Ein Deal zu viel
Ein Deal zu viel © -, AK OÖ

Ein Deal zu viel: Was bleibt nach dem Spiel? Die wichtigsten Finanzfallen im Überblick

Ein Abend voller Intrigen, Deals und cleverer Entscheidungen liegt hinter dir. Doch viele der Finanzthemen aus dem Spiel begegnen uns auch im echten Leben – manchmal nur besser verpackt.

Damit du künftig nicht nur im Krimi, sondern auch im Alltag die Oberhand behältst, findest du hier die wichtigsten Finanzthemen noch einmal kurz erklärt. Wissen schützt dich – vor Täuschung, Druck und finanziellen Fehltritten.

Info & Kontakt

E-MAIL: 

eindealzuviel@akooe.at
Konsumentenschutzhotline: +43 50 6906 2

Mo - Do08:00 - 16:00 Uhr
Fr08:00 - 13:30 Uhr

Strukturvertriebe

Flexible Arbeitszeiten, Luxus pur, tolle Events und hoher Verdienst – klingt im ersten Moment nach dem Traumjob, oder? Doch bei Strukturvertrieben wie Pure Essence steckt oft ein mehrstufiges Vertriebssystem dahinter.

Verdienst durch Anwerbung

Oft musst du zuerst selbst Produkte kaufen oder Verträge abschließen – häufig zu überhöhten Preisen und Kosten. Geld verdienst du meist nicht durch den Verkauf, sondern durch das Anwerben weiterer Vertriebspartner:innen oder durch Vertragsabschlüsse im Familien- und Freundeskreis. Je weiter unten du stehst, desto schwerer wird es, überhaupt etwas zu verdienen beziehungsweise kostendeckend zu arbeiten.

So schützt du dich

  • Lass dir Zeit
    Fordere das Angebot schriftlich an und prüfe es in Ruhe und zwar vor Vertragsabschluss. Seriöse Anbieter:innen geben dir diese Möglichkeit – unseriöse setzen dich unter Druck.

  • Verstehe, was du kaufst
    Wurde dir das Produkt verständlich erklärt? Wurden Risiken offen angesprochen? Wenn nicht: Finger weg!

  • Du hast noch offene Fragen

    Wenn dir etwas unklar ist, melde dich bei uns oder einer unabhängigen Stelle. Schließe niemals einen Vertrag ab, den du nicht komplett verstehst.

Qualifiziertes Nachrangdarlehen – riskante Veranlagung

Ein qualifiziertes Nachrangdarlehen klingt verlockend, ist aber eine sehr riskante Geldanlage, wie auch Michael und Esra erfahren mussten. Du leihst einem Unternehmen Geld und bekommst dafür hohe Zinsversprechungen – oft über 10 Prozent pro Jahr. Allerdings bekommst du dein Geld am Ende der Laufzeit nur dann zurück, wenn es der Firma wirtschaftlich gut geht. Geht das Unternehmen pleite, bist du als Letzte:r dran – andere Gläubiger:innen werden zuerst bedient. Im schlimmsten Fall bekommst du, so wie Esra, gar nichts zurück.

Generell gilt der Grundsatz: Je höher die versprochene Rendite, desto höher das Risiko.

Die 3 Basics bei jeder Geldanlage

  • Sicherheit – Wie groß ist das Risiko, Geld zu verlieren?
  • Rendite     – Wie viel kannst du damit verdienen?
  • Liquidität – Wie schnell kannst du wieder über dein Geld verfügen?

Diese 3 Punkte bilden ein Spannungsdreieck und du kannst nicht alles gleichzeitig haben. Höhere Rendite heißt immer weniger Sicherheit.

Vinted-Scam: Wenn der QR-Code zur Falle wird

Du möchtest Kleidung verkaufen oder stöberst nach Second-Hand-Schnäppchen auf Online-Plattformen wie Vinted oder willhaben? Dann sei vorsichtig, denn Betrüger:innen nutzen perfide Tricks, um an dein Geld zu kommen.

Der QR-Code-Trick

Alina wollte nur ein Kleid verkaufen – kurz darauf erhielt sie einen QR-Code zur „Verifizierung“. Sie scannte ihn, gab ihre Bankdaten auf einer gefälschten Seite, die aber täuschend echt aussah, ein und verlor den Zugriff auf ihr Konto. Die Betrüger:innen übernahmen das Konto, indem sie mit unbewusster Hilfe von Alina ein neues Mobiltelefon hinterlegt haben und schöpften es dann komplett ab. 

So schützt du dich

  • Bleibe immer innerhalb der jeweiligen Plattform, sowohl für die Kommunikation, als auch für die Bezahlung und wechsle nicht auf andere Chatformate, wie Whats-App oder fremde Zahlungsseiten.

  • Scanne keine QR-Codes, die dir jemand zuschickt – vor allem nicht für Zahlungen.

  • Wenn du etwas verkaufen willst, musst du niemals Zahlungen tätigen oder verifizieren. 

Was du tun solltest, wenn du bereits Opfer wurdest

Melde dich umgehend bei deiner Bank oder dem Kreditkarteninstitut und lasse deine Konten und Karten sperren. Erstatte außerdem eine Anzeige bei der Polizei. 

Shoppen auf Pump bzw. Buy Now, Pay Later 

Mit "Buy Now, Pay Later" (BNPL) kannst du Produkte oder Dienstleistungen sofort kaufen, aber erst später zur Gänze oder in Raten bezahlen. Diese moderne Form des Ratenkaufs wird oft von Online-Shops wie Universal oder Fin-Tech Unternehmen, wie Klarna und PayPal, angeboten. 

Du wählst beim Checkout einfach BNPL als Zahlungsmethode. Der BNPL-Anbieter zahlt den Betrag an den Händler und du begleichst die Summe später – entweder in Raten oder nach einer bestimmten Frist. Je nach Zahlungsdienstleister:in können Zinsen oder Gebühren anfallen, manche Modelle sind auch zinsfrei.

BNPL bietet dir finanzielle Flexibilität, erfordert aber ein verantwortungsbewusstes Konsumverhalten. Du solltest unbedingt auf die Konditionen achten und deine Rückzahlungen gut planen, um finanzielle Schwierigkeiten oder versteckte Kosten zu vermeiden.

Schuldenfalle vermeiden – so behältst du den Überblick

  • Kaufe nur, was du dir auch leisten kannst 
    Ratenzahlungen sollten die Ausnahme bleiben – etwa für wirklich nötige Anschaffungen. Mehrere Käufe auf Raten können schnell unübersichtlich werden und in die Schuldenfalle führen.

  • Prüfe die Verträge genau
    Lass dir alle Konditionen schriftlich geben und achte auf Zinsen, Gebühren oder Zusatzversicherungen. Diese versteckten Kosten machen den Kauf oft teurer, als er scheint.

  • Zahle deine Raten pünktlich
    Verzögerte Zahlungen ziehen Mahngebühren, Zinsen oder Inkassokosten nach sich. Das wird schnell teuer und gefährlich.

  • Behalte deine Bonität im Blick

    Zahlungsverzüge können zu negativen Einträgen bei KSV oder CRIF führen – das kann spätere Kredite, zum Beispiel für eine Wohnung oder ein Haus, erschweren.

Wenn du Probleme hast, deine offenen Rechnungen zu bezahlen, und finanziell nicht mehr weiter weißt, helfen dir die Expert:innen der anerkannten Schuldnerberatungsstellen gerne weiter:

Fake-Investments auf Social Media und Datingplattformen

Immer wieder werben vermeintliche Stars oder Influencer:innen auf Social Media oder Datingplattformen für angeblich sichere Geldanlagen – oft mit dem Versprechen: 250 Euro investieren, schnell reich werden.

Doch was zuerst nach schnellem Gewinn aussieht, ist oft nur Show. Die (Krypto)Plattform zeigt dir fiktive Erfolge, um dich zu weiteren Einzahlungen zu verleiten. In Wirklichkeit steigt dein Kontostand aber nur auf dem Bildschirm. Spätestens wenn du dein Geld auszahlen lassen willst, gibt es Probleme: Der Kontakt bricht ab oder du sollst plötzlich zusätzliche Gebühren zahlen. Lass dich nicht täuschen, denn echte Gewinne würden daraus direkt abgezogen werden.

Am Ende bleibt vielen nur der Weg zur Polizei für eine Betrugsanzeige und die Erkenntnis: Das eingesetzte Geld ist verloren.

So schützt du dich vor betrügerischen Kryptoinvestments

  • Bleib kritisch
    Viele Betrüger:innen sind im Krypto-Bereich unterwegs – sei vorsichtig, bevor du Geld investierst oder Verträge unterzeichnest. 

  • Informiere dich über den/die Anbieter:in
    Recherchiere gründlich – zum Beispiel auf Watchlist Internet (watchlist-internet.at) oder über eine gezielte Suchmaschinen-Recherche.

  • Warnung vor Fake-Promis
    Angebote durch Promis in sozialen Medien, die schnelle Gewinne mit kleinen Startbeträgen von 250 Euro versprechen, sind meist Betrug.

  • Investiere nur Geld, das du verlieren kannst 

    Investitionen in Kryptowährungen sind hoch spekulativ und riskant. Investiere daher nur Beträge, deren Verlust deine finanzielle Lage nicht gefährdet. 

Fake-Coaches im Netz 

Immer mehr selbsternannte Online-Coaches auf TikTok, Instagram oder YouTube versprechen dir schnelles Geld, Luxus und Erfolg – wenn du nur ihr teures Coaching buchst.

So läuft die Masche ab – viel Druck, aber kein echtes Coaching

Du gibst deine Nummer an, wirst angerufen und unter Druck gesetzt, ein Coaching – oft für mehrere tausend Euro, aber ohne nähere Infos – zu buchen. Im Gespräch heißt es, du musst sofort zusagen und kannst auch alles in Raten bezahlen, doch am Ende bekommst du oft nur ein paar Videos oder PDFs für dein Geld. Persönliche Hilfe gibt’s selten. Viele merken erst zu spät, dass sie reingefallen sind. Doch eine Stornierung des Vertrages ist meist nicht beziehungsweise nur gegen extra Gebühren möglich.

Tipps für sicheres Surfen im Internet

  • Bleib kritisch
    Klingt ein Angebot zu gut, um wahr zu sein? Dann ist es das oft auch. Finger weg von unrealistischen Gewinnen, Erbschaften oder Schnäppchen.

  • Webshops prüfen
    Vertrau nur seriösen Online-Shops. Nutze Tools wie den Fake-Shop Detector (https://www.fakeshop.at/)  oder das Internet Archive (https://archive.org/), um Infos zur Seite zu checken. Wenn nur Vorauskasse möglich ist – lass lieber die Finger davon.

  • Mails und SMS unbekannter Absender:innen löschen
    Öffne keine Links oder Anhänge von unbekannten Absendern. Prüfe verdächtige Links zum Beispiel mit EASYDMARC (https://easydmarc.com/). Frag im Zweifel direkt beim Unternehmen nach.

  • Im Zweifel Konto und Karte sperren
    Wenn du Daten auf einer Fake-Seite eingegeben hast, sperre dein Konto und informiere sofort deine Bank. Reiche bei Schaden eine Anzeige bei der Polizei ein und lege Einspruch gegen unrechtmäßige Abbuchungen bei deiner Bank mit unserem Musterbrief "Einspruch gegen nicht genehmigte Abbuchungen" ein.

  • Achtung, Abo-Falle
    Du hast für 1 Euro ein Probeabo abgeschlossen – und plötzlich wird regelmäßig abgebucht? Dann reagiere sofort und nutze den Musterbrief "Rücktritt Internetfalle", um das Abo zu kündigen.

  • Informiere dich über aktuelle Betrugsmaschen im Internet
    Auf Watchlist Internet (Watchlist Internet) findest du aktuelle Warnungen – auch als App im Store.

  • Tipps für unterwegs 
    Nutze dein eBanking nie über ein öffentliches WLAN und lade dein Handy nicht an fremden USB-Ports (zum Beispiel am Flughafen) – dies kann potenziellen Betrüger:innen den Zugang zu deinen Daten erleichtern.

Jetzt kostenlosen AK Newsletter abonnieren!

Wir informieren Sie gerne regelmäßig über Aktuelles zum Thema Konsumentenschutz.

  • © 2025 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum