26.02.2015
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Reichtum wird zu großem Teil vererbt

Erbschaften sind mit einem Anteil von fast 40 Prozent der größte Treiber der Vermögensunterschiede zwischen den Haushalten. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche im Auftrag der Arbeiterkammer Wien.

Kurz zusammengefasst: Nicht "Leistung" führt zu Wohlstand, sondern das Glück der Geburt  entscheidet. Eine Erbschafts- und Schenkungssteuer würde hier für mehr Chancengleichheit sorgen. Die Arbeiterkammer fordert daher die Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer in Österreich.

Großteil erbt nichts oder nur relativ kleine Beträge

Konkret wurde in der Studie untersucht, in welchem Ausmaß die Vermögensungleichheit in Österreich und anderen Euroländern (neben Österreich waren dies Deutschland, Belgien, Spanien, Portugal, Luxemburg, Griechenland und Zypern) auf die ungleiche Verteilung von Erbschaften und Schenkungen zurückzuführen ist.

Nur etwa 35 Prozent der österreichischen Haushalte kamen bis zum Erhebungszeitpunkt in den Genuss einer Erbschaft oder Schenkung.

Die Höhe der untersuchten Erbschaften/Schenkungen ist höchst unterschiedlich. Der sogenannte Gini-Koeffizient der Verteilung (die Maßzahl beträgt 0, wenn alle Haushalte gleich viel erhalten und 1, wenn nur ein Haushalt alle Erbschaften und Schenkungen auf sich vereint) erreicht bei Erbschaften 0,89. Konkret macht der Gegenwartswert der erhaltenen Erbschaften und Schenkungen eines durchschnittlichen Haushalts in der Gruppe der vermögendsten 10 Prozent mehr als 300.000 Euro aus. Der Großteil aber erbt nichts oder nur relativ kleine Beträge. 

Das klare Ergebnis der Studie

Erbschaften und Schenkungen liefern in Österreich den höchsten Beitrag zur Ungleichheit beim Bruttovermögen. Konkret lassen sich 38,4 Prozent der gemessenen Streuung von Vermögen darauf zurückführen. Ähnlich hohe Werte gibt es nur noch in Deutschland und Zypern. Im Rest der untersuchten Euroländer ist der Beitrag wesentlich geringer. 

Erbschaftssteuer ist ein probates Mittel für mehr Gerechtigkeit

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass in Österreich von Chancengleichheit keine Rede sein kann.

  • Wer erbt oder etwas geschenkt bekommt, hat dafür keine eigene Leistung erbracht und wird auch noch steuerlich belohnt.
  • Arbeit ist hingegen unmittelbar mit Leistung verbunden – aber auch mit einer hohen Steuerleistung verbunden.
  • Die AK fordert daher die Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer 
  • Eine solche Steuer würde zum einen die Startchancen für alle Menschen angegleichen, zum anderen würde sie Spielraum für eine Entlastung der Arbeitnehmer/-innen schaffen.

Großteil der EU-Staaten besteuert Erben

Insgesamt 18 EU-Staaten besteuern Erbschaften. In keinen dieser Staaten ist das von Kritikern der Erbschaftssteuer beschworene Unternehmersterben erkennbar.

Die von AK und ÖGB vorgeschlagene Erbschaftssteuer träfe nur die wirklich Reichen - nur etwa 1.000 Steuerfälle pro Jahr sind zu erwarten (Studie). Damit könnten Arbeitnehmer/-innen entlastet werden, die Reichen würden endlich einen fairen Beitrag leisten.

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