgruppen im Vergleich zu Männern eine eineinhalb- bis 2-fache Wahrscheinlichkeit an einer psychischen Störung zu erkranken.

  •  Der Konsum von Psychopharmaka durch oberösterreichische Beschäftige ist zwischen 2005 und 2016 um 60 Prozent gestiegen.

  • Arbeitslose haben generell eine etwa doppelt so hohe Krankenstandsquote (Anzahl der jährlichen Krankenstandstage dividiert durch die Versicherungstage) als Beschäftigte – über alle Diagnosen und Krankheitsbilder hinweg. Bei psychisch bedingten Krankenständen wird der Unterschied zwischen Arbeitslosen und Beschäftigten besonders groß:
    2016 waren Arbeitslose etwa 5 bis 6 Mal länger krank, in den Jahren davor sogar 8 Mal.

  • Sie belegt zudem, dass nur wenige psychisch Erkrankte an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können - vor allem bei längerem Ausfall.

Forderungen der AK Oberösterreich

  • Kündigungsschutz während des Krankenstandes oder zumindest ein wirksamer Motivkündigungsschutz – psychisch erkrankte Beschäftigte brauchen Sicherheit für die Gesundung statt Angst vor Jobverlust.

  • Das neue Arbeitszeitgesetz muss dringend nach einer einfachen Faustregel geändert werden: Je höher die Belastung, desto kürzer die Arbeitszeit.

  • Verpflichtung zum betrieblichen Eingliederungsmanagement: Nach einem langen Krankenstand braucht es gemeinsame Anstrengungen, damit die Rückkehr dauerhaft gelingt.

  • Die Evaluierung psychischer Belastungen muss durchgeführt und die notwendigen Veränderungsmaßnahmen müssen umgesetzt werden. Das Arbeitsinspektorat muss wirksam und wiederkehrend kontrollieren können. Dafür braucht es ausreichend Ressourcen und Kompetenz. Wer die Gesundheit der Beschäftigten gefährdet, muss auch mit empfindlichen Strafen rechnen.

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