8.2.2018
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Abgabenquote irrelevant für Wirtschaftswachstum, sagt neue Studie

Die Abgabenquote ist die Summe aller Steuern und Abgaben, gemessen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Sie wirke sich negativ auf das Wirtschaftswachstum aus, man müsse sie daher senken, so behaupten zumindest ihre Kritiker/-innen. 

Die Debatte wird jedoch vollkommen falsch geführt:

Nicht die Höhe der Abgabenquote ist nämlich entscheidend, es kommt vielmehr darauf an, für was Steuern zu zahlen ist. Das zeigt eine neue Studie.

Hohe Abgabenquote und dennoch auf Überholspur

  • Österreich befindet sich mit seiner relativ hohen Abgabenquote in guter Gesellschaft mit Ländern wie Dänemark, Schweden oder Belgien.
  • Eine sehr niedrige Abgabenquote haben hingegen etwa Mexiko oder die Türkei.
  • Generell lässt sich festhalten, dass wirtschaftlich erfolgreiche Länder oft eine höhere Abgabenquote aufweisen. 
  • Das ist kein Nachteil, denn diese Länder haben in der Regel auch einen ausgebauten Sozialstaat und dieser ist auch ein ökonomischer Erfolgsfaktor.

In der Grafik wird das noch einmal deutlich:

Der erste Blick lässt bereits Zweifel daran aufkommen, dass eine hohe Abgabenquote die Wirtschaftsentwicklung hemmt. Fachleute  und auch Politiker/-innen haben das in der Vergangenheit jedoch häufig behauptet.

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie, unter Anwendung neuer statistischer Erkenntnisse zeigen allerdings, dass die Höhe der Abgabenquote keinen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum hat. Von Bedeutung ist vielmehr die Struktur des Steuersystems.

Struktur des Steuersystems entscheidet

Die Studie macht deutlich, dass es durchaus Unterschiede zwischen einzelnen Steuerkategorien gibt, was deren „Wachstumsfreundlichkeit“ betrifft.

Hohe Steuern auf den Faktor Arbeit wirken sich negativ auf das Wirtschaftswachstum aus, während eine höhere Besteuerung von Vermögen wachstumsneutral ist, das heißt sie würde sich nicht negativ auswirken.

Österreich hat Aufholbedarf

Steuerpolitisch sollte der Blick jedenfalls auf die Struktur des Steueraufkommens gerichtet werden und weniger auf die Höhe der Abgabenquote. Und bei der Struktur gibt es noch Aufholbedarf, denn Österreich weist besonders hohe Abgaben auf Arbeit auf und nur sehr niedrige auf Vermögen. 

Darauf verweist auch die Arbeiterkammer Oberösterreich regelmäßig und fordert eine gerechte Besteuerung von Erbschaften und Vermögen.

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