Cyberangriff auf die AK Oberösterreich: Aktuelle Informationen für unsere Mitglieder
Am Montag, 10. August 2026, haben Cyberkriminelle die Arbeiterkammer Oberösterreich angegriffen. Wir informieren Sie an dieser Stelle über den aktuellen Stand.
Während
in Österreich die Arbeitnehmer/-innen den größten Beitrag zum Steueraufkommen
leisten, werden Vermögende steuerlich geschont. Aus Sicht der Arbeiterkammer
Oberösterreich muss sich an dieser Schieflage rasch etwas ändern. Eine Millionärssteuer
muss her.
Die
Einführung einer Millionärssteuer auf Netto-Privatvermögen von über 1
Million Euro ist ein effektives Mittel, um den viel zu niedrigen Beitrag der
Vermögen am österreichischen Steueraufkommen auf internationales Niveau zu
heben. Es gibt keine stichhaltigen wirtschafts-, verteilungs- oder
steuerpolitischen Argumente, die seriös gegen einen höheren Beitrag von Vermögenden
zur Finanzierung der öffentlichen Leistungen eingebracht werden können. Der
öffentliche Diskurs wird leider - häufig bewusst – anders geführt.
Milliardenvermögen könnten
ein hohes Steueraufkommen bringen
Österreich
zählt zu den reichsten Staaten der Welt mit den EU-weit meisten Superreichen im
Verhältnis zur Bevölkerung. Es stimmt zwar, dass nur ein sehr kleiner Teil der
Bevölkerung von einer Millionärssteuer betroffen wäre (eben die
Millionäre/-innen). Aber diese kleine elitäre Gruppe vereint einen riesigen Anteil
des Reichtums auf sich. Obwohl also nur eine sehr kleine Gruppe besteuert
werden würde, wird genug Vermögen der Besteuerung unterworfen, um ein namhaftes
Aufkommen zu erzielen und gemeinschaftliche Leistungen (Gesundheitsversorgung,
Bildung etc.) abzusichern.
Der Besitz von Reichtum ist
keine Leistung!
Oft
wird behauptet, Vermögenssteuern würden eine Belastung der sogenannten
„Leistungsträger/-innen“ darstellen. Das Gegenteil ist jedoch wahr.
Leistungsträger/-in ist, wer viel leistet. Der reine Besitz von Reichtum ist
keine Leistung. Reichtum wird trotzdem niedrig besteuert. Erbschaften und
Schenkungen erfordern überhaupt keine Leistung des Begünstigten, werden jedoch
gar nicht besteuert. Arbeitseinkommen hingegen erfordern oft Höchstleistungen
und werden dafür auch noch hoch besteuert.
Besteuerung von Vermögen ist am
beschäftigungs- und wachstumsfreundlichsten!
Auch
das Argument höhere Beiträge von Vermögenden würden zur Abwanderung des
Vermögens ins Ausland führen, ist leicht zu widerlegen. Österreich ist
Schlusslicht in der Besteuerung von Vermögen. Mit einer Vermögensabwanderung in
andere Länder ist also nicht zu rechnen. Noch reichenschonendere Steuersysteme
als in Österreich lassen sich nur schwer finden. Zudem besteht der Großteil des
Vermögens aus Immobilien (Grundstücken, Villen etc.) und ist als solches nicht
mobil – das wird von Gegnern/-innen einer Millionärssteuer bewusst
ausgeblendet. Der Verschiebung von Finanzvermögen in Niedrigststeuerländer wird
positiverweise durch internationale Kooperation entgegen gewirkt.
Auch
auf die österreichischen Betriebe hätte eine Millionärssteuer keine negativen
Auswirkungen, da nicht das Unternehmensvermögen, sondern nur das private
Vermögen (also Aktien und Beteiligungen von natürlichen Personen) besteuert werden
soll. Steuerpflichtig wären also die Anteilseigner/-innen. Auch die oft
zitierten Eigentümer/-innen von Klein- und Mittelbetrieben wären durch den
großzügigen Freibetrag (von 1 Million Euro netto) gar nicht bis wenig
betroffen.
Langfristig
dienen Vermögenssteuern der wirtschaftlichen Stabilität. Denn: je größer die
Verteilungsschieflage ist, also je mehr Vermögen bei wenigen konzentriert ist,
umso mehr wird dieser Reichtum nicht für reale Investitionen verwendet, sondern
als „Spielkapital“ zur Spekulation im internationalen Finanzkasino eingesetzt.
Das sind die Lehren der Ende 2008 ausgebrochenen Finanz- und Wirtschaftskrise.
Die Besteuerung der Vermögen kann also die Krisenanfälligkeit senken,
Finanzspekulationen eindämmen und Kapital zurück in die Realwirtschaft
umleiten. In Kombination mit einer effektiven Entlastung von Arbeit führt sie
zu mehr gesamtwirtschaftlicher Nachfrage der Unternehmen und der Haushalte nach
Investitions- und Konsumgütern, was wiederum die wirtschaftliche Entwicklung
und die Beschäftigungslage begünstigt.
Millionärssteuer für
Millionäre und sonst niemand!
Wie
bereits gezeigt, verspricht die besonders hohe Konzentration der
österreichischen Vermögen in den Händen einiger weniger trotz hoher Freibeträge
ein hohes Aufkommen. Besteuert sollen nur die privaten Nettovermögen von über
1 Million Euro werden. Solche besitzen in Österreich nur die reichsten 5
Prozent. Zusammen haben sie aber mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens.
Für die Besteuerung einer breiten Masse an Vermögen braucht es also keine
breite Masse an Personen.
Doppelbesteuerung? Verschiedene Steuerquellen sind üblich
Jeder
Euro wird pro Jahr mehrmals und an verschiedenen Punkten im
Wirtschaftskreislauf besteuert. So wird zum Beispiel jeder verdiente Euro mit der
Lohnsteuer besteuert. Wer sich um das restliche Geld etwas kauft, zahlt auf
dieses Produkt wiederum Mehrwertsteuer. Auch eine Millionärssteuer würde so funktionieren
und entspräche damit gängigen Prinzipien.
Wir benötigen Ihre Zustimmung, um den Infogram-Service zu laden!
Steuererklärung wird selbst
gemacht
Hausrat
und persönliche Gebrauchsgegenstände sind von einer Millionärssteuer
ausgenommen. Wie auch bei der Einkommensteuer wird zu einem jährlichen Stichtag
der Vermögensstand anzugeben sein. Überprüfungen werden stichprobenartig
durchgeführt.
Ein guter Sozialstaat sorgt
für Ausgleich!
Österreich
weist im Euroraum eine der stärksten Ungleichverteilungen von Vermögen auf. Und
zwar zu Lasten von Arbeit und Konsum. In anderen Worten tragen die Unternehmen
und Vermögenden zu wenig zur sozialstaatlichen Umverteilung bei. Insgesamt sind
laut WIFO die Umverteilungseffekte auf der Seite der Staatseinnahmen sogar sehr begrenzt: Die Steuern und Abgaben
wirken in Summe durch einen hohen Anteil an indirekten Steuern und
Sozialausgaben mit einer Höchstbeitragsgrundlage sowie einer sehr geringen
Vermögens- und unterdurchschnittlichen Einkommensbesteuerung kaum progressiv. Das bedeutet, dass jene, die mehr verdienen
oder mehr besitzen relativ betrachtet nicht mehr beitragen als Geringverdiener.
Ein
großes Privatvermögen bringt seinen Eigentümern/-innen in jedem Fall
wirtschaftliche Vorteile, zum Beispiel aus dem Nutzwert einer Immobilie oder
auch als „kostenlose“ Absicherung für Notfälle. Große Privatvermögen führen
auch zu großem gesellschaftlichen und politischen Einfluss, der eher nicht zum
Vorteil der Bevölkerung ausgeübt wird. Wirtschaftliche Vorteile aus Einkommen werden
progressiv besteuert. Die Millionärssteuer kann durchaus als Steuerprogression
auf die wirtschaftlichen Vorteile eines sehr hohen Privatvermögens interpretiert
werden. Somit würde eine Millionärssteuer auch die in Österreich zu gering
ausgeprägte Progression des Steuersystems insgesamt etwas korrigieren.
Forderungen der
Arbeiterkammer
Einführung einer Vermögenssteuer mit gestaffelten Steuersätzen zwischen 0,7 und 1,5 Prozent auf hohe Privatvermögen ab 1 Million Euro netto (nach Abzug eventueller Schulden)
Einführung einer reformierten Erbschafts- und Schenkungssteuer mit einem hohen Freibetrag, der sicherstellt, dass im Laufe eines Arbeitnehmer-Lebens Erspartes steuerfrei weitervererbt werden kann
Einführung der Finanztransaktionssteuer
Abstimmung bei vermögensbezogenen Steuern auf EU-Ebene
Bekämpfung von Steuerhinterziehung und aggressiver Steuervermeidung sowie personelle Aufstockung der Betriebsprüfung
Machen Sie sich vertraut mit der neuen AK Website:
Bundesland wählen
Sie sind in dem Bundesland AK-Mitglied, in dem Sie arbeiten. Über dieses Pulldown wechseln Sie zu Ihrer Arbeiterkammer.
Suche Klicken Sie auf die Lupe und tragen Sie Ihren Suchbegriff ein. Wir bieten Ihnen die drei am häufigsten aufgerufenen Inhalte als Quicklinks an.
Shortcuts
Sie finden auf jeder Seite unseres neuen Internetauftritts Shortcut-Icons, die Ihnen auf kurzem Weg z.B. Links oder Kontakte liefern. Die Teilen-Funktion für Facebook & Co finden Sie auch hier.
Rechner
Als AK bieten wir Ihnen eine Vielzahl an interaktiven Services und Rechner, die Sie direkt über die Fußzeile aufrufen können.