AK-Labortest zeigt Qualitätsunterschiede bei Pesto Rosso
Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat 13 Pesto Rosso-Produkte untersucht. Alle Bio-Produkte und ein konventionelles Pesto waren frei von Pestiziden. 4 der Bio-Produkte enthielten keinerlei gesundheitsschädliche Rückstände. Andere Produkte wiesen Spuren von hormonell wirksamem Bisphenol A, potenziell krebserregenden Schimmelpilzgiften und gefährlichen Pestiziden auf.
4 Testsieger
Die Produkte Bio Pesto Rosso (Spar), Bio Natura Pesto Rosso (Hofer), billa bio Pesto Rosso (Billa) und Kania Bio Pesto Rosso (Lidl) schneiden im Test am besten ab. Die Laboruntersuchungen zeigen außerdem, dass von keinem der 13 getesteten Produkte eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung ausgeht. Aber es gibt deutliche Qualitätsunterschiede.
Schimmelpilzgifte: Erhöhte Gehalte in vier Pestos nachgewiesen
In 4 Pestos wurden relevante Mengen an Alternariatoxinen festgestellt. Diese entstehen durch Schimmelpilze der Alternaria-Gattung, die häufig Tomaten befallen. Einige dieser Gifte zeigen im Labor gesundheitsschädliche bzw. potenziell krebserregende Effekte.
Die EU hat daher Empfehlungen zur Überwachung solcher Stoffe festgelegt, jedoch keine verbindlichen Grenzwerte. Die meisten der 13 getesteten Pestos lagen deutlich darunter. In 2 konventionellen Produkten wurde die Empfehlung für Alternariol zu über 50 Prozent ausgeschöpft, in 2 Bio-Produkten jene für Alternariolmonomethylether nahezu vollständig.
Hormonell wirksame Bisphenol A (BPA) in 5 Pestos
BPA wirkt hormonell und kann die Fruchtbarkeit sowie das Immunsystem beeinträchtigen. Die europäische Gesundheitsbehörde EFSA senkte im April 2023 den tolerierbaren täglichen Aufnahmewert deutlich auf 0,2 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht. In 5 konventionellen Pestos wurden BPA-Spuren gefunden; beim höchsten Wert könnte schon der wöchentliche Konsum von 3 Teelöffeln das sichere Maß einer 60-kg-Person überschreiten. Die EU-Kommission hat aufgrund der Neubewertung der EFSA BPA in Verpackungsmaterial, das mit Lebensmitteln oder Getränken in Berührung kommt (Beschichtung von Metalldosen, wiederverwendbaren Plastikgetränkeflaschen, etc.), verboten.
Pestizid-Rückstände in konventionellen Produkten
In allen konventionellen Pestos – mit einer Ausnahme – wurden Spuren von Pestizidrückständen festgestellt, Bio-Produkte waren vollständig frei davon. Pestizide sind in der gefundenen geringen Konzentration zwar nicht akut giftig, doch über die Wechselwirkungen der Rückstände von mehr als einem Pestizid ist bislang wenig bekannt.
Zusätzlich wurde in einem Pesto Dimethomorph festgestellt. Dabei handelt es sich um ein Pestizid, das zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten bei Nutzpflanzen eingesetzt wird. Es ist von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) als fortpflanzungsschädigend eingestuft, weshalb es die AK ebenfalls als „besonders bedenkliches“ Fungizid einstuft. Aufgrund der toxikologischen Bewertungen hat die EU‑Kommission mit ECHA‑Wissen entschieden, die Zulassung als Pflanzenschutzwirkstoff nicht zu erneuern.
Hoch gefährliches Pestizid
In einem weiteren Produkt wurden Spuren von Chlorantraniliprol nachgewiesen, das vom Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) in der Liste der hoch gefährlichen Pestizide geführt wird. Laut PAN und der ECHA ist das Insektizid toxisch für Wasserorganismen und baut sich, einmal in die Umwelt gelangt, nur sehr schwer wieder ab.
Testergebnis
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