Indexierung der Familien­beihilfe

Sie sind Bürgerin oder Bürger eines EU-Mitgliedstaats und arbeiten in Österreich? Ihre Kinder leben dauerhaft in einem anderen EU- oder EWR-Mitgliedstaat? Dann galt für Sie seit 1.1.2019 eine Rechtslage, die zur Folge hatte, dass Familienleistungen entsprechend des jeweiligen Wohnstaates des Kindes der Höhe nach („Indexierung“) angepasst wurden.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 16.6.2022 entschieden, dass die Indexierung der Familienbeihilfe, des Kinderabsetzbetrages und weiterer steuerrechtlicher Begünstigungen nicht mit dem EU-Recht vereinbar ist.

Aus diesem Grund sind die Indexierungsbestimmungen nicht mehr anzuwenden.

AK-RAT

Wir raten Ihnen aus derzeitiger Sicht, keine Anträge an das Finanzamt zu stellen, sondern noch abzuwarten.


Informationen zur weiteren Vorgehensweise werden laufend veröffentlicht. Es ist davon auszugehen, dass die österreichische Bundesregierung alle notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung des EuGH-Urteils durchführen wird.

Eine detaillierte Auflistung der betroffenen Länder und Indexierunsgbeiträge finden Sie nachstehend.

Wohnort des Kindes  Betrag nach Kürzung
(in EURO)
Das ist ein Minus von …
(in EURO)
Österreich 114,00  ---
Deutschland 108,64 5,36
Italien 105,34 8,66
Spanien 97,36 16,64
Zypern 91,43 22,57
Portugal 90,63 23,37
Slowenien 88,69 25,21
Malta 88,64 25,36
Griechenland 88,01 25,99
Estland 84,47 29,53
Slowakei 81,05 32,95
Lettland 77,86 36,14
Kroatien 71,36 42,64
Tschechien 70,57 43,43
Litauen 67,60 46,40
Ungarn 64,07 49,90
Polen 57,57 56,40
Rumänien 56,20 57,80
Bulgarien 52,90 61,10

Von der Kürzung waren auch alle Familienleistungen betroffen, die an die Familienbeihilfe anknüpfen:

  • Erhöhungsbeträge der Familienbeihilfe nach Alter und Mehrkindstaffelbeträge
  • Kinderabsetzbetrag
  • Erhöhungsbetrag für behinderte Kinder

Indexiert wurde auch der Familienbonus Plus.

Alle diese Leistungen sind vom Urteil des EuGH betroffen.

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