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Lohnnebenkosten

Mit den Lohnnebenkosten wird unser soziales Netz finanziert. Generell sind unter Lohnnebenkosten die Sozialversicherungsbeiträge zu verstehen. Sie sollen helfen, die wichtigsten Bereiche, die die Risiken des Lebens betreffen, abzusichern. Dazu zählen Krankheit, Arbeitslosigkeit, Alter und Unfall.

Zusätzlich zum Bruttolohn zahlen Arbeitgeber/-innen nur etwa 30 Prozent an Sozialbeiträgen. Damit beteiligen sie sich an der Finanzierung unseres Gesundheitssystems, der Pensionen, des Arbeitslosengeldes, der Unfallversicherung, etc. Der Rest der sogenannten "Lohnnebenkosten" ist der Lohn während des Urlaubs, der Feiertage und der Krankenstände, Weihnachts- und Urlaubsgeld und Abfertigungen – Geld also, das direkt an Arbeitnehmer/-innen bezahlt wird! Das verschweigen die Unternehmen gerne.

Gefährden die Lohnnebenkosten die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft?

Hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit haben Lohnnebenkosten allein überhaupt keine Aussagekraft. Wichtiger sind – neben der Qualität der Produkte, der Marktnähe etc. – die sogenannten Lohn-Stückkosten. Das sind die pro Kopf (oder Stunde) bezahlten Löhne im Verhältnis zu den pro Kopf (oder Stunde) neu geschaffenen Werten – vereinfacht gesagt, ist das der Lohnanteil je Wertschöpfungseinheit. Bei den Lohn-Stückkosten in der österreichischen Industrie gab es in den letzten sechs Jahren Auf- und Abbewegungen – per Saldo sind sie 2016 nur um etwa 7 Prozent höher als im Jahr 2010!

So wirkt sich eine Lohnnebenkostensenkung für Sie aus!

  • Weniger Einkommen: Weniger Urlaubsgeld, weniger Weihnachtsgeld, weniger Abfertigung, ...

  • Weniger bezahlte Freizeit: Weniger Urlaub, weniger Feiertage, Arztbesuche und Behördengänge nicht mehr in der Dienstzeit, Abzug von Krankenstandstagen vom Urlaub, ...

  • Weniger soziale Sicherheit: Selbstbehalte beim Arztbesuch, weniger Krankengeld, weniger Pension (mehr unsichere "Eigenvorsorge"), schlechtere Unfallversorgung, weniger Arbeitslosengeld, ...

"Lohnnebenkosten", die bereits gesenkt wurden

Urlaubskürzung (Aliquotierung) und Streichung des Postensuchtags bei Selbstkündigung.

Auch die Auflösung des Entgeltfortzahlungsfonds, aus dem bis zu dessen Abschaffung die Löhne kranker Arbeiterinnen und Arbeiter weiterbezahlt wurden, nutzen viele Unternehmen zur Senkung der "Lohnnebenkosten", in dem sie kranke Arbeiterinnen und Arbeiter einfach kündigen!

Senkung der Dienstgeberbeiträge bei älteren Arbeitnehmern/-innen sowie bei Lehrlingen. Zur behaupteten Verbesserung der Situation älterer Arbeitnehmer/-innen auf dem Arbeitsmarkt bzw. zur Schaffung zusätzlicher Lehrstellen haben diese Vergünstigungen nicht geführt.

Darüber hinaus fordern die Unternehmen seit Jahren die Streichung bezahlter Feiertage, Selbstbehalte beim Arztbesuch, den Abzug von Krankenständen und Kuraufenthalten vom Urlaub, etc.

Bei den Unternehmen führen diese Senkungen nur zu weiter steigenden Gewinnen. Zusammen mit den Gewinnsteuersenkungen wird ihr Beitrag zur Finanzierung öffentlicher Leistungen immer geringer! Für Arbeitnehmer/-innen drohen aufgrund der fehlenden Gelder in den Sozialtöpfen aber (weitere) Kürzungen bei den Leistungen aus der Sozialversicherung.

Wertschöpfungsabgabe als Alternative

Eine Lohnnebenkostensenkung ist weder notwendig noch gerecht. Sinnvoll hingegen wäre, dass die Sozialbeiträge der Unternehmen nicht nur von den Löhnen und Gehältern, sondern von der gesamten Wertschöpfung eines Betriebes berechnet werden. Damit würden sich Betriebe, die Beschäftigte wegrationalisieren, nicht wie jetzt Abgaben ersparen, sondern genauso zur Finanzierung unseres Sozialstaates beitragen, wie arbeitsintensive Unternehmen.

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