28.11.2016
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AKOÖ Kinderbetreuungsatlas 2016

AK-Kinderbetreuungsatlas 2.0

Durch Anklicken auf der Landkarte erfahren Sie, ob es in Ihrer Gemeinde eine institutionelle Betreuung für Kinder unter drei Jahren, einen Kindergarten und/oder eine Betreuung für Volksschulkinder mit passenden Öffnungszeiten gibt. Zusätzlich können Sie sehen, wie sich das Angebot seit dem Jahr 2000 entwickelt hat.

>> Zum AK-Kinderbetreuungsatlas 2.0

Beurteilungskriterien

Für die Beurteilung der Versorgung mit Kinderbetreuungs-Einrichtungen haben wir vier Kriterien herangezogen:

  • Das Vorhandensein einer Krabbelstube bzw. die Möglichkeit, Kinder unter drei Jahren in einer altersgemischten Gruppe im Kindergarten betreuen zu lassen.

  • Das Vorhandensein eines Kindergartens, der zumindest Montag bis Donnerstag acht Stunden oder mehr durchgehend geöffnet ist.

  • Das Angebot eines Mittagessens im Kindergarten zumindest von Montag bis Donnerstag.

  • Das Vorhandensein einer Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder an mindestens vier Tagen pro Woche, wobei wir nicht zwischen Mitbetreuung der Volksschulkinder im Kindergarten, Hort, Lernbetreuung und ganztägig geführter Volksschule unterschieden haben.

Zusätzlich kommt seit 2010 mit dem Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF) ein neues Instrument für die Bewertung der Kindergärten hinzu.

Die VIF-Kriterien sind:

  • mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag
  • an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet
  • Angebot Mittagessen
  • maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen

Dem Wunsch einzelner Gemeinden, das Vorhandensein eines entsprechenden, ungedeckten "Bedarfs" als Kriterium für die Versorgungssituation in einer Gemeinde heranzuziehen, können wir aus zwei Gründen nicht entsprechen: Erstens weil sich der tatsächliche Bedarf erfahrungsgemäß erst nach einer gewissen Dauer eines erweiterten Angebots herausstellt, und zweitens weil wir tatsächlich nicht in der Lage sind, in jedem Fall die komplexe örtliche Situation nachzuvollziehen.

Was wir wollen, ist einen objektiven Überblick zu geben über die Situation in Oberösterreichs Gemeinden und die Möglichkeit zu bieten, vergleichbare Gemeinden gegenüberzustellen.

Bei den Öffnungszeiten haben wir in Gemeinden mit mehreren Kindergärten immer die längste Öffnungszeit in unsere Liste aufgenommen.

Ermöglicht eine Gemeinde für ihre Bewohner/-innen den Zugang zu Kinderbetreuungsangeboten in Nachbargemeinden, so wird das Angebot der Kooperationsgemeinde mit der besten Kategorie als Bewertung herangezogen.

Das Vorhandensein von Tagesmüttern in einer Gemeinde haben wir ebenfalls erfasst, aber nicht in die Bewertung miteinbezogen.

Die Daten basieren auf einer zwischen Juni und November 2016 durchgeführten Erhebung bei den Gemeindeämtern bzw. den Einrichtungen direkt.

Teilt eine Gemeinde die Angaben zu ihren Kinderbetreuungseinrichtungen nicht mit, greifen wir auf die letzten verfügbaren Angaben zurück. Jene Gemeinden, die der Arbeiterkammer Oberösterreich eine Datenweitergabe zur institutionellen Kinderbetreuung verweigern, sind in den einzelnen Bezirkstabellen violett unterlegt.

Wie wurde bewertet?

Wir haben – wie in den Vorjahren – entsprechend dem Umfang der Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen fünf Kategorien von Gemeinden gebildet.

Folgende Kategorien wurden gebildet:

KategorieBeschreibung
1A79 Gemeinden bzw. 17,9 Prozent der Gemeinden
Gemeinden, welche eine Betreuung für Unter-Dreijährige und für Volksschulkinder anbieten, sowie einen Kindergarten, der die VIF-Kriterien erfüllt: Kindergarten mit mindestens 45 Stunden wöchentlicher Öffnungszeit (werktags Montag bis Freitag), an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet, Angebot Mittagessen, maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen.
A172 Gemeinden bzw. 38,9 Prozent der Gemeinden
Gemeinden, die alle vier Kriterien – Kindergarten mit acht Stunden oder mehr durchgehender täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder – erfüllen.
B58 Gemeinden bzw. 13,1 Prozent der Gemeinden
Gemeinden, die drei der vier Kriterien – Kindergarten mit acht Stunden oder mehr durchgehender täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder – erfüllen.
C61 Gemeinden bzw. 13,8 Prozent der Gemeinden
Gemeinden, die zwei der vier Kriterien – Kindergarten mit acht Stunden oder mehr täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder –erfüllen.
D55 Gemeinden bzw. 12,4 Prozent der Gemeinden
Gemeinden, die eines der vier Kriterien – Kindergarten mit acht Stunden oder mehr täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder – erfüllen.
E17 Gemeinden bzw. 3,8 Prozent der Gemeinden
Gemeinden, die kein einziges der vier Kriterien – Kindergarten mit acht Stunden oder mehr täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder – erfüllen.


Beurteilungskriterien:

  • Kindergarten mit acht Stunden oder mehr durchgehender Öffnungszeit
  • Mittagessen im Kindergarten
  • Betreuung für Unter-Dreijährige
  • Betreuung für Volksschulkinder
  • VIF-Kriterien

Zeichen- und Spaltenerklärung

Betreuung Unter-Dreijährige bedeutet, dass an mindestens vier Tagen (Mo bis Do) eine Betreuung in einer Krabbelstube und / oder Mitbetreuung im Kindergarten angeboten wird. Sonderformen mit kürzeren Öffnungszeiten werden unter "weitere Infos" näher beschrieben.

Kindergarten Öffnungszeiten:

< 4 mal 8 Stunden
täglich, variierend
Montag bis Donnerstag weniger als 8 Stunden
tägliche Öffnungszeit zw. variierende Öffnungszeiten
mit langen / kurzen Tagen
z.B. Montag 6 Stunden, Dienstag 9 Stunden, usw.
≥ 4 mal 8 Stunden
täglich
Montag bis Donnerstag 8 Stunden und mehr
durchgehende tägliche Öffnungszeit.

≥ 4 mal 9,5 Stunden
täglich

4 mal wöchentlich mindestens 9,5 Stunden
tägliche Öffnungszeit.
≥ 45 Stunden
pro Woche
Montag bis Freitag in Summe mindestens
45 Stunden Öffnungszeit.

Mittagessen bedeutet, dass mindestens Montag bis Donnerstag ein Mittagessen im Kindergarten angeboten wird.

Sommerbetreuung bedeutet, dass entweder von der eigenen Gemeinde oder in Kooperation mit anderen Gemeinden eine Betreuung im Sommer angeboten wird. Nicht dazu zählen Ferienpassaktionen, Tagesangebote oder Angebote von privaten Anbietern/-innen.

NM-Betreuung für VS-Kinder bedeutet, es gibt an 4 Tagen pro Woche eine institutionelle Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder bis mindestens 15:00 Uhr. Es wird dabei nicht zwischen Hort, ganztägiger Volksschule, Lerngruppe oder Mitbetreuung im Kindergarten unterschieden.

Tagesmütter bedeutet, dass es in der Gemeinde eine Tagesmutter / einen Tagesvater gibt.

Weitere Infos: Hier sind die Kooperationsgemeinden, die zur Bewertung herangezogen wurden, ersichtlich. Auch die Sonderformen zur Betreuung der Unter-Dreijährigen, NM-Betreuung für VS-Kinder und Mittagessen werden dargestellt.

Es gibt noch viel zu tun

Der Kinderbetreuungsatlas 2016 zeigt einmal mehr, dass von einem "forcierten Ausbau" der Kinderbetreuungseinrichtungen keine Rede sein kann. Nur 79 Gemeinden (17,9 Prozent) haben einen Kindergarten mit Öffnungszeiten, die beiden Elternteilen eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen. In 52 Gemeinden (11,8 Prozent) gibt es keine Betreuung für Unter-Dreijährige. In 88 Gemeinden (19,9 Prozent) fehlt eine durchgehende Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder. 106 Gemeinden (24,0 Prozent) bieten kein tägliches Mittagessen im Kindergarten. Und in 172 Gemeinden (38,9 Prozent) hat der Kindergarten weniger als acht Stunden geöffnet. Von Wahlfreiheit für die Eltern kann da keine Rede sein, ein Vollzeitjob geht sich nicht aus.

Das soll sich ändern!

Mit der Kindergarten-Pflicht für Fünfjährige, der geplanten Kindergarten-Pflicht für Vierjährige und dem Gratis-Kindergarten sind wichtige AK-Forderungen erfüllt worden. Auch die AK-Forderung, dass Betreuungseinrichtungen mit besseren Öffnungszeiten mehr Geld vom Bund bekommen sollen, wird erfüllt. Eine Reihe von Herausforderungen steht allerdings noch an:

  • längere Öffnungszeiten
  • die rasche Entwicklung des Kindergartens zu einer Bildungsinstitution
  • die Aufwertung und Professionalisierung der Kindergarten- und Hortpädagogen/-innen durch Aus- und Weiterbildung auf Hochschulniveau
  • kleinere Gruppen, Ganztägigkeit als Prinzip, ganzjähriges Leistungsangebot
  • weitere Ausdehnung der Kindergartenpflicht, Ausbau des Angebots für Unter-Dreijährige
  • Gebührenfreiheit nicht nur in Kindergärten, sondern auch für jüngere Kinder in Krabbelstuben sowie in ganztägigen Schulen und Horten
  • mehr ganztägig geführte Schulen mit verschränkter Abfolge von Unterricht, Sport, Fördeung, Freizeit und Kreativität

Film: Kinderbetreuung schafft Arbeit

Schulische Nachmittagsbetreuung

Nachmittagsbetreuung ist keine Ganztagesschule

Außerschulische Nachmittagsbetreuung

Neben der schulischen Nachmittagsbetreuung gibt es auch Betreuungsformen, die nicht von der Schule selbst angeboten werden.

Kindergarten

Mit 3 Jahren darf ein Kind in den Kindergarten gehen. Spätestens 1 Jahr vor Schulbeginn muss Ihr Kind einen Kindergarten besuchen.

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